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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

A B C D E F G H - J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Ich, erinnerndes 
Ich, erinnertes 
Ich, erlebendes 
Ich, erzählendes

Ich, erzähltes
Ich, lyrisches
Ich-bezogene Orientierung
Ich mit Leib
Ich-Erzähler, auktorialer
Ich, Erzähler, personaler
Ich-Erzählperspektive
 
Ich-Erzählsituation

Ich, Erzählsituation, auktoriale
Ich-Erzählsituation, personale
Ich-Erzählung 
Ich-ich-Struktur, zweipolige
Ich-Roman 
"Ich-verstehe"-Zuhören
Idealer Leser 
Idealtypus
Ideenfindung 
Ideenwand 
Identität, figurale
Ideologie 
Ideologiekritik 
Ideologiekritische Methode 
Ihr-Anrede
Ihrzen
Ikonisches Zeichen 
Illokution 
Illokutionärer Akt 
Illokutiver Akt
Illustrierende Lernaufgabe
Imagery
Imagerykode
Imagerysystem
Im-Nachhinein-Planer
Im-Nachhinein-Planung
Implizierter Autor
Implizierter Leser
Implizit
Implizit-auktoriale Charakterisierungstechnik 
Implizite Bühnenanweisung
Implizite Darstellung(sweise) des Erzählers
Impliziter Darstellungsmodus des Erzählers
Implizite Figurencharakterisierung
 
Impliziter Autor
Impliziter Leser 
Implizites Transfersignal
Implizites Wissen 

Implizit-figurale Charakterisierungstechnik
Indexikalisches Zeichen
Indikativ
Indirekte Figurenrede
Indirekte Rede
 
Indirekte Redewiedergabe 
Indirektes Charakterisieren

Individualkarikatur
Individuelle Wertfrage
Individuelles Interesse
Indiziale Zeichen

Induktives Argument
In-einem-Zug-Schreiben
Inert knowledge
Inferenz
Inferieren
Infinite Verbform
 
Infinitiv 
Infinitivsatz 
Infinitiv, satzwertiger
Infografik
Informationswand 
Informativität
Inhalt

Inhalt eines Textes

Inhaltliche Erfassung eines Textes
Inhaltliche Gliederung eines Textes
Inhaltliche Kompetenz
Inhaltliches Interesse
Inhaltliches Wissen
Inhaltsangabe 
Inhaltsangabe, erweiterte
Inhaltsangabe, literarische 
Initiationsgeschichte
Initiativer Sprechakt
Initiierender Akt
Initiierender Gesprächsschritt
Initiierung
Innenperspektive
Innensicht

Innere Rede
Innerer Monolog 
Inneres Bild

Inquit-Formel

Instrumentalsatz
Inszenierungsanweisung
Inszeniertes Gespräch
Intendierter Leser 
Intensionale Definition
Intensives Lesen 
Intention
 
Intentionalität
Interactive writing
Interaktion

Interaktion, parasoziale
Interesse, individuelles
Interesse, inhaltliches
Interessse, situationales
Interesse, thematisches
Interferenz
Interferenz von Erzählertext und Personentext
Interferieren
Interjektion 
Interne Analepse
Interpretation 
Interpretation, gestaltende
Interpretaztion, multimediale
Interpretation, sprechgestaltende 
Interpretation, szenische
Interpretation, textimmanente
Interpretation, werkimmanente 
Interpretierendes Lesen
Interpretationsaufsatz
Interpretieren Sie (den Text)
Interrogativpronomen
Interrogativsatz
Intertextualität
Intertextuelles Schreiben
Interview
Intrinsische Motivation
Introspektion
Inversion
Invokation
Ironie 
Ironie, dramatische
Isochronie
Iterativ-durative Raffung 
Iterative Raffung
i-Wörter

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Ich, erinnerndes
vgl. Erinnerndes Ich 
 
