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Mailied

Johann Wolfgang von Goethe (1771)


 

 

Wie herrlich leuchtet

 

Mir die Natur!

 

Wie glänzt die Sonne!

 

Wie lacht die Flur!

   
5

Es dringen Blüten

 

Aus jedem Zweig

 

Und tausend Stimmen

 

Aus dem Gesträuch,

   
  Und Freud und Wonne
10 Aus jeder Brust
  O Erd, o Sonne!
  O Glück, o Lust!
   
  O Lieb, o Liebe,
  So golden schön,
15 Wie Morgenwolken
  Auf jenen Höhn!
   
  Du segnest herrlich
  Das frische Feld,
  Im Blütendampfe
20 Die volle Welt
   
  O Mädchen, Mädchen,
  Wie lieb ich dich!
  Wie blickt dein Auge!
  Wie liebst du mich!
   
25 So liebt die Lerche
  Gesang und Luft,
  Und Morgenblumen
  Den Himmelsduft
   
  Wie ich dich liebe
30 Mit warmem Blut,
  Die du mir Jugend
  Und Freud und Mut
   
  Zu neuen Liedern
  Und Tänzen gibst
35 Sei ewig glücklich,
  Wie du mich liebst!

 

 

 
   Arbeitsanregungen:

Interpretieren Sie das Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe.

  1. Arbeiten Sie dabei insbesondere das Verhältnis der beiden Liebenden heraus und zeigen Sie auf, welche Rolle die Natur dabei spielt.

  2. Untersuchen Sie dabei, welche sprachlich-stilistischen Mittel der Autor auf der Ebene des Satzbaus zur Gestaltung seiner Aussage einsetzt.

  3. Vergleichen Sie das Gedicht mit Friedrich von Hagedorns "Der erste Mai"

  4. Stimmt die im Gedicht zum Ausdruck gebrachte Vorstellung von Liebe mit unserer modernen Liebeskonzeption überein?

 

 
      
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