Home
Nach oben
Weiter
 

 

arbtec_sm.jpg (2576 Byte)

Diagramme erstellen

Überblick

 
 
  Diagramme sind als Bildstatistiken Gestaltungselemente beim Visualisieren von Daten. Häufig sind sie wichtige Bestandteile einer Präsentation.

Diagrammgestaltung als schulische Schreibaufgabe

Die Erstellung und Gestaltung von Diagrammen leistet einen wichtigen Beitrag zur Methoden- und Gestaltungskompetenz von Schülerinnen und Schülern. Für das Visualisieren von Datenmengen gilt dabei, was auch sonst Visualisierungen auszeichnet:

 "Visualisieren bezeichnet die Tätigkeit, einen bislang im Zeichensystem der Wortsprache ausgedrückten Inhalt entweder durch bildsprachliche Zeichen zu ergänzen, oder aber ihn ganz in die Bildsprache zu übersetzen."
(J. Stary, Visualisieren, Cornelsen Scriptor 1997 S. 12)

Das Veranschaulichen von Datenmengen gehört als schulische Schreibform zu Prüfungsanforderungen, die im Zusammenhang mit Aufgaben zur Visualisierung von Texten gestellt werden. In Baden-Württemberg zählen solche Aufgaben zu den Standard-Aufgabentypen bei der (schriftlichen) Abschlussprüfung in der Berufsschule (Kaufmännische Berufe) im Fach Deutsch.

Diagramme als Bildstatistiken

Diagramme veranschaulichen im Allgemeinen Größenverhältnisse und Zahlenwerte. Mit ihnen werden quantifizierbare Daten oder zahlenmäßige Informationen visualisiert.
Das unterscheidet sie von kartografischen Infografiken und Prinzipdarstellungen wie z. B. Strukturbildern und Strukturskizzen, die wiederum dafür da sind, abstrakte Begriffe, komplexe Sachverhalte und Strukturen von Sachverhalten, Dingen, Ereignissen oder Handlungen grafisch darzustellen.
Dabei sind Diagramme häufig auch Teil komplexerer Infografiken und es kommt sogar vor, dass sie in kartografische Infografiken oder Prinzipdarstellungen integriert sind. Dies gilt insbesondere, wenn die visuelle Darstellung von Daten über bestimmte Fachkreise hinausgeht und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. So müssen Diagramme, die  z. B. in Publikumszeitschriften veröffentlicht werden, so gestaltet sein, dass sie die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich ziehen. Dem dient dabei vor allem ihre Einbettung in eine komplexere Infografik, die eine viel größere Auswahl von Gestaltungsmöglichkeiten bereithält.

Grundfragen vor der Erstellung eines Diagramms

Die Gestaltung von Diagrammen

Im Allgemeinen sollte man bei der Gestaltung von Diagrammen beachten:

  • Verständlichkeit
    In diesem Zusammenhang gilt so ziemlich alles, was man auch sonst über die Verständlichkeit von Texten sagt (Einfachheit vs. Kompliziertheit, Gliederung, Ordnung vs. Unübersichtlichkeit, Kürze, Prägnanz vs. Weitschweifigkeit, Zusätzliche Stimulanz - vs. keine zusätzliche Stimulanz), wobei diese Kriterien auf die Bild-Text-Kombination eines Diagramms anzupassen sind. Am Ende stehen

    • klar verständliche, möglichst schnell erfassbare Darstellung

    • übersichtliches Layout der Elemente (Charts und Beschriftungen)

  • Vollständigkeit

    • vollständige Beschriftung mit Diagrammtitel, Achsenbeschriftung mit Größenbezeichnung und dazugehöriger Einheit. Bei Platzmangel bei der Achsenbeschriftung können Informationen u. U. auch in den Diagrammtitel oder -untertitel aufgenommen werden, z. B. Heizölverbrauch pro Jahr in Litern

    • Legende zu den Datenreihen, wenn mehrere Datenreihen dargestellt sind; aber manchmal auch besser Direktbeschriftungen

    • Geeignete Einteilung der Skalen mit sichtbaren Markierungen, eventuell mit Hilfslinien als Lesehilfen, um die Lesbarkeit zu verbessern

    • Quellenangabe zu den Daten, wenn fremde Quellen benutzt werden

  • Gestaltung

    • Auswahl eines geeigneten Diagrammtyps (z. B. Säulen-, Balken-, Linien-, Kreis- oder Flächendiagramm)

    • Achsen nur in begründeten Fällen abschneiden, um Manipulationsgefahr zu mindern

    • Schriftgestaltung (Kriterien zur Schriftgestaltung, Anmutung und Schriftcharakter, Print- und Bildschirmschriften) bewusst zur Gestaltung einsetzen

    • Ist das Diagramm in sonstigen Fließtext, z. B. auf einer Seite eingebettet: Schriftgröße im Diagramm in der Regel etwas kleiner oder höchsten gleich groß wie im Haupttext, gleiche Schrifttypen verwenden

    • Bei Präsentationen: Direktbeschriftungen der Daten häufig besser und schneller verständlich als Legenden, die ein das Herumwandern des Blicks der Betrachter verlangen. Bei Platzmangel kann man auch einen Pfeil verwenden, um auf das betreffende Element hinzuweisen.

    • Datenreihen horizontal beschriften, um schnelle Lesbarkeit zu erhöhen

    • Wenn die jeweiligen Daten nicht direkt in Beziehung zueinander stehen, möglichst nur einen einfachen Vergleich darstellen.

    • Keine dreidimensionale Diagrammdarstellung, welche die Verständlichkeit und Lesbarkeit herabsetzen

    • Je nach Verwendungszweck auf den Schwarzweißkontrast von Farbflächen, Zeichnungen und Beschriftungen achten.

    • Auch bei Farbdarstellungen auf keine roten und grünen Segmente nebeneinander benutzen (Rücksicht auf Rot-Grün-Blindheit von Betrachtern)

    • Ggf. Fazit-Titel und Fazit-Symbole verwenden, um die Aufmerksamkeit zu erregen und die Aussagen des Diagramms auf den Punkt zu bringen, z. B. "Dünne leben länger"; aber: starke Rezeptionslenkung bis hin zur Manipulation

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 04.09.2016

 
     
  [ Überblick ] Säulendiagramm ]  
   ,

          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de