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Friedrich Schiller: Maria Stuart

Zeittafel

England zur Zeit der Tudors im 16./17. Jh.

 
 
Der historische Hintergrund zu Schillers Drama »Maria Stuart« umfasst vor allem die Geschichte Englands unter Heinrich VIII. und Elisabeth I.

 

Stenogramm

Heinrich VIII. - Katharina von Aragón (1. Frau Heinrichs VIII-)  - Artur, Heinrichs VIII. Bruder - Heirat Heinrichs VIII. mit Kathrina von Aragon - Maria Tudor - Annullierung der Ehe mit Katharina - Anne Boleyn (2. Frau) - Elisabeth (Geburt) - Hinrichtung Anne Boleyns - Jane Seymour (3. Frau) - Eduard (Geburt) - Leben Elisabeths unter Heinrich VIII. - Catherine Howard (4. Frau) - Maria Stuart (Geburt) - Regelung der Thronfolge - Tod Heinrichs VIII. - Maria Stuart als Kind nach Frankreich
Eduard VI. - Elisabeth im Prozess gegen Seymore - Maria Tudor Königin - Maria Tudors Heirat mit Philipp II. von Spanien - Elisabeth im Tower - Tod Maria Tudors -
Elisabeth I. Königin von England - Heiratspolitik - "The Virgin Queen" - Uniformitätsakte - Maria Stuart Königin von Frankreich - Vertrag von Edinburgh - Maria Stuart gegen Vertrag von Edinburgh - Maria Stuart verliert französische Krone wieder - Elisabeth pockenkrank - Elisabeth bietet Maria Robert Dudley als Ehemann an - Maria Stuart heirat Darnley - David Rizzio wird ermordet - Jakob VI. geboren - Maria Stuarts Annäherung Bothwell - Ermordung Darnleys - Prozess gegen Bothwell - Bothwell setzt Maria Stuart fest - Maria Stuart heiratet Bothwell - Maria Stuart muss abdanken - Maria Stuart sucht Hilfe in England - Konspirationspläne Maria Stuarts von Anfang an - Norfolk-Affäre - Elisabeth vom Papst exkommuniziert - Maria Stuart konspiriert weiter - Ridolfi-Verschwörung - Bartholomäusnacht in Frankreich - Maria Stuart schließt ihren Sohn von der englischen Thronfolge aus - Papst erteilt Freibrief zur Ermordung Elisabeths - Throckmorton-Verschwörung - Wilhelm von Oranien - Act for the Queen's Safety - William Parry - Babington-Verschwörung - Nau und Curl - Maria Stuart  in Fotheringhay - Prozess gegen Maria Stuart - Abschiedsbrief Maria Stuarts an Elisabeth - Elisabeth unterschreibt das Todesurteil gegen Maria Stuart - Hinrichtung Maria Stuarts - Reaktionen Elisabeths auf die Hinrichtung -
 

  Elisabeth I. Maria Stuart
28.6.1491
Heinrich VIII., König von England 1509 bis 1537, wird als zweiter Sohn Heinrichs VII. und der Elisabeth von York in Greenwich geboren.

1501
Der ältere Bruder Heinrichs VIII.  und Thronfolger Heinrichs VII.,  Artur (1486-1502), wird am  14.11.1501 mit Katharina von Aragón (1485-1536) verheiratet.

1502
Nach dem Tode seines 15-jährigen älteren Bruders Artur am 2.4. 1502 wird Heinrich VIII. Thronfolger und mit der Witwe Arturs, Katharina von Aragón (1485-1536), verheiratet.

1509
Heinrich VII. stirbt am 21.5.1509, tags darauf wird Heinrich VIII. (knapp 18-jährig) zum König ausgerufen.

1512
Ein Feldzug Heinrichs VIII. mit Spanien gegen Frankreich scheitert. Heinrich VIII. kann damit sein Ziel, die Krone Frankreichs wiederzuerlangen, nicht realisieren. Die Krone Frankreichs wird von England seit der Zeit beansprucht, als sein Onkel Heinrich VI. (1421-1472) sie 1429 erworben hatte. (Fortsetzung des Hundertjährigen Krieges mit Frankreich,  Ende erst 1453).

1513
Unter seiner eigenen militärischen Leitung siegt Heinrich VIII. in einem erneuten Feldzug gegen Frankreich (»Battle of Spurs«); Eroberung von Terouenne und Tournay durch die Engländer.
Während seiner Abwesenheit siegt die Regentin in der blutigen Schlacht von Flodden vernichtend über den Schottenkönig Jakob IV. (1473-1513), den Großvater von Maria Stuart  (1542-1587).

1516
Katharina von Aragón schenkt einer Tochter, namens Maria (Maria Tudor (1516-1558, Königin von England 1553-1558) das Leben.

1519
In Frankfurt wird der Habsburger Karl I. (1500-1558) von Spanien als Karl V. (bis 1555) zum deutschen Kaiser gewählt. (Mitbewerber: Franz I. von Frankreich und Heinrich VIII.) Nach der Wahl anhaltende Rivalität zwischen Karl V. und Franz I. von Frankreich, die das westliche Europa im Kampf um die Vorherrschaft auf dem Kontinent ein Vierteljahrhundert lang in Kriege verstrickt.

1520
Heinrich VIII. schließt bei einem Treffen mit Karl V. in Gravelines eine Heiratsvereinbarung: Karl V. soll sich später  mit der Tochter Heinrichs VIII. Maria Tudor verheiraten, die zu diesem Zeitpunkt erst vier Jahre alt ist. In der weiteren machtpolitischen Auseinandersetzung zwischen Spanien und Frankreich spielt Heinrich VIII. danach das Zünglein an der Waage und ist nach außen hin um eine Gleichgewichtspolitik bemüht.

1521
Beginn der Reformation: Bannbulle gegen Luther; Heinrich VIII. wendet sich in seiner Schrift Assertio sacramentorum adversus Martinum Lutherum gegen Luther und erhält dafür vom Papst Leo X. den Ehrentitel Defensor fidei (Verteidiger des Glaubens) verliehen.

