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Aufbau des Dramas

Komposition des Dramas

Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) Nathan der Weise

 
Fachbereich Deutsch
Glossar Literatur Literarische Gattungen Dramatische Texte Autorinnen und Autoren Gotthold Ephraim Lessing   Nathan der Weise
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Die Komposition (Struktur) von ▪ LessingsNathan der Weise lässt sich in einer pyramidalen Struktur darstellen, wie sie von Freytag (1863) entwickelt worden ist und bei ▪ Dramen der geschlossenen Form zu finden ist.

In diesem Modell stellt die ▪ Ringparabel (III,7) mit ihrer formalen wie inhaltlichen Zentralstellung der Bühnenhandlung (plot) den Höhepunkt/Wendepunkt (Peripetie) des dramatischen Geschehens dar, weil sie mit dem von ihr bewirkten Ausgleich von Macht (Saladin) und Weisheit (Nathan) erst den glücklichen Fortgang der Handlung ermöglicht.

Unter dem Blickwinkel der ▪ Archetonik des "Nathan" als analytisches Drama ist der Höhepunkt der Handlung (story) dagegen (erst) erreicht, wenn die Familienverhältnisse vollkommen enthüllt und allen Beteiligten klar sind und es zur Wiederherstellung der (muslimischen) Familie ▪ Saladins, Sittahs und ihrem Neffen (▪ Tempelherr) und ihrer Nichte (▪ Recha) in der Schlussszene des Dramas ( ▪ V,8 ) kommt.

 

1. Akt: 
Einführung in die Lebenswelt von ▪ Nathan, in das auslösende Geschehen (die Rettung ▪ Rechas). Alle drei Religionen werden vorgestellt.

2. Akt: 
Vertiefung durch die Darstellung der Lebenswelt des Sultans ▪ Saladin; Freundschaft Nathan - ▪ Tempelherr

3. Akt: 
Zentrale Kompositionsfigur: ▪ Ringparabel; erster Höhepunkt des Geschehens und erste mögliche Lösung

4. Akt: 
Retardierendes Moment: Durch das Eingreifen des ▪ Patriarchen wird die schlimmstmögliche Wendung möglich.

5. Akt: 
Glückliche Lösung dargestellt im Motiv der wieder gefundenen Familie als Sinnbild der Weltfamilie.

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 28.07.2026

 

 
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