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Hoffeste des Sonnenkönigs

Überblick

« Französischer Absolutismus und der Hof von Versailles  Die Herrschaft Ludwigs XIV. (1638-1715) Hofkultur in Versailles

 
GESCHICHTE
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Württemberg zur Zeit Herzog Carl Eugens (1728-1793)
Konkurrenzkampf und Prasserei: Absolutistische Repräsentation von Macht
Versailles in Schwaben: Ludwigsburg zur Zeit Carl Eugens
Höfische Festkultur zur Zeit Carl Eugens

Der Sonnenkönig »Ludwig XIV.(1638-1715) hat in seinem »Schloss Versailles unermesslich teure • Hoffeste  (»Fêtes à Versailles) veranstaltet, die an allen Höfen Europas für Bewunderung und Gesprächsstoff sorgten.

Dabei waren seine Hoffeste stets ein "»Gesamtkunstwerk«", ein "Zusammenspiel von Drama. Musik, Tanz, Feuerwerk und Maskenspielen" (Brauneck 2012, S.163) in einem monumentalen, phantastischen Arrangement, das  zum Glanz und der Größe des königlichen Souverän beigetragen sollte, auch wenn "der sich mit der Veranstaltung solcher Feste oftmals in den finanziellen Ruin treiben ließ." (ebd.)

Wo immer höfische Feste gefeiert wurden, überall wurde der Raum, in dem das Fest stattfand, zur Bühne: "Mitglieder des Hofes traten als Schauspieler auf, der König bzw. der Kaiser spielte die Rolle des herausragenden Helden – »Jupiters, »Apollons, der Sonne usw. – und die übrigen Hofleute wurden auch außerhalb des Bühnenraums nicht nach ihrem wirklichen Rang, sondern nach ihrer Rolle angesprochen." (Fischer-Lichte (ebd., S.40f.)) Und alles, ob reales und tatsächliches Ereignis oder Fantasie und Fiktion konnte zum Gegenstand der Theatralisierung der Welt werden.

Alewyn (1957a, S.104) betont, dass jedes barocke Fest eine ausgedehnte und ausgewogene Komposition aus vielen Elementen sei. Auch wenn jede Stunde eines solchen Festes ihren eigenen Charakter habe und jeder Tag der mehrtägigen Festveranstaltung unter einem anderen Motto stehe, sei das Ganze stets durch eine leitende Idee miteinander verbunden. Die von den einzelnen, in vergleichsweise schneller Abfolge inszenierten Elemente und Attraktionen ausgehenden Reize sollten dabei auch dafür sorgen, dass das Publikum keine Langeweile, Übersättigung und Übermüdung empfand.

Im Rahmen seiner prunkvollen Hoffeste hat »Ludwig XIV.(1638-1715) in seinem »Schloss Versailles dabei unermesslich teure theatrale Großprojekte (»Fêtes à Versailles) veranstaltet, die an allen Höfen Europas für Bewunderung und Gesprächsstoff sorgten.

In den Jahren 1664 und 1668 hat »Ludwig XIV.(1638-1715) zwei besonders herausragende Hoffeste veranstaltet.

Die "Les Plaisirs de d'Ile enchantée" (1664)

1664 veranstaltete Ludwig XIV. im Schloss Versailles das legendäre einwöchige Fest Les Plaisirs de l’Île enchantée, um seine Mätresse Françoise-Louise de La Baume Le Blanc vorzustellen. Inspiriert von Ariostos Orlando furioso bot es 600 Gästen ein spektakuläres Programm aus Turnieren, Theater, Ballett, Feuerwerk und Molières Komödien, begleitet von Musik Lullys.

Zur Eröffnung zog der König in griechischer Verkleidung mit Hof und Schauspielern in einem prachtvollen Umzug durch die Gärten. Molières Truppe stellte die Jahreszeiten auf exotischen Tieren dar, gefolgt von Rezitationen und Lichtern. Das Fest sollte allegorisch den Mythos des Goldenen Zeitalters auf Ludwig XIV. beziehen: Der König erschien als strahlender Mittelpunkt und inszenierte sich als zukünftiger vollkommener Herrscher, als Verkörperung des „Sonnenkönigs“.

"Divertissement de Versailles" (1668)

m Juli 1678 feierte Ludwig XIV. den Sieg über die Freigrafschaft Burgund mit dem prunkvollen Fest Divertissement de Versailles, das fünf Tage dauerte und enorme Kosten verursachte.

Jeder Tag bot ein aufwendig inszeniertes Programm: Opern und Ballette von Lully und Quinault, Theaterstücke von Molière, prachtvolle Bankette, Illuminationen, Bootsfahrten und spektakuläre Feuerwerke. Höhepunkt war die Allegorisierung des Königs als Sonnengott und vollkommenen Herrscher in mythologischer Verkleidung, die seine Macht und Glorie symbolisch inszenierte. Versailles setzte damit neue Maßstäbe höfischer Prachtentfaltung, mit denen nur wenige Höfe Europas – etwa Wien oder Dresden – konkurrieren konnten.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 07.08.2026

 

 
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