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Kooperatives Schreiben

Schreibateliers


Soll eine umfangreiche Schreibaufgabe durch das Verfolgen von Schreibzielen, die sich nur auf einen bestimmten Bereich oder auf bestimmte Teilen des Schreibprozesses beziehen, vorbereitet werden, kann dies auf vielfältige Art und Weise geschehen. Damit dauert der Schreibprozess nicht solange wie bei umfassenderen Schreibaufgaben und wird dadurch entlastet.
"Kurze Schreibaufgaben" dieser Art können nach Schneuwly (1995, S,120f.) als "Ateliers" bezeichnet werden. Der Begriff ist etwas gewöhnungsbedürftig, bezeichnet aber eine besondere Form des kooperativen Schreibens im Rahmen einer prozessorientierten Aufsatzdidaktik und einer förderlichen Begleitung von Schreibprozessen. Das Konzept der "Schreibateliers geht davon aus, dass die Bewältigung umfangreicher Schreibziele nur dann von Erfolg gekrönt ist, wenn ein Schreiber ausreichende Schreiberfahrungen gemacht hat und sein Schreiben an entsprechenden Mustern, die ihm verfügbar sind, entwickeln kann. Dabei wirkt die Vorgabe bestimmter, "authentischer" Textmuster als Entlastung des Schreibprozesses in seiner Planungsphase.

Zur Durchführung von "Ateliers" als vorbereitende Schreibaufgaben ist zwischen obligatorischen und fakultativen "Ateliers" zu unterscheiden.

  • Obligatorische Ateliers müssen von allen Schülerinnen und Schülern erledigt werden. Sie dienen dazu, grundlegende Kompetenzen zu fördern.

  • Fakultative Ateliers, die den Schülerinnen und Schülern in einer Auswahl von solchen kurzen Schreibaufgaben vorliegen, sollen diese Kompetenzen erweitern und den Schreibenden ein höheres Maß an Eigenverantwortung für die Entwicklung von Schreibfähigkeiten geben.

Für Schneuwly (1995) besteht die Aufgabe des Aufsatzunterrichts an der Schule darin, Lernsituationen zu schaffen, in denen die sprachlichen Merkmale einer Textart systematisch erarbeitet werden können. (vgl. Becker-Mrotzeck/Böttcher 2006/2011, S.48) Dabei sollen in einem kooperativen Verfahren

  • an einem Textmuster die Merkmale der "authentischen" Textart erarbeitet werden

  • auf deren Grundlage bestimmte Schreibkriterien entwickelt und festgelegt werden, anhand derer letzten Endes überprüft wird, ob das später erstellte Schreibprodukt diesen Kriterien entspricht

  • bestimmte Texteigenschaften z. B. Inhalt, sprachlich-stilistische Gestaltung, äußere Form) in verschiedenen Schreibateliers herausgearbeitet werden

  • zwischen obligatorischen und fakultativen Aufgaben unterschieden werden

Der besondere Vorzug des Verfahrens liegt in seinem "Wechsel zwischen Produktion und Rezeption, zwischen obligatorischen und fakultativen Vorübungen, auch zwischen schriftlicher Reproduktion und dem Erproben neuer Möglichkeiten" (Baurmann (2002/2008, S. 60), das sich auch die Motivation der Schülerinnen und Schüler fördern kann.
Zugleich schafft die für Schreiber und Beurteiler "hohe Zieltransparenz" (Becker-Mrotzeck/Böttcher 2006/2011, S.48), die aus dem "gemeinsame(n) Entwickeln und Offenlegen der Schreibkriterien, gebündelt in Kriterienkatalogen," resultiert. Sie mündet in einer besonders ausgeprägten Nachvollziehbarkeit und Reflexion der Textproduktion und ihrer Beurteilung durch Schüler und Lehrkräfte.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.11.2013

                 
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