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Kooperatives Schreiben

Schreibateliers

 

 

 
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Teile einer Schreibaufgabe anfertigen

Nicht immer macht aus aus verschiedenen Gründen Sinn, eine Schreibaufgabe als Ganzes zu bewältigen. Das kann zeitliche, pädagogische oder einfach auch schreibdidaktische Gründe haben. Wenn der Schreibprozess zerlegt wird, können stets auch Schreibziele verfolgt werden, die sich nur auf einen bestimmten Bereich oder auf bestimmte Teilen des Schreibprozesses beziehen.
Damit dauert der Schreibprozess nicht solange wie bei der umfassenderen Schreibaufgabe, man spricht auch davon, dass dadurch der Schreibprozess entlastet wird.

Für Schneuwly (1995) besteht die Aufgabe des Aufsatzunterrichts an der Schule darin, Lernsituationen zu schaffen, in denen die sprachlichen Merkmale einer Textart systematisch erarbeitet werden können. (vgl. Becker-Mrotzeck/Böttcher 2006/2011, S.48)

Dazu sollen Schülerinnen und Schüler in einem kooperativen Verfahren

  • an einem Textmuster die Merkmale der "authentischen" Textart erarbeiten

  • auf deren Grundlage bestimmte Schreibkriterien entwickeln und festlegen, mit denen sie überprüfen können, ob das später erstellte Schreibprodukt diesen Kriterien entspricht

  • bestimmte Texteigenschaften z. B. Inhalt, sprachlich-stilistische Gestaltung, äußere Form) in verschiedenen Schreibateliers herausarbeiten können und üben können

  • obligatorische und fakultative Aufgaben bewältigen

In Schreibateliers kurze Schreibaufgaben bewältigen

"Kurze Schreibaufgaben", die sich auf Teile einer umfangreicheren Schreibaufgabe beziehen, können beim  kooperativen Schreiben so organisiert werden, dass die dafür nötigen Textmuster in so genannten "Ateliers" (Schneuwly 1995, S,120f.) geübt und erworben werden. Die Ateliers sind quasi vorbereitende Schreibaufgaben für eine umfangreichere Schreibaufgabe.

Die Begriffe "Atelier" und "Schreibatelier" sind etwas gewöhnungsbedürftig. Sie bezeichnen aber eine besondere Form des kooperativen Schreibens im Rahmen einer prozessorientierten Aufsatzdidaktik und einer förderlichen Begleitung von Schreibprozessen.

Das Konzept der "Schreibateliers geht davon aus, dass die Bewältigung umfangreicher Schreibziele nur dann von Erfolg gekrönt ist, wenn ein Schreiber ausreichende Schreiberfahrungen gemacht hat. Dazu muss er sein Schreiben an entsprechenden Mustern, die er kennt oder die ihm vorliegen, entwickeln kann.
Wenn dem Schreiber bestimmte "authentische" Textmuster vorgegeben werden, entlastet dies seinen Schreibprozess in der Planungsphase erheblich.

In Schreibateliers gibt es obligatorische und fakultative Schreibaufgaben

"Ateliers" als vorbereitende Schreibaufgaben werden mit zwei verschiedenen Typen organisiert.

  • Obligatorische Ateliers müssen von allen Schülerinnen und Schülern erledigt werden. Sie dienen dazu, grundlegende Kompetenzen zu fördern.

  • In fakultativen Ateliers wird den Schülerinnen und Schülern eine Auswahl von kurzen Schreibaufgaben angeboten, mit denen sie diese Kompetenzen erweitern sollen. Zugleich sollen sie dadurch auch mehr Eigenverantwortung für ihre eigene Schreibentwicklung übernehmen.

Schreibateliers fördern die Schreibmotivation
  • Der besondere Vorzug des Verfahrens liegt in seinem "Wechsel zwischen Produktion und Rezeption, zwischen obligatorischen und fakultativen Vorübungen, auch zwischen schriftlicher Reproduktion und dem Erproben neuer Möglichkeiten" (Baurmann (2002/2008, S. 60). Das kann auch die Motivation der Schülerinnen und Schüler fördern.

  • In Schreibateliers wissen die Teilnehmer in der Regel genau, welches Schreibziel bei der kurzen Schreibaufgabe erreicht werden soll. Dadurch entsteht für sie, aber auch für denjenigen, der solche Aufgaben beurteilt oder dazu Feedback gibt, eine "hohe Zieltransparenz" (Becker-Mrotzeck/Böttcher 2006/2011, S.48), die letzten Endes darauf beruht, dass Schreiber und Feedbackgeber bzw. Beurteiler die Schreibkriterien gemeinsam entwickeln und in Kriterienkatalogen offenlegen. Dadurch können beide Seiten die Art und Weise, wie der Text entstanden ist und seine Beurteilung besonders gut nachvollziehen und darüber reflektieren.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 14.10.2018

     
 

 
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