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Das Sonett

Johann Wolfgang von Goethe


Sich in erneutem Kunstgebrauch zu üben,
Ist heil'ge Pflicht, die wir dir auferlegen-
Du kannst dich auch, wie wir, bestimmt bewegen
Nach Tritt und Schritt, wie es dir vorgeschrieben.

Denn eben die Beschränkung lässt dich lieben,                     5
Wenn sich die Geister gar gewaltig regen;
Und wie sie sich dann auch gebärden mögen,
Das Werk ist doch zuletzt vollendet blieben.

So möcht ich selbst zu künstlichen Sonetten,
In sprachgewandter Muße kühnem Stolze,                         10
Das Beste, was Gefühl mir gäbe, reimen;

Nur weiß ich hier mich nicht bequem zu betten.
Ich schneide sonst so gern aus ganzem Holze,
Und müsste nun doch auch mitunter leimen.                        14

 

 
   Arbeitsanregungen:

Arbeiten Sie heraus, worin Goethe das Wesentliche eines Sonetts sieht.

 

 
                   
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