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Formen des kontrollierten Dialogs

Amerikanische Debatte


Die so genannte "amerikanische Debatte" stellt eine weitere Form der Pro-Contra-Diskussion im Klassen- oder Kursplenum dar und kann als eine Variante des kontrollierten Dialogs aufgefasst werden.

Eine amerikanische Debatte verläuft wie folgt:

Vorbereitung

  1. Im Plenum wird ein bestimmtes kontroverses Diskussionsthema vereinbart.

  2. Die Gruppe / Klasse wird in zwei gleich große Mannschaften (und ggf. in eine kleine Beobachtergruppe) eingeteilt. Die beiden Mannschaften sollen zu dem kontroversen Thema einander entgegengesetzte Positionen vertreten. Die eine Gruppe ist daher als Pro-Gruppe, die andere als Contra-Gruppe zu verstehen.

  3. Die Mannschaften ziehen sich für eine gewisse Zeit zu getrennten Beratungen zurück. In dieser Zeit muss die Mannschaft für jedes ihrer Mitglieder ein Argument finden, mit der sich die Position der Mannschaft zum Diskussionsthema begründen lässt.

  4. Danach treffen sich beide Mannschaften wieder im Plenum und nehmen nun - noch nicht in einer Reihe - einander gegenüber Platz.

1. Durchgang

  1. Ein Mitglied der Pro-Gruppe trägt nun im ersten Durchgang ihre These mit dem vorbereiteten Argument vor.
  2. Danach fährt ein Mitglied der Contra-Gruppe in der gleichen Weise fort.
  3. Im Wechsel nacheinander trägt so jeder Teilnehmer sein Argument vor.

2. Durchgang

  1. Danach setzen sich die beiden Mannschaften jeweils in einer Reihe einander gegenüber, um auch die körperliche Ausrichtung für den zweiten Durchgang auszunutzen.

  2. Das erste Mitglied der Contra-Gruppe von links äußert nun noch einmal sein vorbereitetes oder aber ein neues Argument.

  3. Das ihm gegenüber sitzende Mitglied der Pro-Mannschaft muss nun auf das Argument seines Vorredners eingehen und es mit einem geeigneten Gegenargument, das nicht sein eigenes vorbereitetes ist, zu entkräften versuchen.
    (Ob dieses Eingehen auf den anderen streng nach den Regeln des kontrollierten Dialogs verlaufen soll, muss vorher vereinbart werden. Es kann aber durchaus sinnvoll sein, darauf zu verzichten, um erst im Nachhinein das "Aufeinander-Eingehen" zu thematisieren.)

  4. Der nächste Sprecher aus der Contra-Mannschaft muss nun seinerseits in der gleichen Weise wie sein Vorredner mit dessen Äußerung umgehen. Er muss also versuchen, anknüpfend daran das erste (Gegen-)Argument mit seinem Argument zu entkräften.

  5. In dieser Weise wird die amerikanische Debatte zu Ende geführt.

Feedback durch eine Beobachtergruppe

  1. Wenn man will, kann man natürlich von Anfang an eine weitere Beobachtergruppe, bestehend aus 2-4 Teilnehmern, bilden, die den beiden Mannschaften nach der amerikanischen Debatte Feedback über ihre Kommunikationsbeobachtungen gibt.

(nach: Halberstadt 1974, S.115f. verändert und ergänzt)

     
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