Deutschland musste im
•
Dreißigjährigen Krieg
(1618-1648)
beträchtliche, regional sehr unterschiedliche Bevölkerungsverluste
hinnehmen, wie sie auch das nachfolgende Diagramm verdeutlicht.

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Dabei entwickelte sich
die
Bevölkerung vom Spätmittelalter bis zur
Mitte des 18. Jahrhunderts, Schätzungen zufolge, wie folgt:
|
Spätmittelalter |
12 bis 13
Mio. |
um 1700 |
15 Mio. |
|
um 1600 |
15 Mio. |
um 1750 |
16-18. Mio. |
|
um 1650 |
10 Mio. |
|
|
(nach W. Buchholz, Raum und Bevölkerung in der
Weltgeschichte, Bd. 3, Würzburg:
Ploetz-Verlag 1966, S.46)
Gesamtverluste
Die großen
Menschenverluste, die der •
Dreißigjährige Krieg
(1618-1648) brachte, können wegen großen Wanderungsbewegungen zwischen Stadt und Land,
die in dieser Zeit stattfanden, nur als ein sehr grobes Bild dargestellt
werden. Man schätzt die Zahl der "Verluste auf dem Lande [...] im Allgemeinen auf etwa 35 bis 40 v. H.
[...] , die der Städte auf 25 bis 30 v. H., wobei die Städte immer
relativ schnell einen Teil der Verluste durch Flüchtlinge vom Lande
ausgleichen konnten (insgesamt Rückgang der Bevölkerung in Deutschland von
etwa 16 Mill. auf 10 bis 11 Mill. Einwohner)."(Hennig
1974, S.242)
In Deutschland
jedefnfalls dauerte es wohl drei bis vier Generationen bis etwa zu
Beginn der 1740er Jahre der Bevölkerungsstand von 1618 wieder erreicht
wurde. (vgl. Schmidt 2009,
S.23)
Einzelne Angaben
Aus den Verhältnissen
in einzelnen Regionen lässt sich das gesamte Ausmaß in groben Zügen
rekonstruieren.
-
Im
Herzogtum Württemberg, das 1618 etwa 400.000 Einwohner gehabt
haben soll, leben 1648 nur noch 50.000 Menschen.
-
In der Grafschaft
Henneberg verminderte sich die Einwohnerzahl von
60.000 auf 16.000.
-
In
Frankenthal (Pfalz) gab es von ehemals 18.000 Menschen nur noch
324.
-
In der schlesischen
Stadt Löwenberg (am Bober) lebten von ehemals
6.500 Menschen gerade noch 40. Erst im 20. Jahrhundert konnte die Stadt
ihre Größe von 1618 wieder erreichen!)
-
Ganze Ortschaften waren menschenleer, wobei mauerbewehrte Städte in
der Regel weniger betroffen waren als das offene Land, über das
sämtliche Soldatengruppen herfielen. (vgl.
Hennig 1974, S.242)
-
In
Dortmund verloren in den Jahren 1635 und 1636 910 Menschen ihr
Leben durch die Pest. Wegen der gleichzeitigen Beschießung der Stadt,
setzte eine starke Fluchtbewegung ein, so dass binnen kürzester Zeit 2/3
der Bevölkerung der Stadt ausgewandert oder an den Folgen von Krieg und
Pest gestorben waren.
(vgl. E. Kayser, Bevölkerungsgeschichte
Deutschlands, Leipzig, 3. Aufl. 1943, S.339f.)
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
07.08.2026