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Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und Pädagoginnen

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« Absolutismus und Aufklärung (ca. 1650–1789) – Aufklärung – Aufklärerinnen (Auswahl)

 
GESCHICHTE
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• Baustein: Für Aufklärerinnen streiten

Die • Aufklärung, so hat es den Anschein, ist eine Männerdomäne gewesen. Wenn von ihren bedeutenden Vertretern die Rede ist, dann fallen die Namen bedeutender (männlicher) • Aufklärer. Das ist freilich nur die halbe Wahrheit.

In Wahrheit gibt es zahlreiche Frauen, die man ohne Weiteres als Aufklärerinnen bezeichnen kann, weil sie wichtige Beiträge zur gesellschaftlichen Entwicklung auf unterschiedlichen Gebieten geleistet haben.

Die Aufklärerinnen kamen wie die Aufklärer aus unterschiedlichen Ständen und führten ein sehr unterschiedliches Leben.

Salonnièren in den literarischen Salons

Etliche der Aufklärerinnen betrieben • (literarische) Salons als "Räume,  des Austauschs, der Unterhaltung und des Dialogs, Orte, an denen sich ein neuer Ton entfaltete, eine neue Art über die Welt zu sprechen: über Grundlegendes und Banales, über die Vergangenheit und die Gegenwart, die schweren und die leichten Themen, das Alltägliche und das Außergewöhnliche" und das Ganze "in ernster, vor allem aber unterhaltender Sprache:" (Knipp 2022, S.21f.)


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Eine Salonnière, wie die weibliche Gastgeberin eines literarischen Salons genannt wurde, musste selbst nicht unbedingt hochgebildet sein. Hauptsache war, dass sie über geeignete Räumlichkeiten, die erforderlichen Umgangsformen und eine gesellschaftliche Stellung besaß, die es ihr ermöglichte als Gastgeberin für eine so heterogen zusammengesetzte Gruppe von Gästen fungieren konnte und in dieser Rolle ggf. Anstöße zu gehobener Unterhaltung geben konnte.

In Frankreich entstanden diese Orte dieses mehr oder weniger geselligen Zusammentreffens oft in den Adelspalais von Paris. Manchmal wurde dort musiziert, getanzt, gegessen und getrunken und Karten oder Billard gespielt. Vor allem adelige Gastgeberinnen solcher Salons, die eine besondere Vorliebe für Musik, Literatur oder Philosophie hatten, luden zu diesen im Vergleich zu höfischen Veranstaltungen zwanglosen Formen geselligen Zusammenseins aber auch Schriftsteller, Gelehrte und Künstler aus dem Bürgertum ein, um ihren Gästen eine anspruchsvollere Unterhaltung zu bieten. So lud der weithin bekannte Salon von »Marie Thérèse Geoffrin (1699-1777), das Hôtel de la rue Saint-Honoré, einem weiträumigen Gebäude, etwa »Denis Diderot (1713-1784) oder »Jean Baptiste le Rond d’Alembert (1717-1783), die Autoren der »Encyclopédie ein, oder auch Gäste wie der Schriftsteller und Staatstheoretiker »Montesquieu (1689-1757), der Naturforscher »Georges-Louis Leclerc de Buffon (1707-1788), der Schriftsteller und Philosoph »Jean-Jaques Rousseau (1712-1778), der »Marschall von Frankreich Louis François Armand de Vignerot du Plessis (1696-1788) u. a.

Als kulturell ausgerichtete Salons bezeichnete man solche Zusammenkünfte als literarische Salons, wo vor allem die gebildete und bildende Unterhaltung gepflegt wurde. An diesen Orten konnten sich Salonbesucher beiderlei Geschlechts, Personen aus verschiedenen Ständen, Schichten, Berufsgruppen und Religionen  begegnen und austauschen konnten.