Ich, erinnertes
vgl. Erinnertes Ich 
 
Ich, erlebendes
vgl. Erlebendes Ich 
 
Ich, erzählendes
vgl. Erzählendes Ich 

Ich, erzähltes
vgl. Erzähltes Ich

 
Ich, lyrisches
vgl. lyrisches Ich

Ich-bezogene Orientierung
1. nach Lehtinen (1994, S.156f.) eine der drei Prototypen von strategischen Orientierungen die Lernende einnehmen; zwischen ihnen bestehen Übergänge und sie lassen sich auch noch weiter abstufen: a) problem- und aufgabenbezogene Orientierung b) soziale Abhängigkeitsorientierung c) Ich-bezogene Orientierung - vgl. Lernstrategische Orientierungen 2. in der Schreibdidaktik zeigt sich nach Baurmann 2(002/2008, S, 76) die Ich-bezogene Orientierung beim Schreiben in der Schule u. a. darin, dass solche Schreiberinnen und Schreiber beim Schreiben meistens keine positiven Erfahrungen gemacht haben und die Rahmenbedingungen beim Schreiben in der Schule, insbesondere beim Schreiben zur Leistungskontrolle (Leistungsaufgaben), als unangenehm und belastend empfinden; sie versuchen Schreibanforderungen auszuweichen durch "Ersatzhandlungen" wie Schreibmaterialien vorbereiten und führen so lange Prozeduren zur Schreibvorbereitung durch; Schreiber mit dieser Orientierung überarbeiten ihre Texte normalerweise nicht und wollen oft von Mitschülern und Lehrkräften keine Hilfe annehmen - vgl. Lernstrategische Orientierungen (Schreibdidaktik), aversives Motivationssystem

 
Ich mit Leib
In der Erzähltheorie Franz K. Stanzels besondere Ausgestaltung eines personalisierten Erzählers, einer manifesten Erzählerfigur; das "Ich mit Leib" wird mit Beschreibungen zu seinem Äußeren, seinem Geschlecht, seiner Vorgeschichte u. ä. m. ausführlich charakterisiert und tritt als Akteur auf der Ebene der Narration, der Vermittlungsebene, selbst auf, indem es z.B. eine Fotografie betrachtet, über seine soziale Lage nachdenkt usw. - vgl.

Ich-Erzähler, auktorialer
vgl. Auktorialer Ich-Erzähler

Ich-Erzähler, personaler
vgl. Personaler Ich-Erzähler

Ich-Erzählsituation, auktoriale
vgl. Auktoriale Ich-Erzählsituation

Ich-Erzählsituation, personale
vgl. Personale Ich-Erzählsituation

 
Ich-Erzählung
1. in der älteren Erzählforschung Bezeichnung für einen Erzähler, der zugleich eine Figur des erzählten Geschehens ist; in Form des auktorialen Erzählens (auktoriale Ich-Erzählperspektive) Unterscheidung zwischen sich erinnerndem und erinnertem Ich möglich; in Form des auktorialen wie auch personalen Erzählens nur Innensicht der eigenen Person möglich (perspektivisch fokalisierte Zentralfigur);
Beispiel: Als ich auf das Restaurant zuging, konnte ich in meiner grenzenlosen Naivität damals noch nicht wissen, dass ich wieder versetzt werden würde.
2. in der neueren Erzählforschung im Anschluss an »Gérard Genette (1930-2018) (1972, dt. 1994) wird dagegen der Begriff Homodiegese bzw. Diegesis bevorzugt, da auch ein Erzähler, der von sich als  Figur innerhalb der Geschichte erzählt, nicht unbedingt in der Ich-Form von sich schreiben muss, wenn er etwas über sich selbst aussagt. (vgl. homodiegetischer Erzähler Beispiel zu 4)
 
Ich-Erzählsituation
auch: Ich-Erzählperspektive; epische Darstellungstechnik; perspektivische Ich-Erzählung; Innensicht auf den Ich-Erzähler beschränkt; mit kommentierender Einmischung des Ich-Erzählers (auktoriales Erzählen) (telling); mitunter durch zeitliche bzw. situative Distanz zwischen sich erinnerndem (auch: erzählendem) und erinnertem (auch: erlebendem) Ich Hervorhebung der Distanz (zweischichtige Ich-Erzählung)
Beispiel: Als ich auf das Restaurant zuging, konnte ich in meiner grenzenlosen Naivität damals noch nicht wissen, dass ich wieder versetzt werden würde.
 
Ich-Erzählperspektive
vgl. Ich-Erzählsituation

Ich-ich-Struktur, zweipolige
vgl. Zweipolige Ich-ich-Struktur

 
Ich-Roman
In Ich-Erzählperspektive (Ich-Erzählsituation) erzählter epischer Text; Variationsrichtungen: auktoriale Ich-Erzählperspektive, personale Ich-Erzählperspektive; Formen: Memoirenroman, biographischer Roman, Detektivroman, Brief- oder Tagebuchroman
 
"Ich-verstehe"-Zuhören
Zuhörer-, Sprech- und allgemeines Kommunikationsverhalten des Empfängers (Pseudo-Zuhören) einer Nachricht in der Kommunikation; eigentlich Auftakt zum eigenen Sprechen; Floskeln wie "Ich verstehe..., Ja, da haben Sie recht, aber ... etc.);  (Weisbach 1994)- vgl. Zuhören, aktives Zuhören, aufnehmendes Zuhören, umschreibendes Zuhören 
 
