Dieses deutsche Volkslied ist bisher in 60 Fassungen
überliefert und in zahlreichen fliegenden Blätter
gedruckt worden. Es geht auf ein Gedicht von
»Christian Friedrich Daniel Schubart
(1739-1791) zurück (vgl.
Steinitz 1972, S.165f.)
Ich rat euch, Brüder alle, folgt nicht der Trommel Ton
(Mit jammervollem Blicke)
1.
Mit jammervollem Blicke,
Viel tausend Sorgen schwer,
Ging ich an meinen Krücken
Die weite Welt umher.
2.
Ich war ein tapfrer Krieger,
Sang manch Soldatenlied
In meinen vollen Glieder —
Jetzt bin ich Invalid.
3.
Weiß Gott, hab viel gelitten,
gefochten manchen Kampf,
Für's Vaterland gestritten,
geschmeckt den Pulverdampf.
4.
Ich stand bei Sturm und Regen,
Bei großer Mitternacht,
Bei Blitz und Donnerschlägen
Oft einsam auf der Wacht.
5.
Mir drohten oft Geschütze
Den fürchterlichsten Tod,
Ich trank aus mancher Pfütze
Und aß verschimmelt Brod.
6.
Ich bettle vor den Türen,
Ich armer lahmer Mann,
Ach Tjott, wen wird es rühren?
Wer nimmt sich meiner an?
7.
Ich rat's euch's, Brüder alle,
folgt nicht der Trommel Ton
Und dem Trompetenschalle,
Sonst kommt ihr in meinen Lohn!
(aus:
Steinitz 1972, S.165f.)
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
07.08.2026