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Einer Jungfrauen Klage über nahendes Alter

Martin Opitz (1624)


 

Der Rosen schöner Zier mein' edele Gestalt?
Ja freylich bin ich so / nun ich bin graw und alt.
Eh' als der Sonnen Glantz die Rose kan erreichen

So muß sie durch die Lufft der Nacht zuvor verbleichen /       5
Und hat nur von dem Thaw ein wenig Unterhalt:
So netzen mich jetzt auch die Threnen mannigfalt /
Weil ich die junge Zeit nun habe lassen schleichen.

Geht dann der Morgen an / so wird die Rose roth;
Ich werde Schamroth auch gedenck ich an die Noth.           10
Doch hab ich diesen Trost daß gleich wie von den Winden

Die Rose wann der Tag sich neigt / wird abgemeit /
So werd' auch ich / weil nun mein Abend nicht ist weit
Kan ja es hier nicht seyn / doch Ruh' im Grabe finden

            

 
 
   Arbeitsanregungen:

Interpretieren Sie das Gedicht von Martin Opitz (1597-1639).

  1. Beschreiben Sie dazu die äußere Form des Gedichtes.
  2. Zeigen Sie auf, welche typischen Gedanken und Motive der Barockliteratur von Opitz verwendet werden.
  3. Untersuchen Sie das Hauptmotiv und seine antithetische Gestaltung.
  4. Worin sehen Sie die Aussage des Gedichtes?

  

 
  
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