Die
•
Komödie ist, so definieren
Profitlich/Stucke (2007, S.309) die Gattung, ein "Drama, das
über größere Partien eine oder mehrere Figuren komisch
präsentiert." Ein allgemeinverbindlicher Begriff der Komödie
existiert nicht. Selbst das •
Komische oder das Happy End werden
nicht immer als konstitutiv anerkannt.
Dies trifft auch auf
andere Merkmale zu wie, die die Rezeption dieser Stücke
ausmachen wie z. B. das Überlegenheitsgefühl des Rezipienten
über die komisch verblendeten Figuren, die Gefühle von
Schadenfreude und von Entlastung vom Druck als gemeinsam
angesehenen Zwängen, die Erwartungen eines Happy Ends, das
heitere Gefühl, das sie aus der Distanz zum Geschehen erzeugen
und das Bewusstsein, dass es sich um ein Spiel handelt. (vgl.
ebd.)
Was sich auf der Ebene der dramatischen Texte schon schwierig
gestaltet, wenn es um die Gattungsmerkmale der Komödie geht,
gilt um so mehr für die weitere •
Gattungstypologie der Komödie
selbst, die, je nach Ansatz, in verschiedene Untergattungen
eingeteilt werden kann.
Die Komödie ist wie die •
Tragödie
als Kunstform • in der griechischen Antike
entstanden.
Im Leben der antiken griechischen Gesellschaft (»Polis)
besaßen beide Dramengattungen eine große Bedeutung. Auch wenn
die Tragödie im 5. Jahrhundert zur "intellektuellen Leitgattung
der griechischen Kultur" (Hose
2012,, S.179) avancierte, waren die •
Komödien dieser Zeit, allen
voran die
• alte Komödie von •
Aristophanes (zwischen 450 v. Chr. und 444 v. Chr. in Athen - um
380 v. Chr.) beim Publikum sehr beliebt und fest in den
kultischen Konventionen und Institutionen der »Polis
verankert.
So wurden beispielsweise während
der ▪
Großen Dionysien, dem Fest zu Ehren des Gottes »Dionysos, an den fünf Tagen, die das
Fest gewöhnlich dauerte, ab 486 v. Chr. am zweiten Festtag fünf
Komödien aufgeführt. Auch diese Aufführungen traten wie die
▪ Tragödientetralogien
an den nachfolgenden drei Tagen in einem Wettbewerb
gegeneinander an.
Die bekannten Komödiendichter des 5. Jahrhunderts v. Chr., allen
voran »Aristophanes
und »Kratinos
(um 490 v. Chr.- 420 v. Chr.), trafen den Nerv ihrer Zeit.
Sie prangerten nach der Demokratisierung der »Polisverfassung mit ihren •
Komödien "die Laster und Schandtaten der politischen Klasse
in kaum überbietbarer Schärfe an" und überschütteten zur
Freude des breiten Publikums "deren
Repräsentanten mit Spott und Hohn" (Brauneck
2012, S.15).
Es gibt nur wenige vollständig
erhaltene Komödien aus dieser Zeit. Sie stammen von »Aristophanes
(zwischen 450 v. Chr. und 444 v. Chr. - um 380 v. Chr.)
und »Menander
(342/341 v. Chr.- 291/290 v. Chr.), die beide nicht nur ein
Jahrhundert auseinander gelebt haben, sondern auch unter dem
Blickwinkel der
»Komödienentwicklung dieser Zeit unterschiedlichen
• Phasen der
Gattungsentwicklung angehören.