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Lessing: Nathan der Weise - Wichtige Motive

Die Instrumentalisierung der christlichen "Gotteskrieger"

Notopfer-Karte des VDA, 1932


Der Verein für Deutschtum im Ausland (VDA) wurde 1881 in Berlin als Allgemeiner Deutscher Schulverein für das Deutschtum im Ausland gegründet. Er besteht bis heute fort und trägt heute, seit 1998, den Namen „Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland e. V. (VDA)“.

Er eröffnete in der Folge verschiedene deutsche Schulen und gehörte zu den in Deutschland in den 20er und 30er Jahren nach dem Ersten Weltkrieg zahlreichen Vereinen, die sich mit der Situation der Deutschen im Ausland, vor allem in den an Polen 'abgetretenen Gebieten', befassten. Was sie mit ihren Zeitschriften zur Diskussion stellten, reichte "von Veröffentlichungen pazifistischer Kreise und anderer nationaler Minderheiten bis hin zu nationalkonservativen oder gar völkischen Organen." (Eser. S.41) Im Zentrum der öffentlich geführten Auseinandersetzung in den verschiedenen Zeitschriften standen dabei auch Fragen des deutschen Minderheitenschulwesens in Polen. Der VDA war im Kreis der deutschvölkischen Bewegung angesiedelt und setzte sich mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes für die Revision des Versailler Vertrages und für den Erhalt des  sogenannten "Auslanddeutschtums" ein. Schon 1908 zählte er ca. 2,5 Mio. Mitglieder. (vgl. Wikipedia) Die Rolle, die der VDA im Nationalsozialismus spielte, ist umstritten. So soll er sich zwar für die Revision der Grenzen nach dem Versailler Vertrag eingesetzt, sich aber nicht der NS-Ideologie mit seiner Forderung nach Eroberung von Lebensraum im Osten angeschlossen haben; andererseits aber, so wird auch in der Forschung betont, habe sich der VDA schon früh der NS-Ideologie angenähert und konnte das auch, weil VDA und Nazis eben gemeinsame Ziele verfolgt und darüber hinaus auch gemeinsame Wurzeln besessen hätten. (vgl. ebd.)

Im Auftrag des VDA verfasste »Gottfried Fittbogen (1878-1941), der sich auch mit Gotthold Ephraim Lessing und seinem "Nathan“-Drama" (u. a. in seiner Doktorarbeit aus dem Jahre 1919) (→Gottfried Fittbogen (1923): Ergebenheit in Gott als Zentralbegriff Lessingscher Frömmigkeit) befasste, seine Schrift "Was jeder Deutsche vom Grenz- und Auslanddeutschtum wissen muß"(1937), die von 1924 bis 1938 insgesamt 8. (!) Auflagen erreichte.  Dabei habe Fittbogen, so Ingo Eser (2010, S.40 f.), 1924 die "volksnationale Reorientierung der deutschen Öffentlichkeit als eine natürliche Reaktion auf die Niederlage im Ersten Weltkrieg wie folgt dargestellt:  »Vor dem Krieg haben wir unsere Volksgenossen im Ausland sträflich vernachlässigt. Dass das anders werden muss, zumal das seit unserer Niederlage im Weltkrieg die Zahl der Deutschen, die außerhalb des Deutschen Reiches leben, um viele Millionen gewachsen ist, ist selbstverständlich.«[6.Aufl., 1929, S.1 (zit. n.. ebd.)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 15.08.2014

     
  
   Arbeitsanregungen:
  1. Beschreiben Sie die Darstellung und erläutern Sie anhand der verwendeten Bildsprache ihre Aussage.

  2. Informieren Sie sich über die Ziele und die Entwicklung des VDA bis heute.
     

      
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