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Überblickswissen

Wechselwirkung von Religions-, Kirchen- und Gesellschaftskritik

Frühe Neuzeit (ca. 1500-1800) Absolutismus und Aufklärung (ca. 1650–1789) Aufklärung

 
GESCHICHTE
Grundbegriffe der Geschichte Europäische Geschichte Frühe Neuzeit (ca. 1500-1800) Didaktische und methodische Aspekte Überblick Zeitalter der Renaissance (ca.1350-1450) Zeitalter der Entdeckungen (1415-1531) Reformation und Glaubenskriege (1517-1648) ▪ Absolutismus und Aufklärung (ca. 1650-1789)  ▪ Die Aufklärung Didaktische und methodische Aspekte [ Überblickswissen Überblick Auswahl bedeutender Aufklärer im Überblick Zentrale Ideen Aufklärung als historischer Epochenbegriff Wechselwirkung von Religions-, Kirchen- und GesellschaftskritikAufklärerischer Fortschrittsglaube und erzieherische Aufgabe der Aufklärung ] Begriff und Diskurs um Wesen und Bedeutung der Aufklärung Aufklärer (Auswahl)AufklärerinnenAspekte der politischen und gesellschaftlichen EntwicklungTextauswahl Bausteine Fragen und Antworten (KI) Links ins Internet   Die Entstehung des frühmodernen Territorialstaates im Absolutismus Repräsentation von Macht im höfischen AbsolutismusDer Beginn des bürgerlichen Zeitalters mit der Französischen Revolution 1789Einzelne sozial- und mentalitätsgeschichtliche Aspekte Bausteine Beginn des bürgerlichen Zeitalters Deutsche Geschichte
 

Literaturepoche Aufklärung 1720-1785
»Der Begriff Aufklärung (Wikipedia)

Der Prozess der • Aufklärung ist an bestimmte gesellschaftliche Bedingungen gebunden. Nur wo aufklärerische Kritik möglich ist, also die Freiheit der Meinungsäußerung und ein Klima der Toleranz herrschen, kann sich das Denken "aus den Bindungen der tradierten, auf Offenbarungswahrheiten gegründeten christlichen Religion und Theologie und dem durch das Christentum theologisch-metaphysisch begründeten Weltbild mit seiner Staats- und Gesellschaftsordnung" befreien. (vgl. Meyers Taschenlexikon, Geschichte Bd.1, S.127)

Die Aufklärung, das war eines ihrer wichtigsten Merkmale, suchte "die wahre Religion nicht mehr in kirchlichen Dogmen, sondern in der praktischen Moral" (Schneiders 1997/42008, S.8) und erhob die "Tugend zur diesseitigen Ersatzreligion" (ebd.

Hintergrund dieses Wandels war die sich mehr und mehr breit machende "Skepsis gegenüber überliefertem Wissen", die sich in dem seit langem hinziehenden "Streit um die Deutungshoheit der christlichen Heilslehre in konfessionellen Konflikten sowie die Unterminierung bzw. Infragestellung der Bibel als einziger Erkenntnisquelle und universal gültigem Geschichtsbuch durch die Entdeckung fremder Welten" (Meyer 2018, S.12)niedergeschlagen hat.

Gerade die Religionskritik, insbesondere »Voltaires (1694-1788), bereitet dabei dem weiteren gesellschaftskritischen Denken den Boden. Seine »deistischen Auffassungen, wonach Gott die Menschen und die Welt zwar erschaffen hat, dann aber in den Weltengang nicht mehr eingreift, erschüttern die Grundfesten des seit der Renaissance mehr oder weniger unbeschadet gebliebenen Menschen- und Weltbildes.

Aber nicht nur die Religion und ihre Institutionen und religiösen Praktiken waren nach Ansicht der Aufklärung zu kritisieren, sondern auch die Politik war in den Augen der Aufklärer ein Bereich, indem Unvernunft, Unfreiheit und Unmoral herrschte.

Die meisten Aufklärer und Aufklärerinnen waren sich in diesen Weltvorstellungen einig, die auch ihr gemeinsames Politikverständnis begründete: "Politik sollte das Gemeinwohl, die res publica, auf der Grundlage der natürlichen Ordnung aufbauen und somit die natürliche moralische Bestimmung des Menschen verwirklichen." (Tricoire 2023, S.175 Kindle Edition)

Auch wenn auf dem gemeinsamen ideellen Fundament sehr unterschiedliche politische Programme entstanden, waren politisch-gesellschaftliche Utopien nicht das Geschäft der bedeutendsten Aufklärer. Daher blieben auch ihre leitenden Kategorien wie ›Vernunft‹, ›Gefühl‹ oder ›Fortschritt‹ oft Worthülsen ohne konkreten Inhalt. (vgl. Schmidt 2009, S.398)

Insgesamt betrachtet stehen die neuen politischen Visionen, die in der Aufklärungszeit aufkommen, häufig in einer Kontinuitätsbeziehung zu älteren Ideen, auf die sie Bezug nehmen und die sie innovativ weiterentwickelt haben. (vgl. Tricoire 2023, S.175 Kindle Edition.)

Im Allgemeinen "vertraten Aufklärer anders als moderne Demokraten nicht die Idee, es gebe ein politisches System, das für alle Staaten das beste sei." (ebd., S.175 Kindle Edition). Häufig gingen sie wie die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen »Scholastiker davon aus, dass sich eine ganze Reihe vom Herrschaftsformen legitim waren, solange diese das »Naturrecht nicht antastete. Ihre politischen Visionen knüpften sich im Allgemeinen an Bestrebungen, wie die vorhandenen politischen und gesellschaftlichen Strukturen reformiert werden konnten und damit Tugend und Allgemeinwohl fördern konnten.

Allerdings gab es auch »radikale Aufklärer, die mit den scholastischen Traditionen brachen und vertraten, dass sich nur ein bestimmtes politisches System mit dem »Naturrecht vereinbaren lasse. (vgl. ebd.)

Insgesamt betrachtet stehen die neuen politischen Visionen, die in der Aufklärungszeit aufkommen, häufig in einer Kontinuitätsbeziehung zu älteren Ideen, auf die sie Bezug nehmen und die sie innovativ weiterentwickelt haben. (vgl. ebd.)

Im Prozess der frühneuzeitlichen Staatsbildung im  Absolutismus, der nicht nur die feudalen Zwischengewalten ausschaltete, sondern auch die Sozialdisziplinierung seiner Untertanen auf vielfältige Weise in Angriff nahm, wurde die Monarchie, "die seit Menschengedenken politischer Normalzustand war" (Schneiders 1997/42008,S.8) allerdings von der Aufklärung nur ausnahmsweise und erst spät in Frage gestellt. Die größere Anzahl der Aufklärer strebte mit dem Ziel der allgemeinen Weltverbesserung vor Augen "eine Verbindung zwischen Aufklärung und Absolutismus in einem aufgeklärten Reformabsolutismus" an. Der weitaus kleinere Teil plädierte, allerdings meistens erst nach der Französischen Revolution, "irgendeine Art von demokratischer Republik" an: "Die Sorge der Aufklärer um Vernunft und Moral war offensichtlich größer als ihr Interesse an einer Freiheit für alle." (Schneiders 1997/42008, S.8)

Literaturepoche Aufklärung 1720-1785
»Der Begriff Aufklärung (Wikipedia)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 07.07.2026

 

 
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