Idealer Leser
in der Rezeptionstheorie eine durch Abstraktion vom empirischen Leser gewonnenen Idealvorstellung eines Lesers, der einen Text dadurch vollständig versteht, dass er sämtliche Bedeutungsangebote des Textes realisieren kann - vgl. Leser 

Idealtypus
Bez. für einen bei der Erstellung einer Typologie bestimmten Typus (Typisierung, Typologisierung), der in idealer, aber in der Regel in der Realität so nicht auffindbaren Art und Weise, alle Merkmale einer Gruppe von Objekten, z. B. Texten, aufweist, die die anderen Mitglieder der Gruppe nur zum Teil besitzen
Beispiele: Formtypen des Dramas, Idealtypischer Spannungsverlauf im Drama der geschlossenen Form - vgl. Typologie, Typus, Klassifikation, Kategorisieren,

 
Ideenfindung
Verfahren in Problemlösungsprozessen ("Heuristik" = Findekunst); Methodengruppen: analytisch-systematische Methoden (Morphologischer Kasten, Morphologische Matrix, Attribute-Listing, Problemlösungsbaum u. a.), intuitiv-kreative Methoden (Brainstorming, Brainwriting, Synektik, Semantische Intuition u. a.) vgl. Schlicksupp 1992, S.60f. - 
 
Ideenwand
Form der Wandzeitung, mit der man Ideen und Assoziationen zu einem bestimmten Thema anschaulich darstellen kann - vgl. Wandzeitung 

Identität, figurale
vgl. Figurale Identität

 
Ideologie
System von Werten und Ideen; Deutung der Wirklichkeit, die von der Perspektive einer bestimmten sozialen Gruppe bestimmt ist, die die Wirklichkeit aus ihrer Sicht heraus "interpretiert"; in marxistischer Theorie: "falsches Bewusstsein" - vgl. Ideologiekritik 
 
Ideologiekritik
Marxistische Methode zur Aufdeckung meist unbewusster Interessen, die hinter bestimmten (ideologischen) Deutungen der Wirklichkeit stehen, welche von bestimmten Interessengruppen oder sozialen Gruppen vorgenommen werden; - vgl. Ideologie 
 
Ideologiekritische Methode
- vgl. Ideologie, Ideologiekritik
 
Ihr-Anrede
- vgl. Ihrzen, Du.Anrede, Sie-Anrede
 
Ihrzen
1) "Ihrzen" (Kurt Marti) =  Anrede mit dem ▪ Anredepronomen ihr als Zwischenform zwischen ▪ Duzen und ▪ Siezen; vor allem dann üblich, wenn Unklarheit darüber besteht, ob man sich "duzen" darf oder "siezen" sollte; In einigen Mundarten werden häufig zwei oder mehr Personen mit ihr angesprochen. Dies geschieht selbst dann, wenn man sich ansonsten einzeln nicht duzt.  2) Sprechakt Anrede zur Kontaktumgrenzung; –vgl. Anrede, Anredepronomen, Personalpronomen, Siezen, Duzen,
Beispiele: 1. Habt ihr den Film auch gesehen?
2. "Mich ichze ich.
Dich duze ich. (...)
Euch ihrze ich. (...)
(Kurt Marti, Umgangsformen)

  

Ikonisches Zeichen
Zeichen, dessen Beziehung zum Gegenstand auf einem Abbildungsverhältnis, d.h. auf Ähnlichkeiten, beruht, z.B. optische Ähnlichkeiten (bei Piktogrammen etc.), lautmalerische Ausdrücke (onomatopoetische Wörter wie miau oder wauwau) oder lautmalerische Lyrik (z.B. Programmmusik)
 
Illokution
1. In der Sprechhandlungstheorie: Begriff zur Bezeichnung der einer Sprechhandlung zugrunde liegenden Intention;  danach kann jede Sprechhandlung in einen die Sprechhandlungsintention wiedergebenden Hauptsatz (Obersatz) und einen den eigentlichen sachverhaltsbezogenen Nebensatz zerlegt werden. 2. In der Sprechakttheorie Searles einer der vier in einem Sprechakt vollzogenen Akte: Äußerungsakt, illokutionärer Akt und propositionaler Akt - vgl. illokutionärer Akt, Sprechakte, performative Äußerung
Beispiele: zu 1) Treibe häufiger Sport! - Ich rate dir, wieder häufiger Sport zu treiben.
 
