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Literaturepoche Aufklärung 1720-1785 »Der
Begriff Aufklärung (Wikipedia)
Männliche Vertreter •
Aufklärung lassen sich in einer nahezu
beliebig langen Liste
aufführen, wobei die Kriterien, die zur Aufnahme in eine solche Liste
führen können, vor allem davon abhängen, wen man aufgrund welcher
Beiträge zur Entwicklung der Epoche zu den Aufklärern zählt.
Dass es grundsätzlich
nicht nur die männlichen Philosophen sein können, wie die von »Voltaire
(1694-1778) maßgeblich vertretene •
Aufklärungserzählung weismachen will, dürfte weitgehend unbestritten
sein.
Dennoch hat sich im
kollektiven Gedächtnis - und in den Lehrbüchern - stets eine mehr oder
weniger große Anzahl "wichtiger" und "großer" Männer verankert, zu denen
die hier näher dargestellten Philosophen gehören.
Betrachtet man die •
Aufklärung als gesamteuropäische
Phänomen und/oder Epoche, dann zählen
John Locke (1632-1704), Montesquieu (1689- 1755),
Voltaire (1694-1778),
Jean-Jaques Rousseau (1712-
1778), Denis Diderot (1713-1784) und
Immanuel Kant
(1724-1804) wohl zu den wichtigsten männlichen Vertretern der europäischen
Aufklärung.
Der englische Philosoph
»John
Locke (1632-1704) lehrte, dass Menschen von Natur aus frei und
gleich sind und unveräußerliche Rechte auf Leben, Freiheit und Eigentum
besitzen. Regierungen entstehen seiner Auffassung nach nur durch
Zustimmung der Regierten und dürfen bei Rechtsverletzungen gestürzt
werden.
Locke begründet den »Empirismus
und damit die Auffassung, dass alles Wissen aus Erfahrung gewonnen
wird. Der menschliche Geist ist daher für ihn bei der Geburt eine tabula
rasa (unbeschriebenes Blatt).
In seiner
Erkenntnistheorie unterscheidet er zwischen primary qualities
(objektive Eigenschaften wie Form, Bewegung) und secondary qualities
(subjektive Sinneseindrücke wie Farbe, Geschmack).
Seine Naturrechtslehre
postuliert, dass jeder Mensch unveräußerliche Rechte auf Leben,
Freiheit und Eigentum besitzt.
Auch die Toleranz und
Glaubensfreiheit sind für ihn Grundrechte der Menschen, die auf der
Voraussetzung beruhen, dass Staat und Kirche voneinander getrennt sind.
In seinem
Hauptwerk »"Two treatises of
government" entwickelt er seine politische
Philosophie. Im Kern erklärt sie Gleichheit, Freiheit und Recht auf
Unverletzlichkeit von Person und Eigentum zu den höchsten Rechtsgütern.
Zugleich bindet sie jede Form legitimer Herrschaft an die Zustimmung der
Regierten, die einen Gesellschaftsvertrag begründet, der die Beziehung
zwischen Volk und Regierung als ein Vertragsverhältnis einer freien
bürgerlichen Eigentümergesellschaft versteht. Damit begründet er auch
das Widerstandsrecht der Regierten gegenüber einer Regierung, die diesen
Vertrag missachtet.
Lockes Staatstheorie
hat die »amerikanische
Unabhängigkeitserklärung (1776), den im Zuge der
Französischen Revolution (1789-1799) entstandenen
Verfassungsentwurf (1791) sowie die ganze Entwicklung des
bürgerlich-liberalen Verfassungsstaates bis heute maßgeblich
beeinflusst.
Der meist nur
Montesquieu genannte französische Schriftsteller, Philosoph und
Staatstheoretiker »Charles-Louis
de Secondat, Baron de Montesquieu (1689-1755) wird in Europa durch
seinen Briefroman mit dem Titel "Lettres
persanes" (Persische Briefe) (1721) bekannt. In dem heute als
einer der Schlüsseltexte der Aufklärung angesehen Werk lässt Montequieu
seine Leserinnen und Leser an seiner kritischen Sicht von außen auf das
vorrevolutionäre Frankreich teilhaben und nimmt aus der Sicht zweier
fiktiver persischer Reisender die französische Gesellschaft, Kirche und
Monarchie mit ihrer Verlogenheit, Korruption und ihrem Machtmissbrauch
aufs Korn und setzt sich damit auch für Toleranz und Reformen ein.
