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Die Geschichte der Parteien und des
Parteiensystems
in der
Bundesrepublik Deutschland ist seit der Gründung der Bundesrepublik im
Jahre 1949 mit dem Vorhandensein und der weiteren Entwicklung bestimmter
gesellschaftlicher
Konfliktlinien
verbunden, die dafür sorgten, dass
sich ein so oder so geartetes Parteiensystem ausbildete. Dabei kann man
drei Phasen unterscheiden:
Eine andere Einteilung (v. Alemann 2010, S.48-96) geht von 5 Phasen aus: 1. Formierungsphase von 1945-1953, 2. Konzentrierungsphase von 1953-1976, 3. Transformationsphase von 1976-1994, 4. Stabilisierungsphase 1994-2002 und 5. Fluide Phase seit 2002
1949-1953: Die Traditionsphase Nach der ersten »Bundestagswahl
im Jahr 1949, erlangte die
CDU/CSU
die meisten Stimmen. Die beiden "Schwesterparteien"
bildeten dabei gemeinsam
eine neue christliche "Union", die den Rahmen des politischen
Katholizismus der Weimarer Zeit, wie ihn die
Zentrumspartei repräsentierte, hinter sich ließ, die aber von
einigen als Deutsche Zentrumspartei (DZP) auch noch zur Wahl angetreten
war.
Was die Konfliktlinien betraf, hatten in den Nachkriegsjahrzehnten bestimmte
gesellschaftliche Grundkonflikte der Weimarer Zeit ausgedient oder
hatten deutlich an Bedeutung verloren.
Die Parteien besaßen im Parteiensystem nach 1949 und in den fünfziger Jahren einen hohen Anteil an Stammwählern und auch die Mitglieder des jeweiligen Parteiapparates stammten aus sozial abgegrenzten Gruppen. Da sich die beiden maßgebenden Konfliktlinien jedoch nicht völlig überlagerten, wie dies später in den siebziger Jahren der Fall war, sondern sich stattdessen kreuzten (crosscutting cleavages), wurde in den 1950er und 1960er Jahren des vorigen Jahrhunderts daraus ein "Parteiensystem, dessen Anhängerschaft sich aus vier verschiedenen Stammgruppen rekrutierte" (v. Alemann 2010, S.119.):
Für v. Alemann (1994, S.282) stellen sich die Konfliktlinien, die das Parteiensystem der Bundesrepublik in den fünfziger und sechziger Jahren erzeugten, wie in der Abbildung dar. Sie zeigt auch, dass die zwei gesellschaftlichen Grundkonflikte ausreichten, um ein Parteiensystem zu erzeugen, das überschaubar war. Was das Parteiensystem der frühen Bundesrepublik aber doch deutlich von der Weimarer Zeit unterschied, war, dass sich zwischen den Parteien der Regierungskoalition unter dem CDU-Kanzler »Konrad Adenauer (CDU/CSU, FDP, DP) und der demokratischen Opposition (SPD, Zentrum) mit dem Sozialdemokraten »Kurt Schumacher an der Spitze eine eindeutige, aber insgesamt gemäßigte Polarität ausgebildet hatte (vgl. Rudzio 2015, Kap. 4.2. a) (→Die Weimarer Parteien im Links-Rechts-Schema) Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 16.08.2016
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Arbeitsanregungen: |
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