1523
Erneuter Eintritt Heinrichs VIII. in die Kampfhandlungen mit Frankreich: Ein englisches Truppenkontingent von zehntausend Mann dringt bis auf 75 Kilometer nach Paris vor, muss sich aber dann wieder zurückziehen.

1525
Nach seinem entscheidenden Sieg über die Franzosen und der Gefangennahme von Franz I. von Frankreich erfüllt Karl V. die Hoffnungen Heinrichs VIII. nach einer Aufteilung Frankreichs und der lange ersehnten Übernahme der französischen Krone nicht und muss sich fortan mit Frankreich arrangieren. In der Folgezeit kommt es wegen des drohenden habsburgischen Übergewichts und wegen dem Plan Heinrichs VIII., sich von Katharina von Aragon, der Tante des Kaisers,  scheiden zu lassen, zu Spannungen zwischen England und Spanien.

1527
Heinrich VIII. unterrichtet seinen Lordkanzler, Kardinal Wolsey, von seinen Scheidungsabsichten. In der Hoffnung, dass Heinrich VIII. nach seiner Scheidung eine französische Prinzessin heiraten würde, um so ein Gegengewicht zur kaiserlichen Vorherrschaft zu schaffen, beruft Wolsey für den 17.Mai 1527 - drei Wochen nach dem »ewigen Bündnis« mit Frankreich - ein Kirchengericht ein, das den Scheidungsprozess verhandeln soll. Da die Entscheidung aber nach Rom delegiert wird, zieht sie sich hin. Der Grund dafür: Der Papst, der sich mit Frankreich gegen Spanien verbündet hat, muss zusehen, wie Rom von den Truppen Karls V., monatelang geplündert wird (Sacco di Roma) und gerät dadurch unter die Kontrolle des Kaisers. Der wiederum hat begreiflicherweise kein Interesse an der Scheidung Heinrichs VIII. von seiner Tante Katharina von Aragón.

1529
Im Frieden von Cambrai zwischen Spanien und Frankreich muss Frankreich seine Ansprüche auf Italien aufgeben. England bleibt bei der neuen Friedensordnung außen vor.

1533
Eine durch den Erzbischof von Canterbury, Thomas Cranmer, einberufene Gerichtsversammlung im Mai 1533 erklärt Heinrichs VIII. Ehe mit Katharina für ungültig und schließt damit seine Tochter Maria als uneheliches Kind von der Thronfolge aus. Der Papst annulliert dieses Urteil und exkommuniziert Heinrich VIII., der zu diesem Zeitpunkt schon mit seiner späteren zweiten Frau, Anne Boleyn (1501-1536), zusammenlebt. Er heiratet diese in Erwartung eines männlichen Thronfolgers noch vor ihrer Niederkunft mit Elisabeth (7.9.1533-24.3.1603, Königin von England 1558-1603) heimlich Anfang des Jahres. Der Widerstand der katholischen Kirche veranlasst den Bruch des englischen Königshauses mit dem Papsttum der katholischen Kirche, der sich mit verschiedenen Etappen bis 1536 vollzieht.
Der Act in Restraint of Appeals schafft die Appellationsmöglichkeiten nach Rom ab und legt fest, dass sämtliche im Land selbst entstandenen Rechtsstreitigkeiten auch im Land selbst zu entscheiden sind. Oberste Rechtsprechungsinstanz in Kirchensachen wird dadurch der Erzbischof von Canterbury, der an der Spitze der englischen Nationalkirche steht.

1533
Elisabeth I.
  wird als Tochter von
Heinrich VIII., König von England 1509 bis 1537, und Anne Boleyn (1501-1536) am 7.9.1533 geboren.

1534
Heinrichs VIII. erster Succession Act legt fest, dass die mit Anne Boleyn gezeugten Kinder als legitime Thronfolger anzusehen sind.
Act of Supremacy
bestimmt die völlige Unabhängigkeit der englischen Nationalkirche von Rom: Neuordnung geistlicher Gerichtsbarkeit, Lehrhoheit innerhalb der Nationalkirche, Recht zur Ernennung der Bischöfe, Erhöhung der Abgaben von Geistlichen an die Krone, Aufhebung der geistlichen Privilegien. Heinrich VIII. wird Oberhaupt der Kirche von England. Er verlangt den Eid seiner Untertanen auf die Suprematsakte. Wer sich weigert, wird wie Thomas Morus, der ehemalige Reichskanzler, oder John Fisher, der Bischof von Rochester, hingerichtet.
Heinrich VIII. führt nicht die Reformation in England ein, sondern schafft eine romfreie katholische Staatskirche, die sich im Laufe des späten 16. Jahrhunderts zur anglikanischen Kirche entwickelt. In Glaubenslehre und Liturgie bewahrt sich die englische Kirche grundlegende katholische Glaubenssätze wie z.B. die Sakramentenlehre, eignet sich aber auch zahlreiche protestantische Auffassungen an.

1536
Eingriffe Heinrichs VIII. in die Autonomie der Klöster, die ab einer bestimmten Größe geschlossen werden und deren Besitz an die Krone geht; von 1640 an werden die verbleibenden Klöster aufgelöst.
Aufstandsbewegung im Norden Englands (bewaffnetes Pilgerheer von 35.000 Mann, »Pilgrimage of Grace«)  bedroht die "Reformation von oben" . Sie kann gestoppt werden, weil Heinrich VIII. zusagt, die Forderungen der Aufständischen zu erfüllen (Beibehaltung der Bindungen zur Papstkirche und  Erhaltung der Klöster) gestoppt werden. Heinrich VIII. hält aber die Zusagen nicht ein.
Anne Boleyn wird unter fadenscheinigen Gründen hingerichtet, ihre Tochter Elisabeth für illegitim erklärt.

1536
Elisabeth
wird nach der Hinrichtung ihrer Mutter Anne Boleyn am 19.5.1536 wegen Ehebruchs für illegitim erklärt und von der Thronfolge ausgeschlossen. Elisabeth wird nach Hatfield, in einen weit entfernten, bescheidenen Backsteinpalast, gebracht.

1537
Heinrich VIII. heiratet Jane Seymour (1509-1537), die ihm am 12. Oktober 1537 den erwünschten männlichen Thronfolger, Eduard (1537-1553; König von England von 1547-1553) gebärt. Die Mutter stirbt im Wochenbett am 24. Oktober.

