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Argumentationsmodell von Stephen Toulmin

Argumentationsschema

 
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Toulmins Argumentationsschema in allgemeiner Form

Das Argumentationsschema des Argumentationsmodells von Toulmin lässt sich in allgemeiner Form wie folgt darstellen.

So funktioniert das Schema

Eine strittige These/Schlussfolgerung wird durch Argumente begründet. Der Begründungsvorgang bzw. die Schlussfolgerung wird durch eine allgemein gehaltene Schlussregel ermöglicht, deren Relevanz für gleichartige Argumentationsgegenstände und für die vorliegende Argumentation gestützt wird. Um den Wahrscheinlichkeitsgrad oder Geltungsanspruch einer Schlussfolgerung zu gewichten, kann man die Aussage mit Operatoren modifizieren. Um die Anfechtbarkeit der implizierten Schlussregel zu vermindern, können im Rahmen der Argumentation Ausnahmebedingungen formuliert werden.

Die erfahrungsweltliche Fundierung des Syllogismus in der substantiellen Argumentation Toulmins

In seinem Argumentationsmodell geht Toulmin nicht von verschiedenen konkreten Argumentationstechniken aus, sondern richtet sein Interesse auf das Schema des Argumentierens.

Man hätte Toulmin jedoch gänzlich falsch verstanden, wenn man von seinem Argumentationsmodell "so etwas wie die 'richtige' Argumentation" ableiten wollte. Denn:

"Richtigkeit im Sinne von formaler Ableitbarkeit ist das falsche Ideal; stattdessen gehe es um substantiell Ergiebiges. Substantielle, d. h. inhaltlich gefüllte Argumentationen – das ist die immer wiederkehrende These – sind nicht einfach logisch schwache Argumentationen, sondern sie zeichnen sich durch etwas aus, was die noch so 'wahren' analytischen Argumentationen niemals erreichen: sie erzeugen neues Wissen." (Goettert 1978  S.14).

Toulmin knüpft mit seinem Modell an den klassischen Syllogismus an, auch wenn dieser eigentlich ein Instrument formalen Argumentierens darstellt. Seine Vorstellung substantieller Argumentation, der es um die Erzeugung von neuem Wissen geht, sprengt jedoch diesen formal-logischen Rahmen.

Toulmin setzt an die Stelle des alten Dreierschema von 1. und 2. Prämissen sowie Conclusio ein erweitertes Schema.

Darin wird im Gegensatz zum traditionellen Syllogismus, der mit der ersten Prämisse stets eine auf bestehendem Wissen beruhende Verallgemeinerung behauptet, auf die ganz konkrete Erfahrungsgebundenheit unserer Prämissen verwiesen.

"Verallgemeinerung", so betont Goettert (1978, S.14) sei für Toulmin "der Tod für die Gewinnung von neuem Wissen, weil man dann immer in einem abgeschlossenen Universum des unveränderlich 'Wahren'" lebe. Statt solcher in der formalen Logik fest fundierten und fest stehenden Verallgemeinerungen, "bewegt sich"  bei Toulmin die erste Prämisse in der konkreten Erfahrungswelt, mit deren ständigen Veränderungen sie sich auch selbst verändern kann und muss. " Konkrete Argumentationen mögen dann durchaus im Dreiertakt des Syllogismus verlaufen – man muss sich nur immer bewusst sein, dass dieser Dreiertakt nur unter der Voraussetzung einer für den Augenblick als allgemein betrachteten Prämisse zustande kommt." (ebd.)

vgl.

 
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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 18.12.2018

     
 

 
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