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Aufmerksamkeit

Formen von Aufmerksamkeit


PSYCHOLOGIE

Glossar Entwicklungspsychologie Persönlichkeitspsychologie Kognitionspsychologie Emotionspsychologie Motivationspsychologie Kommunikationspsychologie Wahrnehmungspsychologie Überblick
Neurobiologische Grundlagen der Wahrnehmung Modelle der Wahrnehmung Empfindung und Wahrnehmung [ Aufmerksamkeit Überblick Neurologische Aktivierungstheorie (ARAS)Reize und Aktivierung  ► Formen von Aufmerksamkeit ◄ ▪ Flaschenhals- bzw. Filtertheorie der Aufmerksamkeit Visuelle Aufmerksamkeit ] Identifikations- und Wiedererkennungsprozesse
 

Der Begriff der Aufmerksamkeit ist nicht verbindlich definiert und wird entweder als selektive Aufmerksamkeit verstanden oder synonym mit dem Begriff Konzentration oder Konzentrationsfähigkeit verwendet. Geht man dagegen von einem weiter gefassten Begriff von Aufmerksamkeit aus, dann lassen sich verschiedene Aspekte von Aufmerksamkeit unterscheiden, die zu verschiedenen eng miteinander verbundenen Formen von Aufmerksamkeit führen.

Aufmerksamkeit stellt eine grundlegende Leistung dar, die in vielen Bereichen der Wahrnehmung eine Rolle spielt. Aufmerksamkeitsleistungen sind aus diesem Grunde auch keine isoliert zu betrachtenden Funktionen unseres Wahrnehmungssystems, sondern haben selbst funktionale Bedeutung für zahlreiche Wahrnehmungsvorgänge und Bewusstseinsvorgänge (z. B. Gedächtnisleistungen, für Planen und Handeln, für das Sprechen und Hören, für die Orientierung im Raum usw.).

Aspekt

Merkmale

Ungerichtete Aufmerksamkeit
(alertness)

Wachheit

Tonische Wachheit

  • Physiologischer Zustand des Organismus

  • Dauerndes Aktivierungsniveau, abhängig z. B. von der Tageszeit

Phasische Wachheit

Gerichtete Aufmerksamkeit
(selektive A.)

Bestimmung des Aufmerksamkeitsfokus

Weitere Aspekte

  • Fähigkeit, Aufmerksamkeit aktiv auf eine Reizquelle zu richten (= Konzentrationsfähigkeit)

  • dabei relevante Aspekte erfassen, Irrelevantes unterdrücken

  • Grundlegende Aufmerksamkeitsleistungen: Kontrolle des sensorischen Inputs unterschiedlicher Sinnesmodalitäten oder Verlagerung des räumlichen Aufmerksamkeitsfokus

  • kognitive Flexibilität = schneller Wechsel des Aufmerksamkeitsfokus, flexible Aufmerksamkeitssteuerung zwischen verschiedenen Informationsquellen

  • mangelnde kognitive Flexibilität: Leistungsminderung durch externe (z. B. Lärm) und interne Ablenkbarkeit (z. B. anderweitige Grübeleien beim Lesen)
    (vgl. Morschitzky 2006)

Längerfristige Aufmerksamkeit

Vigilanz

  • längerfristige Aufmerksamkeit bei niedriger Reizfrequenz und monotoner Reizsituation (z. B. lange Autofahrten auf monotonen Autobahnstrecken)

  • "Vigilanz ist ein Zustand der Funktionsbereitschaft des Organismus, auf zufällige, schwellennahe und seltene Ereignisse zu reagieren." (Morschitzky 2006)

Daueraufmerksamkeit

  • längerfristige Aufmerksamkeit bei hoher Reizfrequenz (z. B. Fließbandarbeit, Autofahren b ei Gegenverkehr)

  • Konzentration bei anhaltend hoher Stimulation

  • "Daueraufmerksamkeit verzeichnet die Fähigkeit, relevante Reize zu beobachten bzw. auf sie zu reagieren." (Morschitzky 2006)

Geteilte Aufmerksamkeit
(distributive A.)

 Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 13.02.2021

 
 

 
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