In seinem Hauptwerk "De
l'Esprit des Lois" (Vom Geist der Gesetze) (1748) geht es
Montesquieu anders als Locke und den Vertretern der Naturrechtslehre
"nicht darum zu bestimmen. welche Regierungsform oder Gesetze im
Allgemeinen die besten seien, sondern welche besser zu einer bestimmten
örtlichen Lage passten" (Tricoire
2023, S. 152, Kindle Edition) Daher sei es auch irrig, "in
Montesquieu einen Autoren zu sehen, der sich für konstitutionelle
Veränderung einsetzte und dabei eine große Sympathie für die
republikanische Staatsform zeigte, würde an der Substanz seines
politischen Denkens vorbeigehen." Mit seinem Hauptwerk habe er letztlich
darauf gezielt ständische und regionale Sonderrechten und Privilegien zu
verteidigen. Zugleich hab er die Vorstellung abgelehnt "es gebe
eine natürliche und allgemein verbindliche politische Ordnung." (ebd.,
S. 193)
Den größten Einfluss
auf das nachfolgende Denken hat Montesquieus Lehre von der •
Dreiteilung der staatlichen Gewalt
(»Gewaltenteilung)
in •
legislative, •
exekutive und
• judikative
Gewalt gewonnen, das bis heute, wenn auch in unterschiedlicher
Ausprägung als ein grundlegendes Verfassungsprinzip des freiheitlicher
Demokratien ist ( ▪
Gewaltenteilung als
Strukturprinzip Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland)
»Voltaire
(1694-1778), eigentlich François-Marie Arouet, nahm auf
verschiedenen Gebieten Einfluss auf seine Zeit. Mit seinen »weit
über 700 einzelnen Texten gehört sein Werk zu den umfangreichsten in
der Literatur- und Geistesgeschichte.
Philosophisch ging es
ihm um den Vorrang der Vernunft, die für ihn als oberstes Leitprinzip
für alles menschliche Denken und Handeln die Menschen vor dogmatischen
Lehren, Aberglauben und unkritischer Autoritätsgläubigkeit bewahren
sollte. Daher forderte er auch Toleranz und die Trennung von Kirche und
Staat. Es war wohl vor allem Lockes Philosophie der Erkenntnis, die die
Bedeutung der Erfahrung betonte, die auch Voltaires empiristische
Haltung und seine Ablehnung spekulativer Metaphysik fundierte und ihn
davon überzeugte, dass Wissen stets auf beobachtbarer Realität und
praktischer Erfahrung basieren sollte, anstatt auf abstrakter Theorie
oder religiöser Offenbarung.
Zugleich war Voltaire
ein entschlossener Verteidiger der Meinungs- und Redefreiheit. Der ihm
zugeschriebene, letzten Endes aber »historisch
nicht verbürgte Satz "Ich missbillige, was Sie sagen, aber ich werde
bis zum Tod Ihr Recht verteidigen, es zu sagen" bringt seine
Überzeugung, bringt seine Überzeugung, wonach die freie Meinungsäußerung
eine der wichtigsten Grundlagen einer gerechten Gesellschaft ist,
dennoch auf den Punkt.
Mit seiner »Religions-
bzw. Kirchenkritik richtet sich Voltaire, der selbst »Deist
war und damit glaubte, das Gott zwar die Welt erschaffen, dann aber sich
selbst überlassen habe, gegen religiöse Bevormundung, kirchlichen
Machtmussbrauch und religiösen Fanatismus. Dies schlägt sich in seinem
berühmt gewordenen Appell »»"Écrasez
l'infâme!“ (Zermalmt die Niederträchtige!) nieder, der sich gegen
alles Infame und Niederträchtige richtet, das sich der Aufklärung
entgegenstellt.
Im
Rahmen seiner »Gesellschaftskritik
trat Voltaire für die rechtliche Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz,
forderte allerdings keine soziale Gleichheit von Status und Besitz, da
er der Meinung was, dass es immer Arme und Reiche geben werde. Als
Staatsform favorisierte er eine aufgeklärte Monarchie, auch »aufgeklärter
Absolutismus genannt, bei der ein Monarch, inspiriert von den Ideen der
Aufklärung, Reformen im Staat und in der Gesellschaft durchführt, ohne
jedoch die absolute Macht abzugeben. Im »aufgeklärten
Absolutismus des preußischen Königs »Friedrich
II., dem Großen (1712-1786), mit dem er lange Zeit eine enge Beziehung und
einen intensiven kulturellen Austausch pflegte, glaubte er ein
Beispiel eines "guten Königs" zu haben, der als "erster Diener" seines
Staates in Übereinstimmung mit der Vernunft Gesetze erließ, die dem
gesellschaftlichen Fortschritt und dem dem Gemeinwohl dienten.
