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Kognitionspsychologische Modelle zum Lesen und Verstehen von Texten

Überblick

 
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Glossar
Was sind teachSam-Projekte? Lesen Fragen zur eigenen Lesebiographie und zum eigenen LeseverhaltenÜberblickGeschichte des Lesens Lesen und Verstehen von Texten Überblick  ● Einzelne Modelle und Theorien zum Lesen und Verstehen von Texten Überblick [ Kognitionspsychologische Modelle Überblick Construction Integration Model (CI-Modell)Bildung von Inferenzen ] Textlinguistische KohärenzmodelleLiteraturwissenschaftliche Modelle Grundantriebe des Lesens und Lesertypologie Aktive und passive Lesearten Lesen und individuelle Entwicklung Lesen in digitalen Welten Weibliches LesenOhne Lesen leben (Analphabetismus) ▪ Lesen und gesellschaftliche Entwicklung Bausteine Links ins Internet Lesekompetenz Arbeitstechnik Lesen Verständlichkeit
 

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 Hermeneutische Modelle

Heute gibt es in allen Wissenschaften, die sich mit dem ▪ Verstehen von gehörten und/oder gelesenen Texten befassen, einen Grundkonsens. Grundsätzlich beruht er auf  Grundannahmen, die nach der sogenannten kognitiven Wende in den 1970er Jahren in verschiedenen Theorien, Modellen und Konzepten des »Konstruktivismus als »Erkenntnistheorie (»Radikaler Konstruktivismus, »Erlanger Konstruktivismus, »Interaktionistischer Konstruktivismus) und als »lernpsychologisches Konzept entwickelt worden sind. .

Dieser besteht darin, dass

  • der Textrezipient beim Verstehen nicht passiv ist, sondern eine aktive Rolle spielt

  • in diesen Verstehensprozess vom Textrezipienten unterschiedliches Wissen eingebracht wird, um sich die Bedeutung bzw. den Sinn eines Textes, der nicht primär eine Texteigenschaft darstellt, in der Interaktion mit dem Text zu erschließen und unter Beteiligung kognitiver und emotionaler Momente eigenaktiv zu konstruieren.

Textverstehen ist heute jedenfalls in der ▪ Kognitionspsychologie, der ▪ Textlinguistik, in der ▪ Literaturwissenschaft "als Informations- bzw. Textverarbeitung konzipiert, deren Resultat, abhängig von Wissen und Fähigkeiten (mentale Modelle, frames, scripts, Schemata, Begriffe; Schema und Schematheorie), die kreative Konstruktion subjektiv befriedigend kohärenter und emotional besetzter mentaler Repräsentationen wahrgenommener Gegenstände sein soll, auf deren Basis inhaltliche Inferenzen sowie Kondensationen oder Elaborationen aller Art möglich werden." (Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie, 32004, S.252)


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Die ▪ Kognitionspsychologie, die verschiedene »behavioristische Ansätze ersetzte, zielt dabei auf Gegenstandsbereiche, die vom Behaviorismus vernachlässigt werden, darunter jene Prozesse und Strukturen, die sich der unmittelbaren Beobachtung weitgehend entziehen und "üblicherweise mit dem Begriff »geistig« versehen werden. Dazu gehören neben dem Wahrnehmen, Denken, Erinnern, Schlussfolgern und Problemlösen nicht zuletzt auch das Sprechen, Sprachverstehen und Lesen." (Christmann 2015b, S.22)

Dabei dürfte es als die Haupterrungenschaft der Kognitionspsychologie im Bereich des Verstehens von Texten sein, dass "Lesen heute nicht mehr wie zu Beginn des Jahrhunderts als primär visueller Wahrnehmungsprozess aufgefasst, sondern als Fähigkeit, visuelle Informationen aus graphischen Zeichenfolgen zu entnehmen und deren Bedeutung zu verstehen." (ebd.)

Mit anderen, vereinfachten Worten reformuliert: Beim Lesen und Verstehen von Texten sind wir stets aktiv, bringen unser Wissen ein und versuchen, mit dem, was wir an Vorstellungen über bestimmte Arten von Texten im Gedächtnis gespeichert haben, uns so einen Reim auf das Ganze zu machen, dass es uns selbst zunächst einmal reicht und plausibel erscheint. Dabei bringen wir, das, was wir lesen, in einen Zusammenhang zueinander.

Globale Modelle des Lesens

Auch wenn es einen Grundkonsens bei der Konzipierung von Lese- und Verstehensprozessen im Zusammenhang mit Texten gibt, ist man sich in der Wissenschaft bis heute nicht so recht einig geworden, wie die grundsätzlich unbestrittene Interaktion des Textes mit dem Leser funktioniert.

Dabei stehen sich drei verschiedene globale Modelle gegenüber (vgl. Christmann 2015b, S.23ff.)  

Datengesteuertes Lesen

Wissensgesteuertes Lesen

Interaktives Lesen

  • Bottom-up- Verarbeitung (induktiv)

  • beim Lesen werden unterschiedliche Ebenen nacheinander durchlaufen

  • Ausgangspunkt sind hierarchieniedrige Prozesse auf der Buchstaben-, Wort- und der Satzebene

  • diesen folgen in einem seriellen Prozess von unter nach oben hierarchiehöhere Prozesse auf der Textebene

  • höhere Teilprozesse setzen erst ein, wenn die hierarchieniederen Prozesse abgeschlossen sind

  • besonderes Gewicht liegt dabei darauf, dass vor allem die hierachieniedrigeren Prozesse möglichst schnell abgeschlossen werden und sich weitgehend automatisch vollziehen

  • aus der seriellen Verarbeitung mit Hilfe dieser Prozesse lässt sich ein erstes Textverständnis entwickeln, das dann mit dem eigenen Wissen angereichert wird

  • Kombination von Bottom-up- und Top-Down-Verarbeitung

  • beim Lesen konstruiert der Leser sein Textverständnis in einem fortlaufenden interaktionellen Prozess, der daten- und erwartungsgeleitete Prozesse miteinander verbindet

  • hierarchiehöhere Verarbeitungsprozesse können schon einsetzen, ohne dass die hierarchieniedrigeren abgeschlossen sind

  • Beispiel: Construction Integration Model (CI-Modell des Textverstehens)

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Konzepte der Schreibkompetenz

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 14.12.2020

 
 

 
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