"Stelle
die Grundthesen von Bachtins Theorie des Komischen zusammen."
I.
-
Das
Komische im Kontext der Volkskultur
Bachtin untersucht vor allem das Volkslachen im Mittelalter
und in der Renaissance (z. B. bei Rabelais).
Lachen ist eine kollektive Praxis, nicht individuell oder
elitär.
Es steht im Gegensatz zur offiziellen, ernsten Kultur
(Kirche, Staat).
-
Karnevalisierung
Das Lachen findet seinen Höhepunkt im Karneval: Hier
herrscht zeitweise eine Umkehrung aller Hierarchien.
Obrigkeit, Religion und Autoritäten werden verspottet.
Alles wird gleichgestellt, Menschen begegnen sich auf
Augenhöhe
-
Grotesker Realismus
Das Komische zeigt sich in der grotesken Körperlichkeit:
Betonung von Essen, Trinken, Sexualität, Ausscheidungen.
Der Körper wird als werdend, unvollendet, offen dargestellt
– im Gegensatz zum abgeschlossenen, idealisierten Körper der
klassischen Ästhetik.
Das Lachen ist mit Erneuerung, Fruchtbarkeit und Verwandlung
verbunden.
-
Funktion des Lachens
Lachen hat eine befreiende Funktion: Es relativiert
Autorität und Absolutheitsansprüche.
Es ist zugleich kritisch (gegen bestehende Macht) und
produktiv (öffnet neue Sichtweisen, verbindet Gemeinschaft)
-
Doppelcharakter
Das Komische bei Bachtin ist nie nur destruktiv oder
spöttisch, sondern auch lebensbejahend.
Es entlarvt das Erstarrte und eröffnet Perspektiven auf das
Lebendige, Erneuerbare.

Für größere Ansicht bitte an*klicken*tippen!
ChatGPT
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
08.09.2025
|