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Mind Mapping

Merkmale


Es gibt keine allgemeinverbindlichen Regeln für Mind Mapping. Ursprünglich war es gedacht als eine Art bildlicher Repräsentation von assoziativen begrifflichen oder symbolischen Elementen und Strukturen einer einzelnen Person - zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem bestimmten Thema.
Doch das grafische Gestaltungsprinzip (Baumstruktur mit prinzipiell unendlichen Verästelungen) erwies sich aber auch für die  Visualisierung anderer Dinge geeignet. Daher wurden durch ihre Übernahm auch konzeptionell andere Gebiete für Mind Mapping erschlossen, die sonst eher den so genannten Concept Maps überlassen waren. Zugleich verschob sich die Akzentsetzung weg von der kreativen Arbeitsmethode zur Ideenfindung hin zu einer vielfältigen Zwecken dienenden Visualisierungsmethode. Im Grunde genommen kann man drei verschiedene Mind Mapping-Konzepte voneinander unterscheiden.

Allgemeine Gestaltungsprinzipen bei der Visualisierung mit Mind Maps

  • Zunächst einmal besteht ein Mind Map aus einem umrahmten Kern. In diesem ist das Thema (allgemeiner Gegenstand, Sachverhalt oder Ereignis u. ä.) vermerkt, welches das Mind Map visualisieren soll. Der Kernbegriff steht an zentraler Position, normalerweise in der Mitte der Mind Map. Er ist umrandet und kann auch mit einem farblichen Hintergrund versehen werden.

  • Von diesem Kern gehen Verästelungen in Form von Ästen und Zweigen ab. Auf oder an diesen Ästen und Zweigen steht dann eine Bezeichnung, im Allgemeinen ein Wort oder Symbol. Diese Bezeichnung fungiert als Schlüsselwort für die Zweigelemente, die von diesem Ast abgehen. Dabei soll sie so angebracht sein, dass man sie möglichst aus einer Richtung lesen kann. Im Idealfall steht an den einzelnen Verzweigungen nur jeweils ein einzelner Begriff oder ein einzelnes Symbol. Als Begriff ist er stets Oberbegriff für die "hinter" ihm auf Ästen oder Zweigen angebrachten untergeordneten Begriffe. Gelingt es nicht, einen einzelnen Begriff zu finden, können auch kurze satzartige Formulierungen helfen. Noch besser ist es, in einem solchen Fall Bilder oder Symbole zu verwenden.

  • Vom Kern gehen im Allgemeinen nur wenige Hauptäste direkt ab. Sie können ihrer Bedeutung halber mit einer stärkeren Linienbreite als die nachfolgenden Unterzweige betont werden. Ebenso können sie mit unterschiedlichen Farben markiert oder, wenn es Sinn macht, auch umrandet werden.

  • Von den Hauptästen zweigen jeweils wieder Zweige und Unterzweige ab, die ihrerseits wieder als Begriffe in einer nach Ober- und Unterbegriffen hierarchisierten Verästelungsstruktur darstellen.

Mind Mapping als Strukturierungsmethode zur Visualisierung von Wissen

Mit den Gestaltungsprinzipien, die beim  Mind Mapping als Konzept zur Ideenfindung in einem kreativen Prozess verwendet werden, lassen sich auch andere Prozesse, Operationen und Sachverhalte visualisieren. Die vielfältig verzweigbare Verästelungsstruktur lässt sich nämlich sehr gut zur (logischen) Strukturierung von Wissen und dessen Visualisierung verwenden. Hauptäste, Äste, Zweige und Unterzweige bilden dann eine Begriffshierarchie ab, die ein bestimmtes Themengebiet mit Hilfe von Ober- und Unterbegriffen erschließen und gliedern.
Im Grunde genommen wird beim Mind Mapping diese Gliederung  eines Themas oder Sachgebiets grafisch umgesetzt. Wer eine Software zur Erstellung von Mind Maps nutzt, kann in der Regel zwischen einer "Map-Ansicht" und einer "Gliederungsansicht" wechseln. Beim Wechsel zur Gliederungsansicht wird die dem Mind Map zugrunde liegende Begriffshierarchie in eine hierarchische, in der Regel im Dezimalsystem gestaltete Gliederung "übersetzt" (transformiert).

In der Gliederungsansicht des Programms Mindjet MindManager Pro 9.0 sieht das vorstehende Mind Map wie unten abgebildet aus.

Die Qualität dieser Gliederung hängt von der Qualität der einzelnen Begriffe ab. So müssen z. B. die an den Hauptästen angebrachten Oberbegriffe auf der gleichen Ebene liegen. d. h. einen ähnlichen Abstraktionsgrad und vergleichbaren Begriffsumfang haben. Ähnlich verhält es sich bei anderen Verästelungen, die von bestimmten Unterbegriffen ausgehen. Diese begrifflich-kategoriale Strukturierung stellt, wenn man so will, das logische Gerüst, eines Mind Maps dar, das Wissen visualisieren soll.
Ähnliches, indessen mit bedeutend mehr Spielraum, gilt auch für Anwendungen von Mind Maps in den unterschiedlichsten Bereichen.

Im schulischen Bereich ergeben sich eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. So kann man

  • eine verkürzte Art des Unterrichtsprotokolls als Mind Map auf einer Folie o. ä. gestalten, um im Unterricht den Verlauf zeitgleich zu dokumentieren.
  • eine Art Übersichtsmap bei Texterarbeitungen erstellen, die - sofern erforderlich - später, z.B. bei schriftlichen Formen der Textarbeit, in Fließtext ausgearbeitet werden können.

Die Liste möglicher Visualisierungen mit Mind Maps lässt sich fast beliebig fortsetzen. Oft steht Mind Mapping dabei in der Nähe des Concept Mapping, ohne jedoch die Komplexität dieser Methode mit ihrer Darstellung von Relationen zwischen Konzepten und der Herausarbeitung von Propositionen (Aussagen) zu erreichen. Beispiele zeigt die nachfolgende Liste oder sind an anderer Stelle aufgeführt.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 06.09.2016

 

  

 
 

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