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Schon in der griechischen Antike sind unzählige • dramatische Texte unterschiedlicher Gattungen innerhalb und außerhalb des Theaters entstanden, wobei • Tragödie und • Komödie sich zu den dramatischen Leitgattungen der Zeit entwickelt haben. (vgl. Hose 2012, S.173)

Seitdem sind • dramatische Texte immer wieder auf unterschiedliche Art und Weise in Genres, Gattungen oder Formen eingeteilt worden. Jede dieser Typologien hat seine Vor- und Nachteile, die hier nicht erörtert werden können.

Auch wenn die Zuordnung von Texten zu • Gattungen generell immer nur sehr unvollkommen gelingen kann, kann es immer wieder von Bedeutung sein, "wenigstens die Prinzipien und logischen Regeln zu benennen und zu reflektieren" (Müller-Dyes 1996, S.324), nach denen die Gattungstheorie vorgegangen ist und weiterhin verfährt. 

Im Zusammenhang mit der Gattung der • Komödie und ihrer Untergattungen, hier Formen genannt, ist es dazu zunächst einmal hilfreich, zwischen • (historischen) Gattungen und • (systematischen) Gattungsbegriffen zu unterscheiden.

Werden die Gattungsbegriffe im Rahmen eines • nicht-normativen Gattungskonzepts zudem unter • sozial- und funktionsgeschichtlicher Perspektive betrachtet, dann betonen sie die historische Bedingtheit (Entstehung, Kontext) der Gattungen, sehen in Gattungen "historisch bedingte Kommunikations- und Vermittlungsformen". Sie betrachten sie "als soziokulturelle, literarisch-soziale Konsensbildungen und nicht als normative, transgeschichtliche Formkonstanten"  (Wilhelm Voßkamp (1992, S.256)

Gattungen stellen in diesem • Gattungskonzept "soziokulturelle Verständigungsbegriffe" dar, die immer "auch auf ihre Entstehungsbedingungen im allgemeinen historischen Kontext und auf den wissenschaftsgeschichtlichen Ort, in dem sie entstanden sind und gebraucht werden", verweisen (ebd.) und betonten damit "den historischen Charakter literarischer Gattungen im Sinne soziokultureller Konventionen." (ebd., S.253).

Zur vorläufigen Orientierung: Hauptformen des Dramas (Ivo Braak)

Die nachfolgende Unterscheidung der "Hauptformen des Dramas", die Ivo Braak (31969, S.232-252) vorgenommen hat, kann nur eine vorläufige Orientierung darstellen, zumal solche Typologien zu Recht umstritten sind und auch die dahinter stehenden Gattungskonventionen längst in Auflösung begriffen sind.


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Dessen ungeachtet haben "Gattungsdefinitionen", wie Pfeiffer (22013, S.56) betont, "eine große unterrichtspraktische Bedeutung" und Gattungsbegriffe seien seit jeher Ordnungskriterien, Verstehenshilfe oder Leseanleitung.

Bei der Beschäftigung mit literarischen Texten im Unterricht und bei ▪ Schreibaufgaben zu ihrer Interpretation spielen ▪ Gattungsfragen weiterhin  eine bedeutende Rolle. Allerdings ist die Art und Weise, wie Gattungswissen, Gattungs- und/oder Textsortenmerkmale im Literaturunterricht erworben werden sollen in der Literaturdidaktik strittig.

Insgesamt ist es nicht verwunderlich, dass auch ▪ normative Gattungskonzepte und der ▪ Umgang mit historischen Gattungen und systematischen Gattungsbegriffen aus literaturdidaktischen Gründen noch immer eine wichtige Rolle in der Schule spielen, "weil sie den Diskurs im Handlungsfeld [Literatur, d. Verf.] wesentlich bestimmen und ohne ihre Kenntnis eine souveräne Teilhabe daran kaum möglich ist. Nominalistische Definitionsversuche, wie man sie zuweilen in der Literaturwissenschaft antrifft, sind dafür aber nicht nötig." (Abraham/Kepser 22006, S.34)

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 06.01.2026

 
 

 
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