docx-Download -
pdf-Download
•
Baustein: Für Aufklärerinnen streiten
Die •
Aufklärung, so hat es den Anschein, ist
eine Männerdomäne gewesen. Wenn von ihren bedeutenden Vertretern die
Rede ist, dann fallen die Namen bedeutender (männlicher) •
Aufklärer. Das ist freilich nur die
halbe Wahrheit.
In Wahrheit gibt es
zahlreiche Frauen, die man ohne Weiteres als Aufklärerinnen bezeichnen
kann, weil sie wichtige Beiträge zur gesellschaftlichen Entwicklung auf
unterschiedlichen Gebieten geleistet haben.
Die Aufklärerinnen
kamen wie die Aufklärer aus unterschiedlichen Ständen und führten ein
sehr unterschiedliches Leben.
Zu den •
Philosophinnen und Vorkämpferinnen für
Frauenrechte können u. a. die nachfolgenden Frauen gezählt werden:
Aphra Behn
(1640-1689) war eine der ersten professionellen Schriftstellerinnen,
die mit ihren Dramen und Romanen Themen wie Liebe, Politik und
Geschlechterrollen behandelte und den Weg für weibliche Autoren ebnete.
Maria
Sibylla Merian (1647-1717) leistete mit ihrer Arbeit über die
Metamorphose von Insekten einen bahnbrechenden Beitrag zur
Naturkunde und illustrierte ihre Entdeckungen mit detaillierten und
kunstvollen Kupferstichen.
Damaris Cudworth Masham (1658/1659-1708) (auch Lady
Masham genannt) war eine Philosophin und enge Freundin des englischen
Philosophen
•
John
Locke (1632-1704). Sie
schrieb über Theologie und Moral und förderte durch ihren Salon den
Austausch von aufklärerischen Ideen.
Delarivier Manley (vermutlich 1663-1724) nutzte als satirische
Schriftstellerin und politische Journalistin ihre Romane, um
gesellschaftliche und politische Missstände anzuprangern und die Grenzen
der weiblichen Autorschaft zu erweitern.
Mary
Astell (1666-1731) gilt als eine der ersten englischen Feministinnen
und forderte in ihren Schriften, die Vernunft als Grundlage für die
Bildung der Frauen zu nutzen. Ihr Motto war: "Wenn alle Menschen frei
geboren sind, wie kommt es, dass alle Frauen versklavt sind?"
Catherine Macaulay (1731-1791) schrieb eine einflussreiche
Geschichte Englands und war eine radikale Verfechterin der
republikanischen Ideen.
Olympe de Gouges (1748-1793 war eine politische Aktivistin und
Frauenrechtlerin der Französischen Revolution. Ihre "Erklärung der
Rechte der Frau und Bürgerin" von 1791 gilt als eines der wichtigsten
Dokumente des frühen Feminismus.
Mary Wollstonecraft (1759-1797) argumentierte mit ihrem Werk
»"A Vindication of the Rights of Woman" (Verteidigung
der Rechte der Frau, 1792), dass Frauen nicht von Natur
aus minderwertig seien, sondern ihre gesellschaftliche Inferiorität
mangelnder Bildung geschuldet sei. Sie gilt
als eine Begründerin des modernen Feminismus.
Madame de Staël, eigentl. Anne-Louise-Germaine Baronin von
Staël-Holstein (1766-1817) war eine einflussreiche Intellektuelle,
Schriftstellerin und Salonnière. Ihr Salon war ein Zentrum des liberalen
Gedankenaustauschs, und ihre Schriften zur Ästhetik, Politik und
Romantik prägten die europäische Geistesgeschichte.