1537-1547
Nach der Geburt des männlichen Thronfolgers Eduard wird vom Parlament die Thronfolge in der Reihenfolge Eduard, Maria Tudor und Elisabeth festgelegt, was von Heinrich VIII. später in seinem Testament bestätigt wird. Elisabeth verbringt von ihrem 10. Lebensjahr an unter der Obhut von Catherine Parr (1514-1548), der sechsten Frau Heinrichs VIII., viel Zeit mit ihrem Halbbruder Eduard.
Elisabeth, die als illegitime Tochter des Königs weiterhin an offiziellen Zeremonien teilnehmen darf, erhält Unterricht von verschiedenen Lehrern, von denen der Humanist Roger Ascham aus Cambridge der bekannteste ist. Sie erhält die Bildung, die sonst nur männlichen Kindern zuteil wird: Sie lernt die antiken Sprachen Latein und Griechisch, dazu neben Englisch als Muttersprache fließend Italienisch und Französisch, wird unterrichtet in Rhetorik, in Geschichte und Moralphilosophie, sie befasst sich mit theologischen Fragen unter anderem den Gedanken der Reformation und ist beim Tode ihres Vaters eine hochgebildete junge Frau, von der ihr Lehrer Ascham sagt: "Her mind has no womangly weakness, her perseverance is equal of that of a man, and her memory long keeps what it quickly picks up."

1540
Nach der Hinrichtung des Lordkanzlers Thomas Cromwell, der seit 1532 das Amt innehatte, zeigt Heinrich VIII. mehr und mehr paranoide Züge, wirkt häufig melancholisch und depressiv. Seine Heirat mit Catherine Howard (1525-1542),  einer 19-jährigen, sehr attraktiven jungen Frau, am 28. Juli 1540 endet in einem Fiasko. Da sie offenbar das tut, was Anne Boleyn wenige Jahre zuvor noch unschuldig aufs Schafott gebracht hatte, wird sie wie diese wegen Ehebruchs am 13. Februar 1543 enthauptet.

1542
Wiederaufnahme der Feindseligkeiten mit Frankreich, das von Schottland unterstützt wird. Vernichtende Niederlage der Schotten bei Solway Cross. Die Geburt Maria Stuarts und der  Tod König Jakobs V. von Schottland wenige Tage danach, schüren bei Heinrich VIII. die Hoffnung, sich über eine Heirat Maria Stuarts und seines eigenen Sohnes Eduard der schottischen Krone zu bemächtigen. Seine grausame Behandlung der Schotten freilich hält die herrschende schottische Partei fest im Lager Frankreichs.

1542
Maria Stuart (1542-1587) wird als einziges Kind Jakobs V. von Schottland und der Marie de Guise geboren. Sechs Tage nach ihrer Geburt wird sie auf Schloß Stirling zur Königin gekrönt, nachdem ihr Vater im Kampf gegen England gefallen ist.. Ein halbes Jahr später will Heinrich VIII. einen Heiratsvertrag schließen, der Maria Stuart später zur Ehefrau seines inzwischen siebenjährigen englischen Thronfolgers Eduard machen soll. Der Plan Heinrichs VIII. wird u. a. von Marie de Guise, der Mutter Marias und Regentin Schottlands während Marias Minderjährigkeit, durchkreuzt. Versuche Heinrichs VIII., sich gewaltsam Maria Stuarts zu bemächtigen, schlagen fehl.

1543
Heinrich VIII. lässt seine 5. Frau Catherine Howard (1525-1542) wegen Ehebruchs enthaupten. Diese und andere Enttäuschungen machen Heinrich VIII. mehr und mehr zu einem alten und kranken, verbitterten Mann, den auch seine Heirat mit der ihm würdevoll zugetanen Catherine Parr (1514-1548) nicht mehr vor dem endgültigen physischen Ruin bewahren kann.

1544
Ein erneuter Feldzug Heinrichs VIII. im Bündnis mit Karl V. gegen Frankreich endet zwar mit der englischen Einnahme von Boulogne, aber die friedliche Einigung von Kaiser Karl V. mit den Franzosen hinter dem Rücken Heinrichs VIII. verhindern mögliche weitere Erfolge.
In seinem dritten Succession Act legt Heinrich VIII. die Thronfolge wie folgt fest: Eduard und seine legitimen Nachkommen, dann Mary Tudor und ihre legitimen Nachkommen und schließlich Elisabeth und ihre legitimen Nachkommen.

1547
Heinrich VIII. stirbt am 28. Januar im Alter von 56 Jahren nach 38 Jahren Regierungszeit. Sein Sohn Eduard VI. (1537-1553) aus seiner kurzen Ehe mit Jane Seymour (1509-1536) tritt die Thronfolge an. Die Regentschaft für den erst 10-jährigen Halbbruder Elisabeths übernimmt der Protestant Edward Seymour (bis zu seinem Tod 1553).
Schon im Mai des gleichen Jahres heiratet die letzte Ehefrau Heinrichs VIII. Catherine Parr mit Thomas Seymore (Baron von Sudeley, Lord High Admiral (1508-1549) ihre große Liebe, bringt Ende August 1548, ihre gemeinsame früh verstorbene Tochter Maria zur Welt, und stirbt dann selbst sechs Tage nach der Geburt an Kindbettfieber (5.9.1548).

1548-1558
Maria Stuart kommt im Alter von fünf Jahren an den luxuriösen französischen Hof Heinrichs II. von Frankreich und Katharina de Médicis mit ihren zahllosen verwandtschaftlichen Beziehungen. Dort wird sie mit dem französischen Dauphin Franz, dem späteren Franz II. von Frankreich (1544-1560) verlobt und wächst mit diesem gemeinsam von Kindheit an auf. Schon bald bindet beide eine echte Zuneigung aneinander. Zugleich steht Maria damit unter der Obhut ihrer mütterlichen Verwandtschaft in Frankreich, dem einflussreichen Adelsgeschlecht der Guise.
Maria wächst in der behüteten Atmosphäre des französischen Hofes auf, nimmt häufig an Jagd- und Tanzgesellschaften teil. Zugleich erhält sie eine ausgezeichnete Bildung, lernt Latein, Italienisch, Spanisch und etwas Griechisch. Französisch wird nun zu ihrer Muttersprache und sie selbst wird eher nach dem einem französischen, denn einem schottischen Frauenbild erzogen.
Maria wächst zu einer dem Ideal der Renaissance geradezu ideal entsprechenden Schönheit und Attraktivität heran. Sie ist groß und schlank, hat rot-blondes Haar und viel bewunderte bernsteinfarbene Augen. Dazu kommt noch ihr Sinn für Literatur und Musik.

