Ehe • Eve
in •
Heinrich von Kleists (1777-1811)
• Komödie »Der
zerbrochne Krug« der Aufforderung von Gerichtsrat •
Walter nachkommt, zur Sache
auszusagen (7.Auftritt,
V 1068) macht sie
sich in der kurzen Prozesspause (8.
Auftritt) noch einmal Gedanken darüber, worum es geht und in
welcher Lage sie sich befindet. Dabei kommen in ihr eine ganze Reihe
unterschiedlicher Stimmen zu Wort (innere ▪
Pluralität von "Stimmen" ), die miteinander ringen und so
eine bestimmte Konfiguration im sog. ▪ "inneren
Team" bilden.
Die Vorstellung basiert auf der Annahme, dass es im Inneren des Menschen kein
einheitliches Ich oder Selbst gibt. Menschen stellen stattdessen in
gewissem Sinne "multiple Persönlichkeiten" dar, die sich aus verschiedenen
Anteilen zusammensetzen. (vgl.
Schulz v. Thun 1998,
S.52)
Die
Metapher des "inneren Teams" fußt dabei auf
Analogien zwischen der inneren Dynamik des Menschen und der Dynamik,
wie sie sich in Gruppen und Teams ereignet. Das Konstrukt von der inneren
Pluralität des Menschen beruht dabei auf der Parallelitätsthese, dem
Gedanken, dass es in uns viele gibt, die "mit Sitz und Stimme
vorhanden sind." Dabei arbeiten diese Instanzen oder Elemente mit-,
gegen- und durcheinander wie normale Teams. (vgl.
Schulz v. Thun 1998, S.18)
Für
Friedemann
Schulz von Thun stellt der Begriff inneres Team ein "Kompasswort" dar, das die
Entwicklungsrichtung hin auf ein Ideal angibt, wo in der
Realität der inneren Dynamik häufig Gegeneinander (Rivalität,
Feindseligkeit), Durcheinander (Mangel an Struktur) und
Nebeneinanderher (Mangel an Kontakt und Koordination) herrscht. (vgl.
Schulz v. Thun 1998, S.65)
Zugleich dient das Modell zur Selbstklärung, wenn "ein uneiniges,
zerstrittenes Hin und Her" (Friedemann Schulz von Thun im ZEIT-Interview mit Thomas Röbke,
8.11.2011) in einem herrscht und man nach außen (noch) keine klare
Position zu einer bestimmten Frage bzw. zu einem bestimmten Problem
einnehmen kann.
Als Technik zur ▪
szenischen Interpretation
lässt sich das "Spiel" mit den inneren Stimmen als ein internes ▪
Rollengespräch/•
Rollenmonolog auffassen etwa im Sinne eines
▪
Rollenmonologs.
Zugleich bietet es durch die Aufteilung verschiedener Stimmen auf
unterschiedliche Mitspieler/-innen ausgezeichnete Möglichkeiten zur
weiteren Differenzierung einmal gewonnener Standpunkte in einer Art
▪
szenischer Improvisation.

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