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Mind Mapping

Überblick


Mind Mapping ist zunächst einmal eine Arbeitstechnik, die zur Visualisierung nahezu beliebiger Sachverhalte und Ereignisse verwendet wird. Miittlerweile existieren jedoch eine ganze Reihe von Vorstellungen darüber, was ein Mind Map überhaupt ist und wie es auszusehen hat. Und nicht selten geht alles als Mind Map durch, was irgendwie eine Art (Begriffs-)Karte ergibt.
Verschiedene Softwarehersteller konkurrieren auf dem Markt mit Software zur Erstellung von Mind Maps auf elektronischem Weg miteinander und setzen auf ihre Art und Weise Standards für die Gestaltung von Mind Maps.

Es gibt jedoch keine allgemeinverbindlichen Regeln für Mind Mapping. Ursprünglich war es gedacht als eine Art bildlicher Repräsentation von assoziativen begrifflichen oder symbolischen Elementen und Strukturen einer einzelnen Person. Die Visualisierung sollte dabei auch das Wiedererinnern der als Gesamtbild dargestellten Zusammenhänge erleichtern, Damit sollte sie helfen, diese als Bild im Gedächtnis zu behalten. Gerade darin wurde gemeinhin der besondere Nutzen von Mind Mapping für Lernprozesse gesehen. Diesen Zielen waren die Gestaltungsprinzipien eines Mind Maps untergeordnet.
Die Baumstruktur mit ihren prinzipiell unendlichen Verästelungen wird inzwischen auch zur Visualisierung anderer Dinge verwendet. So wurden durch die Adaption grafischer Gestaltungsprinzipien auch konzeptionell andere Gebiete Mind Mapping erschlossen, die sonst eher den so genannten Concept Maps überlassen waren. Zugleich verschob sich die Akzentsetzung weg von der kreativen Arbeitsmethode zur Ideenfindung hin zu einer vielfältigen Zwecken dienen Visualisierungsmethode.
Uter dem Aspekt ihrer über das reine Visualisieren hinausreichenden Funktionen kann man drei verschiedene Mind Mapping-Konzepte voneinander unterscheiden. Als Technik zur Visualisierung von Wissen dient es dazu, Wissen (Faktenwissen, Anwendungswissen, Handlungswissen) in strukturierter Form zu visualisieren. Darin ähnelt Mind Mapping dem Concept Mapping, von dem es sich allerdings auch deutlich unterscheiden lässt. Und auch seine Beziehung zum Clustering weist Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede auf. Die komplexe Arbeitsaufgabe, die bei der Erstellung eines Mind Maps zur Visualisierung von Wissen, zu bewältigen ist, verlangt dazu einen mehrere Arbeitsschritte umfassenden Mind Map-Prozess zu durchlaufen, der auf unterschiedlichen Kompetenzen beruht bzw. zu deren Ausbildung beiträgt.

 

Sieht man Mind Maps ab, die vor allem als Bildkunstwerk verstanden werden wollen, wird Mind Mapping gewöhnlich mit zwei verschiedenen Konzepten verbunden.

  • Zum einen stellt Mind Mapping eine Methode zur Visualisierung von strukturiertem Wissen dar. Damit lassen sich unterschiedliche Sachverhalte, Ereignisse oder Objekte anschaulich visualisieren. Zugleich lassen sich diese Gegenstände auf der Grundlage der grafischen Gestaltungselemente (Äste und Zweige) in eine hierarchische Struktur bringen. Das Gestaltungsprinzip hierarchischer Strukturierung kann dabei auch komplexe Zusammenhänge in eine leicht verständliche Form bringen.

  • Zum anderen stellt Mind Mapping in seiner ursprünglichen Konzeption eine kreative Arbeitsmethode zur Ideenfindung und zur Visualisierung dieses Prozesses dar. So verstanden dient es als eine Art bildlicher Repräsentation subjektiver begrifflich-assoziativer oder symbolisch-assoziativer Strukturen. Es stellt dann "das ursprüngliche Denkmuster" (Beyer, 1995) der Person zu einem Sachverhalt, Ereignis oder Objekt dar.

In einer vereinfachten Darstellung zeigt die nachfolgende Concept Map die unterschiedliche Ausrichtung der beiden Mind Mapping-Konzepte:

Mind Maps zur Visualisierung von Texten

Der Unterschied der beiden Konzepte ist für den Einsatz von Mind Mapping in der Schule sehr wichtig. Schülerinnen und Schüler, denen nicht klar ist, welchem Konzept von Mind Mapping sie zur Bewältigung bestimmter Aufgaben folgen sollen, stellen häufig ungeeignete oder nicht hinreichende Mind Maps her. Werden z. B. im Rahmen von Prüfungen Aufgaben zur Visualisierung von Texten gestellt, kann das mangelnde Verständnis der zu bewältigenden Arbeitsaufgaben schnell zu vielleicht sogar grafisch ansprechenden, aber wenig aussagekräftigen Visualisierungen führen.
Bei der Visualisierung von Texten in Form von Mind Maps, der Visualisierung von (Text-)Wissen also, ist die hierarchische Strukturierung (Gliederung) des Inhalts, der Aussagen oder Argumente die grundlegende Leistung, die nach der Erfassung des Textes vor und während der Gestaltung des Mind Maps erbracht werden muss (vgl. Die komplexe Arbeitsaufgabe, Arbeitsschritte).
Nur dann können sie in etwa mit Prinzipdarstellungen wie Strukturbildern (
Strukturbilder gestalten) oder Concept Maps verglichen werden, die schließlich über die räumliche Anordnung von hierarchisierten Begriffen und Konzepten noch mit gerichteten Pfeilen und eventuell daran angebrachten Beschriftungen oder mit Linking Words in den Concept Maps Relationen abbilden und diese zu Aussagen (Propositionen) formen.
Die Strukturierung nach Ober- und Unterbegriffen und ihre ansprechende, anschauliche und den allgemeinen Gestaltungsprinzipien entsprechende Mind Map-Form sind zumindest gleichwertige Leistungen. Freilich wiegt die kognitive Kompetenz beim Strukturieren gewöhnlich mehr als die ästhetisch-funktionale Gestaltungskompetenz bei der Umsetzung. (→
Arbeits- und Prüfungsaufgabe Visualisieren)

Als Visualisierungsmethode kann Mind Mapping unterschiedlichen Zwecken dienen. Im schulischen Kontext kann man damit u. a.


 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 06.09.2016

 

  

 
 

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