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Aspekte der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung

Überblick

Frühe Neuzeit (1350-1789 Absolutismus und Aufklärung (ca. 1650–1789) Aufklärung

 
GESCHICHTE
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Literaturepoche Aufklärung 1720-1785
»Der Begriff Aufklärung (Wikipedia)

Bevölkerungsentwicklung im 18. Jahrhundert

Nach den schweren Verlusten des 17. Jahrhunderts setzte im 18. Jahrhundert europaweit ein starkes Bevölkerungswachstum ein, besonders in Ost- und Ostmitteleuropa, während das Heilige Römische Reich die Verluste des Dreißigjährigen Krieges erst um 1740 ausgleichen konnte. Ursachen waren steigende Lebenserwartung, höhere Geburtenraten, weniger Kriegs- und Pestopfer sowie Fortschritte in Medizin, Hygiene und Landwirtschaft. Hungersnöte und Epidemien wie Pocken blieben zwar verbreitet, forderten aber weniger Opfer als zuvor.

In Deutschland stieg die Bevölkerung von ca. 10 Mio. um 1650 auf 16–18 Mio. um 1750, bei insgesamt rund 15 Mio. zu Beginn des 18. Jahrhunderts.

Vier Fünftel der Menschen lebten auf dem Land, die Mehrheit arbeitete im Agrarsektor. Regionale Entwicklungen variierten stark: Pommern und Schlesien verdoppelten ihre Einwohnerzahl, während Preußen durch territoriale Erweiterungen und Einwanderung – etwa von Hugenotten – besonders stark profitierte. Trotz Seuchen, hoher Kindersterblichkeit und hygienischer Missstände blieb das Wachstum stabil. Erwachsene konnten im 18. Jahrhundert oft ein Alter von 60 Jahren erreichen. Eine regelrechte Bevölkerungsexplosion erfolgte jedoch erst im 19. Jahrhundert, als sich die deutsche Bevölkerung binnen 80 Jahren verdoppelte.

Strukturelle Faktoren des Bevölkerungswachstums im 18. Jahrhundert

Ein zentraler Faktor war das hohe Heiratsalter: Männer heirateten meist mit 27–28, Frauen mit 25–26 Jahren. Das verkürzte die fruchtbare Phase, reduzierte die Kinderzahl, führte aber dennoch zu vielen Geburten, von denen wegen hoher Kindersterblichkeit nur wenige überlebten. So wirkte das späte Heiraten wie eine Form kollektiver Geburtenkontrolle, ohne das Bevölkerungswachstum ganz zu stoppen.

Ehen konnten nur mit Zustimmung von Eltern und Gemeinden geschlossen werden, vorausgesetzt, ein Hof oder Handwerksbetrieb sicherte den Lebensunterhalt. Viele Menschen – bis zu 20 % eines Jahrgangs – mussten deshalb unverheiratet bleiben. Die meisten Kinder wurden ehelich geboren; uneheliche Kinder waren gesellschaftlich geächtet, auch wenn ihre Zahl im 18. Jahrhundert anstieg.

Krisen wie Kriege oder Seuchen erhöhten kurzfristig Heirats- und Geburtenraten, da mehr Stellen frei wurden und das Heiratsalter sank.

Die Partnerwahl folgte überwiegend ökonomischen und familiären Zwängen; arrangierte Ehen und Verwandtschaftsehen waren üblich. Eine freie Partnerwahl nach liberalem Modell setzte sich erst viel später durch.

Dörfer und Städte in der Agrargesellschaft

Im Zeitalter von Absolutismus und Aufklärung (1650–1789) war Deutschland eine Agrargesellschaft: Noch 1780 arbeiteten rund 65 % der 10 Mio. Beschäftigten im Agrarsektor.

Erst Ende des 18. Jahrhunderts begann langsam die Umwandlung zum Industriestaat, die sich im 19. Jahrhundert beschleunigte. Neben den Dörfern existierten etwa 4.000 Städte, meist Kleinstädte unter 2.000 Einwohnern. Bis 1800 stieg die Zahl von Groß- und Mittelstädten zwar an, doch Kleinstädte dominierten weiterhin. Großstädte waren selten: nur Wien (100.000), Hamburg und Berlin (je 60.000). Im Vergleich zu London oder Paris mit über 400.000 Einwohnern wirkten deutsche Zentren provinziell.

Literaturepoche Aufklärung 1720-1785
»Der Begriff Aufklärung (Wikipedia)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 20.08.2025

   
 

 
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