teachSam- Arbeitsbereiche:
Arbeitstechniken - Deutsch - Geschichte - Politik - Pädagogik - PsychologieMedien - Methodik und Didaktik - Projekte - So navigiert man auf teachSam - So sucht man auf teachSam - teachSam braucht Werbung


deu.jpg (1524 Byte)

 

 

Komödie der Aufklärung

Die Komödien der "Gottschedin"

« Literaturepochen Aufklärung (1720-1785) « Drama der Aufklärung Formen

 
FAChbereich Deutsch
Glossar
Literatur Autorinnen und Autoren Literarische Gattungen Literaturgeschichte Didaktische und methodische Aspekte Überblick Literatur auf dem Weg in die Moderne Literaturepochen Überblick Epochenüberblick Literatur des Mittelalters (ca. 750-1500) Frühe Neuzeit, Renaissance und Humanismus (1300-1600) Barock (1600-1720) Aufklärung (1720-1785) Didaktische und methodische Aspekte ÜberblickHistorischer Hintergrund Einzelne Aspekte der Epoche Überblick Wichtige Vertreter und ihre Werke in der Epoche Wichtige Literaturtheorien im Überblick • Theater und Theaterwesen im 18. Jahrhundert Drama der Aufklärung Überblick Dramentheorie Formen Überblick [ Komödie • Überblick Literarisierung der Komödie durch Johann Christoph Gottsched Die Komödien der "Gottschedin" ] Textauswahl BausteineFragen und Antworten (KI) Textauswahl Bausteine Fragen und Antworten (KI) Empfindsamkeit (1740-1780)  Sturm und Dang (1760-1785) Weimarer Klassik (1786-1805) Jakobinismus (1789-1796) ▪ Romantik (1793-1835) Biedermeier (1820-1850) Das junge Deutschland und die politische Dichtung des Vormärz(1830-1850) Realismus (1850-1890) Naturalismus (1880 - 1910)  ▪ Gegenströmungen zum Naturalismus (1890-1930) Expressionismus (1910-1925)Literatur der Weimarer Republik (1918-1933) Deutsche Exilliteratur (1933-1945)  ▪ Literatur nach 1945 Literatur nach 1989 Literatur im 21. Jahrhundert Motive der Literatur Grundlagen der Textanalyse und Interpretation Literaturunterricht Schreibformen  Operatoren im Fach Deutsch
 

Johann Christoph Gottsched: Von Comödien oder Lustspielen (1730, Auszüge)

Die Abkehr vom "Pöbeltheater" der Wandertruppen, die »Johann Christoph Gottsched (1700-1766) zusammen mit mit • Caroline Neuber (1697-1760) maßgeblich voranbrachte, wurde auch durch die literarische Produktion von »Luise Adelgunde Victorie Gottsched (1713-1762) geb. Kulmus, der Ehefrau des Leipziger Philosophen, gefördert.

Während »Johann Christoph Gottsched (1700-1766) durch eigene Stücke wie z. B. »"Sterbender Cato" Pionierarbeit für das Trauerspiel leistete, nahm sich seine Frau »Luise Adelgunde Victorie Gottsched (1713-1762) geb. Kulmus, die zu den bekanntesten schreibenden Frauen im 18, Jahrhundert gehört, die Komödie vor. Die "Gottschedin" kann mit Fug und Recht zu den • Aufklärerinnen im 18. Jahrhundert Zeit gezählt werden.

"Ihre »Pietisterey im Fischbein-Rocke (1736), die wie Gottscheds »Cato auf ausländischen Vorbildern basiert, zeugt wie ihre anderen Lustspiele (Die ungleiche Heyrath; Die Hausfranzösin; Das Testament; Der Witzling) von ‹einer bemerkenswerten satirischen Ader, von Witz und insgesamt von einem dichterischen Talent‹, wie in der neueren Forschung zunehmend bemerkt wird." (Stephan 1992, S.134)

Allerdings gibt es dazu auch andere Stimmen. So halten Klotz/ Mahler/Müller/Nitsch/Plocher (2013, S.396 Kindle Edition) "die moralsatirischen Lustspiele, die Gottscheds Ehefrau Luise Adelgunde nach den Leitlinien des Gatten schrieb", für zwar "gut gemeint", aber "nur mäßig gelungen", da sich ihre "Spaßigkeit" eigentlich im Titel erschöpfe. Es seien im Grunde genommen "auf Rollen verteilte milde Pamphlete, worin Vernünftigkeit und uneitle Tugend – voraussehbar und pünktlich – über frömmlerische und geistreichelnde Anmaßung die Oberhand gewännen. Verglichen mit den Lustspielen ihres dänisch-norwegischen Vorbildes »Ludvik Holberg (1684-1754), verkümmerten sie "zu kleinlich provinzieller Moralisiererei" (ebd.), bei der eigentlich nirgends eine irgendwie geartete Bühnenkomödiantik spürbar sei. (vgl. ebd.)

Dessen ungeachtet ist die »Pietisterey im Fischbein-Rocke (1736) der "Gottschedin" dabei, wie Stephan weiter betont, nicht nur wegen ihrer unter formalen Aspekten neuen Komödienform wichtig, "sondern auch als ein Dokument des antiklerikalen Kampfes der Frühaufklärung. Mit Spott zieht sie gegen den Pietismus ihrer Zeit zu Fehde und brandmarkt alle obskurantistischen und mystischen Züge, die sie in dieser Bewegung vorzufinden glaubt. In Herrn und Frau Glaubeleicht, in Magister Scheinfromm, im jungen Herrn von Muckersdorff und zahlreichen anderen Personen mit sprechenden Namen spießt sie die falsche Frömmigkeit und religiöse Schwärmerei auf und formuliert eine Kritik am Pietismus" (ebd.), die sogar dazu führte, dass das Lustspiel in das Visier der • Zensur geriet und per Kabinettsordre von dem »preußischen König »Friedrich Wilhelm I. (1688-1740) 1737 in Berlin, aber auch in Königsberg verboten wurde. Buchhändler, die es vertrieben, wurden zeitweilig festgesetzt und verhört und zahlreiche Buchexemplare wurden beschlagnahmt.

Die Verfasserin des Stücks, das von ihrem Mann besonders deshalb hochgeschätzt wurde, weil es klar der »Gegenaufklärung der Zeit den Kampf ansagte, sorgte dennoch dafür, dass das Stück seine Leserinnen und Leser fand. Unbeeindruckt von dem Gegenwind, der ihr entgegenblies, ließ sie es, um der seit 1530 geltenden • Impressums-Pflicht zumindest nach außen hin Genüge zu leisten, anonym und mit falscher Verleger- und Ortsangabe drucken. (vgl. ebd., S.135)

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 06.09.2025

   
 

 
ARBEITSTECHNIKEN und mehr
Arbeits- und Zeitmanagement Kreative Arbeitstechniken Teamarbeit ▪ Portfolio ● Arbeit mit Bildern  Arbeit mit Texten Arbeit mit Film und VideoMündliche Kommunikation Visualisieren PräsentationArbeitstechniken für das Internet Sonstige digitale Arbeitstechniken 

 
  Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA)
Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von
externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de
-
CC-Lizenz