Auch in Deutschland spielten der literarische Salons im 18. Jahrhundert als Orte der gepflegten Geselligkeit, wo sich Adel und Bildungsbürgertum begegneten, eine wichtige Rolle. Der »"Weimarer Musenhof" ist ein besonders bekanntes Beispiel für die Vermengung von adliger Hofgesellschaft mit bürgerlichen Schriftstellern und Künstlern. Berühmt wurden auch die Salons der »Frühromantik, zum Beispiel der Jenaer Salon von »Caroline Schelling (1763-1809) und der »Berliner Salon von »Rahel Varnhagen von Ense (1771-1833).

Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und Pädagoginnen

Zu den • Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und Pädagoginnen,  die  zu den Aufklärerinnen gezählt werden können, gehören u. a. die nachfolgenden Frauen:

Eliza Haywood (1693-1756) war eine der produktivsten Romanautorinnen und Journalistinnen ihrer Zeit, deren Werke die Gefühls- und Sittenwelten des 18. Jahrhunderts beleuchteten.

Friederike Caroline Neuber (1697-1760) trug als Schauspielerin, Prinzipalin und Theaterreformerin maßgeblich zur Professionalisierung der deutschen Theaterlandschaft bei und setzte sich für einen moralisch anspruchsvollen Spielplan ein.

Anna Dorothea Therbusch (1721-1782) war eine international anerkannte Malerin, die an den Höfen Europas arbeitete und als eine der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des Rokoko gilt.

Johanna Charlotte Unzer (1725-1782) war eine Philosophin und Dichterin, die in ihren Werken Naturwissenschaften und aufklärerische Ideale für ein breiteres Publikum zugänglich machte.

Marie Sophie von La Roche (1730-1807) war eine einflussreiche Schriftstellerin, Salonnière und mit ihrem Roman »"Geschichte des Fräuleins von Sternheim" (1771) Begründerin des modernen deutschen Frauenromans.

Félicité de Genlis (1746-1830) war eine einflussreiche Pädagogin und Autorin, die über 140 Bücher schrieb und sich in vielen Genres betätigte.

Frances Burney (1752-1840) (auch Fanny Burney genannt) schuf als Schriftstellerin und Tagebuchautorin Romane, die als Vorläufer von Jane Austen gelten und die sozialen Verhältnisse und die Rolle der Frau im späten 18. Jahrhundert satirisch beleuchteten.

Phillis Wheatley (um 1753-1784) war die erste afroamerikanische Dichterin, die ein Gedichtband veröffentlichte. Sie nutzte ihre Lyrik, um sich für Freiheit und gegen Sklaverei auszusprechen.

Madame Roland (eigentl. Jeanne-Marie „Manon“ Roland de La Platière, (1754-1793 war als Gastgeberin eines einflussreichen Pariser Salons während der Französischen Revolution eine führende Figur der »Girondisten und eine wichtige politische Denkerin.

Amalia Holst (1758-1829) war eine Pädagogin und Schriftstellerin, die sich vehement für die Gleichheit der Bildungschancen für Mädchen und Jungen einsetzte.

Caroline Schelling (1763-1809), geb. Michaelis, verh. Schlegel.  war eine deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie zählte zu den »Universitätsmamsellen, einer Gruppe von Töchtern von Professoren der Universität Göttingen im 18. und 19. Jahrhundert, die sich literarisch-akademisch betätigten zu einer Zeit, als das bei Frauen noch unüblich war.

Henriette Herz (1764-1847) war Schriftstellerin, gründete und leitete seit 1780 als »Salonnière den ersten literarischen Salon in Berlin während der »Frühromantik. In ihrem Salon kamen Personen und Persönlichkeiten zusammen, die unterschiedliche literarische Strömungen, Epochen und Gesellschaftskreise repräsentierten und vernetzten sich miteinander.

Sophie Marie Louise de Grouchy, Marquise de Condorcet (1764-1822) war eine Philosophin und Übersetzerin. In ihrem Salon versammelten sich die führenden Geister der Aufklärung.

Jane Austen (1775-1817) ist mit Ihren Romane zwar dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert zuzuordnen, doch ihre psychologisch präzisen und satirischen Darstellungen von Gesellschaft, Ehe und weiblicher Emanzipation stehen in direktem Bezug zum Gedankengut der Aufklärung.

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 23.09.2026

 

 
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