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 Fachsprachen

Überblick

« SoziolinguistikVarietäten der deutschen Sprache

 
FAChbereich Deutsch
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Eine ▪ Fachsprache dient als ▪ Varietät der präzisen und effizienten Kommunikation innerhalb eines bestimmten Berufs- oder Wissensgebiets bzw. Kommunikationsbereichs. Fachsprachen erweitern mit ihrer Speicherleistung unser Wissen und "ermöglichen den ökonomischen, differenzierten und präzisierten Ausdruck von Sachverhalten, die Skizzierung und Formulierung neuer Sachverhalten, die Kommunikation über Sachverhalte ohne Vorurteile, Vagheiten und Nebenbedeutungen. (vgl. Lewandowski 51990, Bd.I, S.294)

Abgrenzungen

Wissenschaftlich gesehen ist die Abgrenzung der Fachsprache von der Gemeinsprache (Standarsprache) bis heute nicht eindeutig gelungen, was aber den heuristischen Wert des Begriffs, vor allem im Umfeld des Deutschunterrichts, nicht wirklich mindert.

Fachsprachen haben im Allgemeinen ein eigenes Lexikon, ein »Fachvokabular, das aus » Fachbegriffen (Fachtermini) und ▪ Fremdwörtern besteht. Es ist außerhalb des Fachgebietes sehr ungebräuchlich oder einzelne Wörter haben in ihm eine andere Bedeutung als gemeinsprachlich. Auch Grammatik und Intonation können sich unterscheiden. Ein einzelner Fachbegriff einer Fachsprache wird auch als »Terminus technicus oder kurz »Terminus bezeichnet. Die Gesamtheit aller Termini eines Fachgebiets bildet eine »Terminologie.

Von den Fachsprachen unterscheidet man die »Sondersprachen und die so genannten Jargons als Sprachen bestimmter sozialer oder beruflicher Kreise. Als Jargon wird die Fachsprache zum Fachjargon oder wie man sagt, zum Fachlatein oder leicht abwertend zum Fachchinesisch.

Die »Fachsprache unterscheidet sich von der Alltagssprache vor allem durch ihre Funktion: Missverständnisse sollen ausgeschlossen und komplexe Sachverhalte extrem verdichtet werden. Für die Fachleute führt diese Verdichtung, die durch verschiedene morphologisch-syntaktische Elemente auf Wort- und Satzebene erreicht wird, zu "Dichte, Überschaubarkeit und Präzision" (ebd.), für den Laien wird sie aber gerade dadurch oft schwer verständlich.

Dabei geht der Vorwurf, Fachtexte seien zu schwer verständlich, eigentlich an der Sache vorbei. Berechtigt ist er, wenn die Fachsprache als Fachjargon missbraucht wird und damit aus reinem Imponiergehabe in der Kommunikation zu einer Art Prestigesprache wird. "Die Meinung jedoch", betont Lewandowski (51990, Bd.I, S.295) weiter, "dass immer, wenn jemand etwas nicht versteht, die F(achsprachen) daran schuld seien, verkennt den Zusammenhang von Sachwissen und Sprachwissen, von kognitiven Leistungen und sprachlichem Können. Ein Begriff bzw. ein Terminus der F(achsprachen) ist nicht eine Vokabel, die man kennt oder nicht kennt; er ist die Kondensation eines oft komplizierten Zusammenhangs, den man nicht automatisch mit dem Wort mitversteht, sondern den man mit Hilfe kognitiver Leistung (Vergleichen, Folgern, Problemlösen usw.) im intellektuellen Sinne verstehen und sich aneignen muss."

Allgemeine Merkmale von Fachsprachen

Jede Fachsprache – ob in der Medizin, IT oder im Handwerk – lässt sich durch ein paar typische Eigenschaften auf Wort- und Satzebene beschreiben.

Wortebene

Auf der Wortebene zeichnen sich Fachsprachen vor allem durch ihre "Kompaktheit und Kondensation des Ausdrucks mit hoher Frequenz von Substantiven und Substantivierungen" (ebd.) aus.

Terminologie (Fachwortschatz)
Verwendung von exakten Fachbegriffen (Termini), die innerhalb des Fachgebiets eine eindeutige Bedeutung haben (z. B. Generative KI in der Informatik).

Eindeutigkeit (Monosemie)
Während Alltagswörter oft viele Bedeutungen haben, wird in der Fachsprache angestrebt, dass ein Wort genau eine feste Bedeutung hat.

Abstraktion und Verdichtung
Komplexe Vorgänge werden in kompakte Substantive verpackt (z. B. Lipolyse für den Fettabbau). Dadurch entstehen oft lange Wortzusammensetzungen.

Satzebene

Die Sätze der Fachsprachen sind im Allgemeinen komplex und im ▪ Nominalstil formuliert. Dabei werden die nominalen Glieder der Sätze immer wieder durch Attribuierung ausgebaut und erweitert.
Beispiel: Die Ablehnung der Vorlage des Antragstellers kann erst nach Einholung eines auf der Grundlage fundierter Detailkenntnis beruhenden Gutachtens des zuständigen Ausschusses erfolgen.

Häufig werden dabei die Satzverbindungen, die gewöhnlich mit Konjunktionen erfolgen, in Präpositionen umgebildet. Dadurch entstehen oft komplexe ▪ Präpositionalphrasen.
Beispiele: weil/dawegen, infolge von; wennnach. (vgl. ebd.)

Auch z. T. sehr komplexe Partizipialgruppen lassen sich in den Fachsprachen vermehrt aufspüren.
Beispiel: "Eine der häufigsten Infektionskrankheiten, meistens durch hämolisierende Streptokokken, seltener durch Staphylo- ider Pneumokokken ... ausgelöst, kann auch in Verbindung mit viralen Infektionen auftreten." (ebd.)

Stilebene

Generell bedienen sich Fachsprachen eines ▪ begrifflichen Stils. Im Vordergrund steht dabei ein sachlicher, oft unpersönlicher ▪ Nominalstil, der den Anspruch erhebt, von Emotionen frei ein "objektives" Bild seines Gegenstandes zu entwerfen.

Beispiele von Fachsprachen

Einige Fachsprachen heben sich besonders deutlich von der Umgangssprache ab. Neben der ▪ juristischen Fachsprache sind dies unter anderen auch die folgenden Fachsprachen:

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.05.2026

 
 

 
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