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Fakten-, Anwendungs- und Handlungswissen

Faktenwissen

Ryle (1969) und Baumgartner (1993)


PSYCHOLOGIE
Glossar Entwicklungspsychologie Persönlichkeitspsychologie Kognitionspsychologie
Überblick Hauptbereiche [ Wissensrepräsentation Überblick Alltagstheorien über unser Wissen [ Philosophische AnsätzeÜberblick [ Fakten-, Anwendungs- und Handlungswissen (Ryle und Baumgartner) Überblick Faktenwissen Anwendungswissen Handlungswissen ]Explizites und implizites Wissen (Polanyi 1985) ]Konzeptuelles Wissen Perzeptuelle Symbolsysteme ACT-R-Theorie Embodiment ] Gedächtnis Lernpsychologie Emotionspsychologie Motivationspsychologie Kommunikationspsychologie Wahrnehmungspsychologie
 

Ein ▪ philosophischer Ansatz zur Klassifikation von Wissen stammt von Ryle (1969) und Baumgartner (1993) unterscheiden das nachfolgend dargestellte Wissen.

Das ▪ Faktenwissen gehört in der Modellvorstellung von Ryle, Baumgartner u. a. neben dem ▪ Anwendungswissen zum Wissen im engeren Sinne, dem theoretischen Wissen.

Es besteht in der Kenntnis von Sachverhalten oder von Aussagen über einen Sachverhalt.

Faktenwissen ist für Ryle (1969) "knowing that", d. h. man weiß, dass etwas so ist oder nicht.

Wissen-dass (knowing that) lässt sich in Form von Propositionen ausdrücken. Typisch dafür sind also Sätze wie, die sich auf unser Faktenwissen beziehen:

  • Robert weiß, dass er bei Rot an der Ampel anhalten muss.

  • Claudia weiß, dass der nächste Zug um 10.30 Uhr abfährt.

  • Anna kennt die Vorwahl von Konstanz. (Anna weiß, wie die Vorwahl von Konstanz lautet.)

  • Klaus weiß, dass es Atome gibt.

Typisches Faktenwissen ist z.B. die Kenntnis bestimmter Jahreszahlen in Geschichte, die verschiedenen bei uns vorkommenden Gartenvögel, die Darstellerinnen* einer Serie oder des Molekülaufbaus in Chemie etc. 

Dieses Wissen ist deklarativ und statisch.

  • deklarativ, weil man damit (vermeintliche) Tatsachen erklärt

  • statisch, weil Faktenwissen zwar ergänzt oder erweitert werden kann, aber selbst nicht der Quell  neuen Wissens sein kann

Grundsätzlich muss Faktenwissen aber nicht an die propositionale, also sprachlich-symbolische Repräsentation im Gedächtnis und den entsprechenden deklarativen Gedächtnissystemen, vor allem das semantische Gedächtnis, gebunden sein. Auch das nicht-deklarative perzeptuelle Gedächtnis kann durchaus auch Faktenwissen speichern, und das im Übrigen mit einer ziemlich langen Behaltensdauer wie z. B. Wahrnehmungseindrücke speichern (z. B. das Bild eines Apfels, den Geruch, der sich verbreitet, wenn Weihnachtskekse gebacken werden oder eine Melodie).

Kognitionspsychologisch sind solche Fragen auch mit der ▪ Theorie der dualen Kodierung (Paivio 1971,1977) untersucht worden, die sich gegen die Einseitigkeit der ▪ Theorie der propositionalen Repräsentation mit ihrem ▪ amodalen, d.h. von den konkreten Sinnes- bzw. Wahrnehmungseindrücken abstrahierenden Symbolsystem gewandt hat. Vor allem  »Lawrence W. Barsalou (geb. 1951) (1999) mit seiner ▪ Theorie der perzeptuellen Symbolsysteme (Wahrnehmungssymbolsysteme, »Perceptual Symbol Systems Theory) eine andere Theorie entwickelt.

 Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 02.03.2021

       
 

 
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