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Hoffeste des Sonnenkönigs

Les Plaisirs de d'Ile enchantée" (1664)

« Französischer Absolutismus und der Hof von Versailles  Die Herrschaft Ludwigs XIV. (1638-1715) Hofkultur in Versailles

 
GESCHICHTE
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Barockdrama und Barocktheater
Überblick
Höfisches Festspiel
Überblick
Hoffeste
an den großen absolutistischen Höfen

Im Rahmen seiner prunkvollen • Hoffeste hat »Ludwig XIV.(1638-1715) in seinem »Schloss Versailles unermesslich teure theatrale Großprojekte (»Fêtes à Versailles) veranstaltet, die an allen Höfen Europas für Bewunderung und Gesprächsstoff sorgten.

Dabei waren seine  Hoffeste stets ein "»Gesamtkunstwerk«", ein "Zusammenspiel von Drama. Musik, Tanz, Feuerwerk und Maskenspielen" (Brauneck 2012, S.163) in einem monumentalen, phantastischen Arrangement, das  zum Glanz und der Größe des königlichen Souverän beigetragen sollte, auch wenn "der sich mit der Veranstaltung solcher Feste oftmals in den finanziellen Ruin treiben ließ." (ebd.)

Eines der legendären »Fêtes à Versailles) im »Schloss Versailles waren die einwöchigen "Les Plaisirs de d'Ile enchantée" (1664) (= "Freuden der verzauberten Insel"), die »Ludwig XIV.(1638-1715) vom 7. bis 13. Mai 1664 für 600 Gäste veranstalten ließ. Anlass war wohl die Absicht des Königs, seinem Hof »Françoise-Louise de La Baume Le Blanc (1644-1710), seine seit 1661 bevorzugte »Mätresse, vorzustellen.

Der Titel des Fests ist inspiriert von einer Episode aus dem »Versepos »Der rasende  Roland (Orlando furioso) von »Ludovico Ariosto (1474-1533), in der die Zauberin Alcine den Ritter Roger und seine gefangenen Gefährten auf ihrer Insel festhält.

Eine Woche lang wurde der Hofgesellschaft vorgeführt, was sich die beiden Haupthandwerker des Fests, »Moliere (1622-1673) und »Jean-Baptiste Lully (1632-1687), ausgedacht und zur Unterhaltung des Publikums in Szene gesetzt hatten: Karussell, Ringrennen, Kopfrennen, Theater, Ballett, Feuerwerk, Snacks, Spaziergänge, Lotterie usw. Eine 58-seitige Broschüre erstellte ein detailliertes Programm (vgl. »Übersicht auf der Seite der frz. Wikipedia).


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Während der Veranstaltung ließ der französische Sonnenkönig den gesamten Schlosspark von Versailles für den sich über mehrere Tage hinziehenden "Kampf des Guten gegen das Böse" (Brauneck 2012, S.164) bespielen. Auch vier Komödien von »Moliere (1622-1673) wurden an unterschiedlichen Spielorten vorgeführt: In der Mitte der »königlichen AlleeDie Prinzessin von Elide‹, eine galante Komödie mit Musik und »Balletteingängen, im Vorraum des Schlosses die »BallettkomödieLes Fâcheux‹ (Die Unglücklichen), ›Tartuffe ou l'Imposteur‹ (Tartuffe) und die »BallettkomödieLe mariage forcé‹ (Die Zwangsheirat) mit Musik von von »Jean-Baptiste Lully (1632-1687)

Christan Biet (2013, S.70-71) hat die Eröffnung des Festes beschrieben, die wir hier in der von DeepL angebotenen Übersetzung und hinzugefügten Links zur deutschen Version der Online-Enzyklopädie wiedergeben:

"Trotz des trüben Wetters und der Kälte des Frühlings am 7. Mai begeisterten die Parade am ersten Abend und das Divertissement des Saisons den Hofstaat. Vorausgegangen von einem antik gekleideten Herold, drei Pagen, darunter der des Königs, M. d'Artagnan, acht Trompetern und acht Paukenisten, zeigte sich der König ganz er selbst, in einer griechischen Verkleidung, auf einem Pferd mit einem mit Gold und Edelsteinen besetzten Zaumzeug. Die Prinzen, Herzöge, Grafen und Marquis folgten dem Helden. Die Menge war hingerissen, und trotz einiger Unfälle aufgrund des Schlamms und der Baustellen, die das im Bau befindliche Schloss übersäten – nur die fertiggestellten oder dekorierten Bereiche waren beleuchtet –, konnte die privilegierte Menge die Großen bewundern, die sich unter die Schauspieler mischten und den Garten mit ihrer hochmütigen Prahlerei erhellten. Die Schauspieler der Truppe von Molière wurden besonders bewundert. Der Frühling, dargestellt von La Du Parc, erschien auf einem spanischen Pferd. Man wusste, dass sie sehr schön war, man liebte sie als Kokette, sie war großartig. Ihre hochmütigen Manieren und ihre gerade Nase begeisterten die einen, ihre Beine, die sie gekonnt zur Schau stellte, und ihr weißer Hals versetzten die anderen in Aufruhr. Der dicke Du Parc, ihr Ehemann, hatte seine grotesken Rollen aufgegeben, um den Sommer auf einem mit einem prächtigen Sattel bedeckten Elefanten zu spielen. La Thorillière, als Herbst verkleidet, ritt auf einem Kamel vorbei, und alle bewunderten, wie dieser stolze Mann dem exotischen Tier seine natürliche Präsenz aufzwang. Schließlich schloss der Winter, dargestellt von Louis Béjart, den Zug auf einem Bären. Böse Zungen behaupteten, dass nur ein ungeschickter Bär sich an das Hinken des Dieners anpassen könne. Ihr Gefolge bestand aus achtundvierzig Personen, deren Köpfe mit großen Schüsseln für den Imbiss geschmückt waren. Die vier Schauspieler der Truppe Molières rezitierten dann unter dem Schein von Hunderten von grün und silbern bemalten Kerzenleuchtern, die jeweils mit vierundzwanzig Kerzen bestückt waren, Komplimente für die Königin." (Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Dieses Hoffest sollte "den Mythos vom goldenen Zeitalter konkretisieren und allegorisch auf das Zeitalter Ludwigs XIV, beziehen. In dem großen Aufmarsch in der Hauptallee der Gärten von Versailles, der zu Beginn des Festes das Thema verdeutlichen sollte, zog zwischen den Schauspielern der Truppe Molières als strahlenden Mittelpunkt der König in einem griechischen Kostüm mit. Die Maske verlieh seiner königlichen Person mythologische Dimensionen, die Ludwig IV, mit seinen Taten noch nicht erreicht hatte. Sie stellten eine Präfiguration dessen dar, was der König werden wollte, die Imago des vollkommenen Herrschers. Es war die Funktion der Verkleidung, zur gleichen Zeit ans Licht zu heben und zu vernebeln; die Blendung zu schaffen, die der hervorrufen muß, der – als Sonnengott – den Staat verkörpert." (Fischer-Lichte 1990/21999a, S.188)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 07.08.2026

  
   Arbeitsanregungen
  1. Beschreiben Sie, welche Merkmale die Fêtes à Versailles als barocke Hoffeste auszeichneten und welche Rolle dabei Theater, Musik, Tanz und weitere Künste spielten.
  2. Analysieren Sie, wie Ludwig XIV. die Festveranstaltungen und seine eigene Inszenierung nutzte, um seine Herrschaft zu legitimieren und das Bild des idealen Monarchen zu vermitteln.
  3. Erläutern Sie anhand des beschriebenen Hoffestes „Les Plaisirs de l’Île enchantée“ (1664), wie Mythologie, Allegorie und höfisches Zeremoniell zur politischen Repräsentation des französischen Königtums eingesetzt wurden.
 

 
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