1549
Im Januar 1549 wird Thomas Seymore wegen Hochverrats festgenommen. Man wirft ihm vor, ein Komplott gegen Eduard und die festgelegte Thronfolge geschmiedet zu haben. Dazu soll er beabsichtigt haben, Elisabeth zu heiraten, um damit die Krone zu erlangen. Erschwerend kommt hinzu, dass man Thomas Seymore zu diesem Zeitpunkt nach mehreren Befragungen Elisabeths und ihrer Diener nachsagt, er habe schon zu Lebzeiten von Catherine Parr ein äußerst kokettes und über familiäre Beziehungen hinausgehendes Verhältnis zu Elisabeth unterhalten..
1549
Elisabeth wird im Verlauf des Prozesses gegen Thomas Seymore mehreren entwürdigenden Verhören unterzogen, verhällt sich aber sehr umsichtig und selbstsicher. Als sie von der Hinrichtung Seymours erfährt, zeigt sie  keine Regung.

1553
Eduard VI. stirbt im Alter von fünfzehn Jahren. Ihm folgt Maria Tudor (1516-1558, Königin von England 1553-1558), die Tochter Heinrichs VIII. aus seiner ersten Ehe mit  Katharina von Aragón (1485-1536) auf den Thron.
Sie leitet sofort eine Restauration des katholischen Glaubens in ihrem Königreich ein und überzieht das Land und ihre religiösen Gegner mit unnachgiebiger Verfolgung. Die Blutgerichte und Scheiterhaufen, auf denen "protestantische Ketzer" brennen, überziehen das Land in einem Maße, dass Maria Tudor von ihren Gegnern "die blutige Maria" und von ihren Anhängern in Englands Norden den Beinamen "Maria, die Katholische" erhält.

1554
Maria Tudor heiratet im Juli 1554 - als dessen Tante 2. Grades -  Philipp von Spanien, den Sohn Karls V. (1500-1558) und spanischen Infanten. Dieser besteigt zwei Jahre später als Philipp II. (1527-1598) den spanischen Thron. Der katholische Philipp II., der nur aus machtpolitischen Gründen an England interessiert ist, besucht die alternde Maria Tudor in England allerdings nur zweimal (1554 und 1558). Ein Sohn und Thronfolger, der die Kronen Spaniens und Englands vereinen würde, wird aus diesen Besuchen freilich nicht, auch wenn Maria Tudor ihrem Volk zweimal eine Schwangerschaft vorgaukelt und unter Selbstgeißelungen mit ihrem Gott um einen Sohn ringt. Die Ehe bleibt kinderlos.
1554
Elisabeth wird unter dem Verdacht, mit protestantischen Aufrührern gegen die katholische Restauration zu konspirieren, nach der gescheiterten Rebellion Thomas Wyatts gegen Maria Tudor im Januar 1554 festgenommen und zwei Monate im Tower von London inhaftiert. Sie entgeht nach intensiven Nachforschungen mangels Beweisen nur knapp dem Schicksal ihrer Mutter Anne Boleyn. Nach zweimonatiger Haft im Tower wird sie für ein Jahr in Woodstock festgehalten. Elisabeth erklärt freilich während der ganzen Regierungszeit Maria Tudors ihre Unschuld und Loyalität gegenüber ihrer Halbschwester und ihre Abneigung gegen jede Form von Häresie. Sie wird danach wieder nach Hatfield entlassen.

1558
Maria Tudor stirbt am 17. November 1758. Zuvor weigert sie sich lange, Elisabeth als ihre Thronfolgerin anzuerkennen. Auf dem Sterbebett diktiert sie dafür zwei Bedingungen: Elisabeth müsse sich selbst und im Namen des ganzen englischen Volkes zum Katholizismus bekennen und die Schulden der Königin übernehmen. Elisabeth willigt ein, hält sich aber später nicht an diese erpresste Willenserklärung.

1558
Maria Stuart heiratet den französischen Thronfolger Franz in der Pariser Kathedrale Notre Dame. In einem geheim gehaltenen Zusatzvertrag zum Heiratsvertrag ist geregelt, dass Schottland im Falle des Todes von Maria Stuart an Frankreich fällt.
1558
Elisabeth I. besteigt unter dem dem Eindruck einer ihr möglicherweise zuvorkommenden Maria Stuart, für die Heinrich II. von Frankreich die englische Krone fordert, den englischen Thron.

1559
Elisabeth I. tritt wegen einer möglichen Heirat in Verhandlungen mit nahezu allen wichtigen Dynastien Europas  (u.a. mit Philipp II. von Spanien, Erzherzog Karl von Österreich, Erik XVI. von Schweden, dem Herzog von Anjou und späteren König von Frankreich und zahlreichen anderen). In diesem Netz der internationalen Heiratsdiplomatie hält sie sich geschickt bedeckt, spielt die Heiratsaspiranten nicht selten gegeneinander aus und zieht die Verhandlungen darüber oft Monate, mitunter Jahre, in die Länge. Ihre letzten Heiratspläne verfolgt sie von 1572-1585 mit Franz, dem Herzog von Alencon. Elisabeth bleibt unverheiratet und ohne leibliche Nachkommen. Sie verwirklicht damit, was sie schon in ihren frühen Regierungsjahren erklärt hat. Es sage ihr zu, wenn es später von ihr hieße:  “ A queen having lived and reigned such and such a time, lived and died a virgin”. Daraus wird der Beiname, den man bis heute kennt  The Virgin Queen”.
Die Uniformitätsakte erhebt 1559 den Protestantismus zur Staatsreligion. Zugleich erklärt Elisabeth I. jedoch, dass ihre römisch-katholischen Untertanen nur die äußerliche Form des protestantischen Gottesdienstes einzuhalten hätten, zu Hause allerdings dem jeweiligen Bekenntnis frei gefolgt werden könne.

