▪
Württemberg zur Zeit Herzog Carl Eugens (1728-1793)
▪
Konkurrenzkampf und Prasserei: Absolutistische
Repräsentation von Macht
▪
Versailles in Schwaben: Ludwigsburg zur Zeit Carl Eugens
▪
Höfische Festkultur zur Zeit Carl Eugens
Der
Sonnenkönig »Ludwig
XIV.(1638-1715) hat in seinem »Schloss
Versailles unermesslich teure •
Hoffeste (»Fêtes
à Versailles) veranstaltet, die an allen Höfen Europas für
Bewunderung und Gesprächsstoff sorgten.
Dabei waren seine
Hoffeste stets ein "»Gesamtkunstwerk«",
ein "Zusammenspiel von Drama. Musik, Tanz, Feuerwerk und Maskenspielen"
(Brauneck 2012,
S.163) in einem monumentalen, phantastischen Arrangement, das zum
Glanz und der Größe des königlichen Souverän beigetragen sollte, auch
wenn "der sich mit der Veranstaltung solcher Feste oftmals in den
finanziellen Ruin treiben ließ." (ebd.)
Wo immer höfische Feste
gefeiert wurden, überall wurde der Raum, in dem das Fest stattfand, zur
Bühne: "Mitglieder des Hofes traten als Schauspieler auf, der König bzw.
der Kaiser spielte die Rolle des herausragenden Helden – »Jupiters,
»Apollons,
der Sonne usw. – und die übrigen Hofleute wurden auch außerhalb des
Bühnenraums nicht nach ihrem wirklichen Rang, sondern nach ihrer Rolle
angesprochen." (Fischer-Lichte
(ebd., S.40f.)) Und alles, ob reales und tatsächliches Ereignis oder
Fantasie und Fiktion konnte zum Gegenstand der Theatralisierung der Welt
werden.
Alewyn (1957a,
S.104) betont, dass jedes barocke Fest eine ausgedehnte und ausgewogene
Komposition aus vielen Elementen sei. Auch wenn jede Stunde eines
solchen Festes ihren eigenen Charakter habe und jeder Tag der
mehrtägigen Festveranstaltung unter einem anderen Motto stehe, sei das
Ganze stets durch eine leitende Idee miteinander verbunden. Die von den
einzelnen, in vergleichsweise schneller Abfolge inszenierten Elemente
und Attraktionen ausgehenden Reize sollten dabei auch dafür sorgen, dass
das Publikum keine Langeweile, Übersättigung und Übermüdung empfand.
Im Rahmen seiner
prunkvollen Hoffeste hat »Ludwig
XIV.(1638-1715) in seinem »Schloss
Versailles dabei unermesslich teure theatrale Großprojekte (»Fêtes
à Versailles) veranstaltet, die an allen Höfen Europas für
Bewunderung und Gesprächsstoff sorgten.
In den Jahren 1664 und
1668 hat »Ludwig
XIV.(1638-1715) zwei besonders herausragende Hoffeste veranstaltet.
1664 veranstaltete
Ludwig XIV. im Schloss Versailles das legendäre einwöchige Fest Les
Plaisirs de l’Île enchantée, um seine Mätresse Françoise-Louise de
La Baume Le Blanc vorzustellen. Inspiriert von Ariostos Orlando furioso
bot es 600 Gästen ein spektakuläres Programm aus Turnieren, Theater,
Ballett, Feuerwerk und Molières Komödien, begleitet von Musik Lullys.
Zur Eröffnung zog der
König in griechischer Verkleidung mit Hof und Schauspielern in einem
prachtvollen Umzug durch die Gärten. Molières Truppe stellte die
Jahreszeiten auf exotischen Tieren dar, gefolgt von Rezitationen und
Lichtern. Das Fest sollte allegorisch den Mythos des Goldenen Zeitalters
auf Ludwig XIV. beziehen: Der König erschien als strahlender Mittelpunkt
und inszenierte sich als zukünftiger vollkommener Herrscher, als
Verkörperung des „Sonnenkönigs“.
m Juli 1678 feierte
Ludwig XIV. den Sieg über die Freigrafschaft Burgund mit dem prunkvollen
Fest Divertissement de Versailles, das fünf Tage dauerte und enorme
Kosten verursachte.
Jeder Tag bot ein
aufwendig inszeniertes Programm: Opern und Ballette von Lully und
Quinault, Theaterstücke von Molière, prachtvolle Bankette,
Illuminationen, Bootsfahrten und spektakuläre Feuerwerke. Höhepunkt war
die Allegorisierung des Königs als Sonnengott und vollkommenen Herrscher
in mythologischer Verkleidung, die seine Macht und Glorie symbolisch
inszenierte. Versailles setzte damit neue Maßstäbe höfischer
Prachtentfaltung, mit denen nur wenige Höfe Europas – etwa Wien oder
Dresden – konkurrieren konnten.