»Jean-Jaques
Rousseau (1712- 1778) "radikalisiert" die Lehre vom
Gesellschaftsvertrag zu einem demokratischen Modell sozialer Kontrolle;
Legitimation aller Herrschaft, die an die Regierung übertragen wird, ist
die Volkssouveränität; jederzeitige Aufkündbarkeit des
Gesellschaftsvertrages.

»Denis
Diderot (1713-1784) war eine Schlüsselfigur der französischen
Aufklärung und vertrat revolutionäre Ideen, die die Gesellschaft seiner
Zeit grundlegend veränderten. Als Herausgeber und Mitautor 35-bändigen
der Encyclopédie, die den Anspruch hatte, das gesamte
zeitgenössische Wissen darzustellen und und frei zugänglich zu machen,
gab er auch seiner Überzeugung Ausdruck, dass Wissen Unwissenheit und
Aberglauben wirksam bekämpfen und Bildung auch breiteren
Bevölkerungsschichtenden zu kritischem Denken verhelfen könne.
Die Encyclopédie
sammelte dabei nicht nur die Erkenntnisse der etablierten und
anerkannten Wissenschaften und Künste, sondern das, was Handwerke
hervorzubringen in der Lage waren. Indem Diderot das handwerkliche
Können Wissenschaften und Künsten gleichstellte, äußerte er auch Kritik
an der traditionellen Ständegesellschaft. Zudem enthielten viele Artikel
der Encyclopédie enthielten auch Passagen, die mehr oder weniger
verdeckt oder auch offen Kritik an der absolutistischen Herrschaft und
der Macht der Kirche zum Ausdruck brachten und die bestehende sozialen
Ordnung bis zu einem gewissen Grad in Frage stellten. Diderot selbst
lehnte Privilegien jeder Art entschieden ab. Da die Encyclopédie so
zu einer Gefahr für die Herrschenden werden konnte, wurde sie immer
wieder von den Behörden zensiert und zum Teil verboten.
Als Diderot war ein
scharfer Kritiker des religiösen Dogmatismus und plädierte er für
eine Moralphilosophie, die auf Vernunft statt auf Glauben basierte und
setzte sich religiöse Toleranz ein.
Die frühen deutschen
Aufklärer wie z. B. »Samuel
von Pufendorf (1632-1694), »Gotthold
Wilhelm Leibniz (1646-1716) oder »Christian
Thomasius (1655-1728) waren im Allgemeinen eine "funktionale Elite"
(Schmidt 2009,
S.398f.) bestehend aus Gelehrten, Publizisten und (Staats-)Reformern,
die im 18. Jahrhundert die sozio-kulturelle Hegemonie übernahm, die bis
dahin der höfische Adel innehatte. Im Rahmen diese Prozesses erklärten
sie sich deutschlandweit zu den Vormündern des gemeinen Mannes bzw. des
gemeinen Volkes, das sie in einer Art "Erziehungsdiktatur" (ebd.)
im Bündnis mit den (aufgeklärten) Fürsten zu seinem Glück wollten. (vgl.
ebd.)
»Immanuel
Kant (1724-1804)
zunächst an der von Leibniz und Wolff bestimmten rationalistischen
Aufklärungsphilosophie orientiert, dann unter dem Einfluss von Rousseau
Distanzierung davon; Erkenntnis ist nach Kant nur im Zusammenwirken von
Sinnlichkeit und Verstand möglich; kritisiert spekulative Theorien und
betont die Freiheit des Menschen als Vernunftwesen; der Mensch muss nach
Kant dem allgemeinen Sittengesetz folgen nach der Maxime des sog.
kategorischen Imperatives, wonach Wollen und Handeln des Menschen immer
so gestaltet sein muss, dass es "jederzeit zugleich als Prinzip einer
allgemeinen Gesetzgebung gelten" könne. (kategorischer Imperativ)

Die hier
vorgenommene Auswahl ist willkürlich und ließe sich fast beliebig erweitern
durch eine Reihe anderer Vertreter der Aufklärung wie z. B.
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Literaturepoche Aufklärung 1720-1785 »Der
Begriff Aufklärung (Wikipedia)
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
07.07.2026
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