1559
Heinrich II. von Frankreich stirbt. Sein Nachfolger wird Franz II., der Ehemann Maria Stuarts. Die französischen Truppen in Schottland werden verstärkt, um der Mutter Maria Stuarts in ihrem Kampf gegen aufständische protestantische Lords zu helfen. Schottland ist seit seiner Unabhängigkeit von England (1328) innerlich meist zerrissen wegen des adeligen Widerstandes gegen die Krone und den Streitigkeiten des übermächtigen Adels untereinander. Die protestantische Reformbewegung im 16. Jahrhundert wird vom Adel in seinem Ringen mit dem Königtum ausgenutzt. Der

1559
Nach dem Tod Heinrichs II. wird Maria Stuart an der Seite ihres Mannes Franz II. Königin von Frankreich. Heinrich II. von Frankreich stirbt.
1560
Im Vertrag von Berwick verspricht Elisabeth I. im Februar 1560 den aufständischen schottischen Protestanten Hilfe im Kampf gegen ihre katholische Regentin, Marie de Guise.

1560
Marie de Guise, die Mutter Maria Stuarts, stirbt am 11. Juni 1560.
Schottland muss England im Vertrag von Edinburgh, den Abzug der französischen Truppen in Schottland zusichern. Ebenso muss das junge französische Königspaar, Franz II. und Maria Stuart, auf seine englischen Thronansprüche verzichten.

1560
Auf Anweisung ihres Onkels, des Kardinals von Guise, verweigert Maria Stuart ihre Unterschrift unter den Edinburgher Vertrag und hält damit ihren Anspruch auf den englischen Thron prinzipiell aufrecht.

1560
Nach einer Ohreninfektion stirbt Franz II. von Frankreich (1544-1560) am 5. Dezember 1560. Maria Stuart verliert ihre französische Krone. Katharina von Medici übernimmt die Regentschaft in Frankreich für ihren zweiten minderjährigen Sohn Karl IX.

1560-1561
Nach dem Tod ihres Mannes Franz II. verliert Maria Stuart die französische Krone und kehrt auf Drängen ihrer schottischen Anhänger am 19. August 1561 nach Schottland per Schiff zurück, nachdem ihr Elisabeth I. die Durchreise durch England verweigert.
1562
Elisabeth I. erkrankt an Pocken und stirbt beinahe daran. Das Problem einer Verheiratung Elisabeths und der Geburt eines legitimen Nachfolgers erscheint vielen englischen Großen, die die Thronfolge der katholischen Maria Stuart und damit die französische Hegemonie, aber auch einen lang anhaltenden Bürgerkrieg fürchten, immer dringlicher.

1564
Elisabeth I. macht Maria Stuart den Vorschlag, ihren eigenen Günstling Robert Dudley, den sie dazu zum Earl von Leicester und Baron von Denbigh macht, zu heiraten. Robert Dudley ist allerdings dagegen und spricht auch gegenüber Maria Stuart aus, dass er an einer Verbindung mit ihr nicht interessiert ist.

1565
Maria Stuart heiratet am 28.7.1565 ihren neunzehnjährigen Cousin Henry Stuart, Lord Darnley (1546-1567), der mit seiner Herkunft aus der Linie der Tudors selbst zum Kreis weiterer Thronfolger Englands zählt. Er ist selbst ein Urenkel Heinrichs VIII. und besitzt die englische Staatsbürgerschaft.

1566
Vor den Augen der hochschwangeren Maria Stuart wird ihr sehr geschätzter italienischer Sekretär David Rizzio, den viele in Schottland für die Maßnahmen gegen die Protestanten verantwortlich machen,  von Patrick Ruthven in Begleitung von Darnley und anderen ermordet. Trotz ihrer Kenntnis davon, dass Darnley an einer Verschwörung gegen sie selbst beteiligt gewesen ist, lässt sich Maria Stuart nicht vom ihm scheiden. Mit ihrem Heer vertreibt sie die übrigen Verschwörer, die sich meistens nach England absetzen.
Maria Stuart
bringt am 19.6.1566 ihren Sohn  Jakob VI., den späteren König von Schottland und England, zur Welt. An der Taufe des Sohne nimmt Darnley nicht teil, ein deutliches Zeichen für die schon bestehende Entfremdung. Maria wendet sich daher mehr und mehr dem Potestanten James Hepburn, dem Earl von Bothwell zu. Bothwell (1536-1578), der zusammen mit  zwei weiteren Protestanten, Marias Halbbruder Murray und Maitland, den größten Einfluss auf Maria bekommt. Nicht nur das: als 1567 bekannt wird, Maria Stuart erwarte ein Kind, vermutet nicht nur Darnley in aller Öffentlichkeit, dass der noch verheiratete Bothwell der Vater des Kindes sei. Im Hintergrund zieht Bothwell schon die Fäden: gemeinsam mit anderen Verschwörern plant er die Beseitigung Darnleys, um sich selbst als nächsten Ehemann der Maria Stuart in den Besitz der schottischen Krone zu bringen.

1567
Darnley erkrankt schwer an Pocken, wird von Maria Stuart nach Edinburgh in das House at Kirk O'Field gebracht, um eine Ansteckung des Thronfolgers zu vermeiden. Dort wird Darnley von ihr während seiner schweren Krankheit versorgt.

9.3.1567: Am 9. März 1567 wird er dort ebenfalls von Maria Stuart besucht, die ihn um 22.00 Uhr verlässt. Um zwei Uhr in der gleichen Nacht wird Kirk O'Filed durch eine Explosion zerstört und man findet Darnleys nackten Leichnam vor dem Haus und vier seiner Diener aufgehängt im Obstgarten. Obwohl Maria Stuart erklärt, dass der Anschlag wohl ihr gegolten habe, fällt der Verdacht sofort auf Bothwell, der alleine oder mit Maria Stuarts Billigung den Mord an Darnley auf dem Gewissen habe.

12.4.1567: Der Vater Darnleys, der Earl of Lennox, klagt Bothwell des Mordes an. Der Prozess gegen Bothwell, der am 12. April 1567, stattfindet, endet jedoch, da der Earl of Lennox nicht erscheint, um seine Anschuldigungen zu beweisen, mit dem Freispruch Bothwells.

19.4.1567: Während Maria Stuart versucht, Unterstützung unter den ihr treu ergebenen Lords zu erlangen, gelingt es Bothwell, sein Vorhaben voranzubringen. In einem Schreiben von 29 führenden Lords wird Maria Stuart aufgefordert, Bothwell zu heiraten. Die Interessen der Bothwell unterstützenden Lords sind allerdings keineswegs auf die Errichtung einer dauerhaften Herrschaft Bothwells an der Seite von Maria Stuart ausgerichtet. Vielmehr hofft man, sich im Anschluss einer Heirat beider zu entledigen: Bothwell als dem Mörder Darnleys und Maria Stuart als der Mitwisserin und Frau des Darnley-Mörders.

24.4.1567: Maria Stuart wird nach einem letzten Besuch bei ihrem Sohn auf dem Rückweg von Schloss Stirling von Bothwell und seinen  Leuten ergriffen, wahrscheinlich gegen ihren Willen nach Dunbar Castle gebracht und dort vermutlich von Bothwell vergewaltigt.

7.5.1567: Bothwell lässt sich von seiner Frau Jean Gordon scheiden.

15.5.1567: Einen Tag nach der Unterzeichnung des Heiratsvertrages heiraten Maria Stuart und Bothwell. Die Trauung mit der streng katholischen Maria wird von einem calvinistischen Prediger nach protestantischem Ritus vorgenommen. Inzwischen sind die ehemaligen Verbündeten von Bothwell abgefallen und stellen dem frisch vermählten Paar mit ihrem Heer hinterher. Die beiden fliehen von Bothwells Stammschloss Borthwick Castle nach Dunbar Castle.

15.6.1567
Das Volk in Schottland gerät angesichts der Heirat ihrer Königin mit ihrem angeblichen Geliebten und Gattenmörder in hellen Aufruhr. Elisabeth I. verlangt - wie nahezu alle relevanten Königshäuser in Europa auch -  von Maria Stuart, Bothwell auszuliefern. Da sich Maria weigert, kommt es zu blutigen Kämpfen der verfeindeten schottischen Parteien. Bei einem Zusammentreffen mit den Aufständischen ist Maria Stuart bereit, sich in die Hände der aufständischen Lords zu begeben, wenn Bothwell dafür freies Geleit erhält. Bothwell wird aber entgegen der Zusage als Gefangener nach Edinburgh und dann nach Lochleven Castle gebracht, von wo ihm am 27. Juni die Flucht nach Norwegen gelingt. Unterwegs wird er allerdings von dänischen Schiffen aufgegriffen, nach Malmö ins Gefängnis gebracht, wo er bis zu seinem Tod 1578 inhaftiert bleibt.
Maria wird von ihren Gegner eingekerkert und zeitweilig mit dem Feuertod bedroht.

18.6.1567
Die führenden Lords verlangen von Maria Stuart, ihre Ehe mit Bothwell annullieren zu lassen. Maria weigert sich, da sie unmittelbar vor der Geburt ihres zweiten Kindes steht, dessen Vater aller Wahrscheinlichkeit nach Bothwell ist (der Zeitpunkt der Empfängnis wird nie geklärt!). Sie will nicht, dass das Kind unehelich zur Welt kommt.

24.6.1567
Maria Stuart wird von den schottischen Lords gezwungen, zu Gunsten ihres Sohnes Jakob VI. (1566-1625, nach dem Tode Elisabeths ab 1603 als Jakob I. auch König von England) abzudanken. Für den gerade erst ein Jahr alten Thronfolger übernimmt zunächst Marias Halbbruder Murray, der drei Jahre später ermordet wird, die Regentschaft.

Juli 1567
Maria erleidet eine Fehlgeburt, Zwillinge, die in aller Eile begraben werden. (Vater des Kindes wahrscheinlich Bothwell)

15.5.1568
Maria Stuart entkommt aus dem Schloss Lochleven (2.5.1568), in dem sie unter Murray festgehalten wird, sammelt ein Heer von 6.000 Mann um sich und zieht gegen Murray zu Felde. Ihre Truppen werden am 15.5.1568 bei Langside von Murray geschlagen. Gegen den erklärten Willen ihrer nächsten Ratgeber entschließt sich Maria, Hilfe in England, bei Elisabeth I., zu suchen.

16.6.1568
Maria Stuart flieht in einem Fischerboot über den Golf von Solway und landet in Workington, Cumberland, von wo sie zwei Tage später nach Carlisle Castle geleitet wird. In einem Brief an Elisabeth I. vom 17.5.1568 bittet Maria Stuart Elisabeth I. um politisches Asyl und ein persönliches Zusammentreffen.

18.6.1568
Elisabeth I. lässt Maria Stuart durch ihren Gesandten Middlemore mitteilen, dass sie nicht gewillt ist, Maria Stuart in London zu empfangen, ehe sie von den Anschuldigungen wegen des Mords an Darnley freigesprochen ist.
Oktober 1568
Von Anfang an konspiriert Maria Stuart mit allen möglichen europäischen Mächten, denen sie, z. T. unter klarer Verdrehung von Tatsachen, ein völlig falsches Bild von Elisabeth I. und ihrer Politik, vor allem in Religionsfragen, zu vermitteln sucht. Einem Geheimboten Philipps II. von Spanien sagt sie: "Berichtet Eurem König, wenn er mir helfen will, bin ich in drei Monaten Königin von England, und die Messe wird in allen Teilen des Landes gelesen."
Während der Untersuchung von Marias Mitschuld am Mord Darnleys in York, an der neben den Bevollmächtigten Marias und Elisabeths auch die aufständischen schottischen Lords teilnehmen, legt Murray offenkundig gefälschte Liebesbriefe Maria Stuarts an Bothwell ("Casket Letters") aus der Zeit vor dem Mord an Darnley vor, um Marias Schuld zu beweisen.

1569
Die Konferenz von Westminster am 15.1.1569 kommt zum Schluss, dass Maria Stuart letztendlich nicht nachweisen kann, ob der schottische Aufstand gegen sie unberechtigt gewesen ist. Sie bleibt daher in Gewahrsam.
Im Juli 1569 wird bekannt, dass Maria Stuart mit Thomas Howard, dem englischen Herzog von Norfolk, den Elisabeth I. zum Vertrauensmann für alle Verhandlungen mit Maria Stuart gemacht hatte, in Eheunterhandlungen eingetreten ist. Norfolk, selbst Protestant, aber zugleich durch seine riesigen Besitzungen im Norden Englands, der bedeutendste Führer dieses noch überwiegend katholischen Landesteils, ist zu dieser Zeit der ranghöchste Aristokrat in England. Eine Heirat mit diesem englischen Großen hätte die Position Maria Stuarts in England beträchtlich verbessert.

1569
Als Elisabeth I. vom Verrat Norfolks erfährt, lässt sie diesen in den Tower von London bringen und Maria Stuart muss von Chatsworth Castle in das düstere Schloss in Tutbury zurückkehren. Im November gelingt es Elisabeth I. einen Aufstand der Katholiken unter der Führung der Earls von Northumberland und Westmoreland im Norden Englands niederzuschlagen, deren Anführer zu Hunderten gehängt werden.

1570
Der schottische Regent und Halbbruder Maria Stuart, Murray, wird ermordet.

1570
Elisabeth I. wird von Papst Pius V. exkommuniziert und alle Untertanen werden von ihrer Gehorsamspflicht befreit.
Mai 1570
Maria Stuart wird wieder zurück nach Chatsworth Castle gebracht und dort der sehr liebenswürdigen Aufsicht des Grafen Shrewsbury unterstellt. Dort lebt sie fast frei, kann kleinere Reisen in der Grafschaft unternehmen, kann sich treffen, mit wem sie will, ihr katholischer Gottesdienst bleibt ungestört und ihr beträchtlicher Hofstaat vergrößert sich sogar. Dennoch lässt sie nicht ab von weiteren Intrigen. Sie beginnt Heiratsgespräche mit Heinrich von Anjou, dem Bruder des kränklichen französischen Königs Karl IX. und hofft damit nach dem Tode Karls IX. an der Seite des Herzogs erneut auf den französischen Thron zu kommen. Ein Brief Maria Stuarts an den Herzog von Alba, der gerade im Auftrag Philipps II. die nach Unabhängigkeit von Spanien strebenden Niederlande niedermacht, ihr und dem katholischen Norden mit einer Hilfsexpedition bei einem Angriff auf England beizustehen, kompromittiert Maria Stuart allerdings sehr.
Ein neuer, wenig durchdachter Plan zu ihrer Befeiung wird von Thomas Gerard, einem Landadeligen aus der Gegend, und einigen anderen ersonnen, der aber von Maria Stuart missbilligt wird
.
Der Herzog von Norfolk kommt im August 1570 wieder frei und gelangt nach der Erneuerung seines Lehnseides vor Elisabeth I. wieder in den Staatsrat.

1571
Norfolk verstrickt sich erneut in ein Komplott zur Befreiung Maria Stuarts und zum Sturz von Elisabeth I. Die nach dem Hauptverschwörer benannte Ridolfi-Verschwörung wird aufgedeckt, Norfolk und die anderen Mitverschwörer werden im September 1571 erneut inhaftiert. Das unter Folter erzwungene Geständnis eines der wichtigsten Mitverschwörer Leslie, Bischof von Ross, bringt die Pläne Norfolks, Philipps II. von Spanien und des Papstes ans Licht: Heirat Norfolks mit Maria Stuart, Sturz Elisabeths I. und gewaltsame Rückführung Englands zum römisch-katholischen Glauben. Maria Stuart bestreitet jegliche Beteiligung an dem Komplott.

1572
Elisabeth I. schließt im Mai 1572 mit Frankreich einen Friedensvertrag. Die Königin zögert lange, das Todesurteil gegen Norfolk, einstmals einer ihrer besten Freunde, zu unterzeichnen. Erst als ein weiterer Mordanschlag gegen sie entdeckt wird, gibt sie dem Drängen ihres Staatsrates nach. Norfolk wird im Juni 1572 enthauptet.

1572
Am 24. August 1572 richtet die französische Verwandtschaft Maria Stuarts, die Herzöge von Guise, ein Blutbad unter den Hugenotten an (Bartholomäusnacht)

1577
Maria Stuart schließt in einem Testament ihren protestantischen Sohn von der Thronfolge aus, wenn dieser nicht zum römisch-katholischen Glauben konvertiert und eine spanische Prinzessin heiratet. Andernfalls vererbt sie ihre angestammten Rechte auf Schottland, England und Irland an Philipp II. von Spanien.
Seitdem ist im spanischen Rat die Ermordung Elisabeths I. beschlossene Sache, zu der Papst Gregor XIII. sogar seinen Segen gibt.
1580
Der Papst erklärt offiziell, dass die Ermordung der vom rechten Glauben abtrünnigen Elisabeth I. keine Sünde darstellt.
1583
Sir Francis Walsingham, Elisabeths I. Sekretär, deckt die so genannte Throckmorton-Verschwörung auf, die wie schon die Ridolfi-Verschwörung eine mögliche Invasion Englands durch Spanien, unterstützt von den französischen Guise, zum Ziel hat. Throckmorton, der Sekretär von Maria Stuart, wird festgenommen und behauptet, dass Maria Stuart über alle Einzelheiten des Planes unterrichtet gewesen sei. Seit der Throckmorton-Verschwörung wird Maria Stuart selbst als eine gefährliche Verschwörerin angesehen.

1584
Wilhelm von Oranien, der bekannteste protestantische Führer und Befreier der Niederlande von Spanien, wird ermordet.
Der "Act for the Queen's Safety" bestimmt, dass bei einem Anschlag auf die Königin nicht nur die Täter, sondern auch diejenigen, in- und ausländischen Mächte als Schuldige angesehen werden, zu deren Gunsten ein Anschlag ausgefallen wäre.

1584
Der "Act for the Queen's Safety" richtet sich eindeutig gegen die Konspirationstätigkeit von Maria Stuart und droht ihr bei weiteren Anschlägen auf Elisabeth I., die mit ihr in Verbindung gebracht werden müssen, die Todesstrafe an.
1585
Maria Stuart wird im Januar 1585 endgültig der milden Aufsicht Shrewburys entzogen und wieder zurück nach Tutbury Castle gebracht, wo sie der Aufsicht des harten, aber niemals grausamen oder gehässigen Amyas Paulet überantwortet wird.
Im Februar wird William Parry, ein ehemaliger Agent des englischen Geheimdienstes gefasst. Obwohl über die Motive seines geplanten Mordes von Elisabeth I. nichts Genaues ermittelt werden kann, steht sein Plan in einer Reihe mit den zahllosen anderen Vorhaben gleichen Zieles.
1586
Walsinghams Agenten decken die so genannte Babington-Verschwörung zur Befreiung Maria Stuarts auf, einer Verschwörung junger katholischer Männer, die auf die Hostie geschworen hatten und in Maria Stuart eine Märtyrerin sehen. Sie nehmen sich vor, Elisabeth I. zu töten. Da der englische Geheimdienst von Anfang an über die Verschwörung im Bilde ist, bringt er sich in den Besitz von Briefen Maria Stuarts an Babington, die deren Beteiligung beweisen. Babington und seine Mitverschwörer werden auf der Basis des "Act for the Queen's Safety" aus dem Jahre 1584 hingerichtet.
Maria Stuart aber leugnet trotz einer bedrückenden Beweislage jede Beteiligung.

15. Juli 1586Maria Stuart wird von Elisabeths Beauftragten festgenommen. Ihre Schreiber Claude Nau, Franzose in den Diensten der Guise und Maria Stuarts, und Gilbert Curl werden nach London gebracht, während sie selbst mit ihrem Leibarzt Bourgoing nach Tixall  gebracht wird.
Vierzehn Tage später wird sie nach Chartley zurückgebracht, wo ihr Eigentum beschlagnahmt wird. Nau und Curle gestehen unter Folter, im Auftrag Marias Briefe an Babington geschrieben zu haben. Die von Maria geforderte Gegenüberstellung wird nicht gestattet. Nau wird nach Frankreich zurückgeschickt und Curle bleibt noch ein Jahr im Gefängnis.

25.9.1586: Maria Stuart wird nach Fotheringhay Castle gebracht und wenig später unter Berufung auf den "Act of the Queen's Safety" unter Anklage gestellt.

9.10.1586: In Fotheringhay treffen die ersten der etwa vierzig Bevollmächtigten ein, die am bevorstehenden Prozess gegen Maria Stuart als Richter teilnehmen sollen.

15.10.1586: Maria Stuart wird im Prozess unter dem Vorsitz von Christopher Hatton (1540-1591), dem Günstling und Lordkanzler Elisabeths I. seit 1587, verhört. Stolz und aufgebracht erklärt sie auf den Vorwurf, sie habe stets nur die Zerstörung der anglikanischen Kirche und Bürgerkrieg im Sinn gehabt, sie lechze seit Jahren geradezu danach, als Gefahr für den Ketzerglauben Englands zu gelten. Elisabeth I., die sich in einem inneren Zwiespalt befindet, verbietet die Bekanntgabe des Urteils ohne ihre eigene Zustimmung.

25.10.1586: In Westminsterhall in London, dem Sitz des Parlaments und der obersten Gerichte, wird das Todesurteil gegen Maria Stuart gefällt, aber noch nicht öffentlich bekannt gegeben.

19.11.1586: Die Anzeichen über die Bekanntgabe des Todesurteil gegen Maria Stuart verdichten sich, wovon Maria Stuart am 19.11.1586 von Lord Brockhurst erfährt.

4.12.1586: Das englische Parlament verlangt von Elisabeth I. die öffentliche Bekanntgabe des Todesurteils gegen Maria Stuart. Alle Interventionen zu Gunsten Maria Stuarts werden von Walsingham boykottiert und Marias Abschiedsbrief an Elisabeth I. wird der Königin nicht übergeben.

11.12.1586: In einem weiteren Brief, der aber von Amiyas Paulet zurückgewiesen wird, bittet Maria Stuart Elisabeth I. um die zügige Vollstreckung des Urteils.

1587
Am 4. Februar 1587 unterzeichnet Elisabeth I. das Todesurteil gegen Maria Stuart. Burghley, der um den inneren Zwiespalt Elisabeths I. weiß, hat zuvor den Sekretär Elisabeths I., Davison, angehalten, das Urteil wie zufällig unter andere, an diesem Tag zu unterzeichnende Dokumente zu legen. Elisabeth I. durchschaut das Spiel zwar, unterzeichnet schließlich doch mit erstarrter Hand.
Davison übergibt das Schreiben Burghley, der schnell, ehe sich Elisabeth I. möglicherweise eines anderen besinnt, das Urteil zur Vollstreckung anweist.
1587
Am 7. Februar 1587 erfahren Maria Stuart und ihre engsten Vertrauten durch Shrewsbury von der bevorstehenden Hinrichtung.

8. Februar 1587: Maria Stuart wird in der Großen Halle von Fotheringhay, morgens zwischen neun und zehn Uhr, hingerichtet. Zweimal fällt die Axt nieder, ehe ihr Kopf vom Rumpf getrennt ist. Sechzehn Jahre nach ihrem Tod wird ihr Sohn Jakob König von England und Schottland und im Jahre 1612 lässt er ihre sterblichen Überreste in der Westminster Abbey beisetzen.

1587
Als Elisabeth I. von Shrewsbury über die vollstreckte Hinrichtung Maria Stuarts unterrichtet wird, reagiert sie sehr betroffen. Sie lässt Davison, dem sie eigenmächtiges Handeln bei der Übergabe des Vollstreckungsbefehls vorwirft, inhaftieren und später seine ganzen Güter konfiszieren.

1588
Die englische Flotte besiegt die spanische Armada.

1603
Am 24. März 1603 stirbt Elisabeth I. in Richmond. Kurz zuvor bestimmt sie den Sohn von Maria Stuart, Jakob VI. von Schottland, zu ihrem Nachfolger. Unter ihrem Regiment werden die Fundamente für den späteren Aufstieg  Englands zur Weltmacht gelegt.

 

 

     
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