Illokutionärer Akt
manchmal auch: illokutiver Akt; in der Sprechakttheorie Searles einer der drei in einem Sprechakt vollzogenen Akte: Äußerungsakt, illokutionärer Akt und propositionaler Akt - vgl. Illokution, Sprechakteperformative Äußerung, lokutiver Akt, Äußerungsakt, propositionaler Akt, perlokutiver Akt

Illokutiver Akt
vgl. Illokutionärer Akt

Illustrierende Lernaufgabe
1. allg.: Lernaufgabe, die in etwas erklärt, bzw. veranschaulicht; 2. Bez. für den Bildungsstandards im Fach Deutsch beigefügten Beispielaufgaben, "mit denen die Vorgaben für die Abiturprüfung und die Bildungsstandards illustriert werden." (Bildungsstandards, S.12 ; erarbeitet unter Leitung des »Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)  und Lehrkräften aus verschiedenen Bundesländern - vgl. Lernaufgabe, Niveaukonkretisierungen

 
Imagery
Bezeichnung für die gedankliche Entstehung, Verarbeitung und Speicherung von inneren Bildern; bildliche Informationen werden dabei im Gedächtnis nicht-verbal kodiert  (vgl. Kroeber-Riel/Weinberg 1999, S.343)  - vgl. Gedächtnisbild, Wahrnehmungsbild, innere Bilder, Imagerykode, Imagerysystem
 
Imagerykode
Kode mit dem Informationen im Gedächtnis bildlich kodiert werden -. vgl. Imagery
 
Imagerysystem
Bezeichnung für das System, das im Gedächtnis dafür sorgt, dass Informationen bildlich kodiert und repräsentiert werden können - vgl. Imagery

Im-Nachhinein-Planer
Bez. für einen Typ von Schreiber, der sein Schreibkonzept, also seine Vorstellung über den Text als Ganzes, erst nach dem Schreiben eines Textes oder Textteils gewinnt; Merkmale: Schreiben mit häufigen und längeren Unterbrechungen, Verfassen mehrerer Versionen, Durchführung konzeptueller Änderungen, stückweises Schreiben; - vgl. Vorabplaner, Vorabplanung, Vorabkonzeptbildung, Schreibkonzept

Im-Nachhinein-Planung
Bez. für eine Form der Bildung eines Schreibkonzeptes, bei dem ein Schreiber erst nach dem Schreiben eines Textes bzw. eines Textteils eine Vorstellung über das Textganze gewinnt; Merkmale: Schreiben mit häufigen und längeren Unterbrechungen, Verfassen mehrerer Versionen, Durchführung konzeptueller Änderungen, stückweises Schreiben; - vgl. Vorabplanung, Vorabkonzeptbildung, Vorabplaner, Schreibkonzept

 
Imperativ
finite Verbform; Befehlsform
 
Imperativsatz
Satzart; Befehlssatz, auch: Aufforderungssatz; Kennzeichen: finites Verb steht an erster Stelle (Verb-erst-Stellung), Nichtauftreten eines Subjekts und eine steigend-fallendes Intonation - vgl. Satzarten,
Beispiele: Mach das Licht aus! - Bleiben Sie stehen! 

Implizierter Autor
vgl. Abstrakter Autor

Implizierter Leser
auch: Modelleser, impliziter Leser; im ▪ Modell der epischen Kommunikation (auch: Modellleser genannt) der quasi "ideale" Leser, der über alle erforderlichen Codes und Kompetenzen  verfügt, um die zum Textverständnis nötigen Operationen erfolgreich anwenden zu können; dazu gehört auch ein Gedächtnis, um das dafür erforderliche textbezogene Wissen aufzubauen und die Fähigkeit, Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. - vgl. Leser, epische Kommunikation, Modelleser, impliziter Leser

 
Implizit
1. mit enthaltend, mit gemeint, aber nicht ausdrücklich (so) gesagt; Ggs. explizit 2. nicht aus sich selbst heraus verständlich, sondern Ergebnis logischer Erschließung - vgl. explizit
 
Implizit-auktoriale Charakterisierungstechnik
Bezeichnung für auktoriale Techniken zur Charakterisierung einer Figur im Drama, a) Namensgebung für die Figuren folgt zwar den konventionellen Regeln, hat aber dennoch einen charakterisierenden Bezug zur Figur (interpretative name) b) Kontrast- und Korrespondenzbezüge zwischen den Figuren - vgl. Pfister 1977, S.251f. - vgl. auktoriale Charakterisierungstechnik, explizit-auktoriale Charakterisierungstechnik, figurale Charakterisierungstechniken
 
Implizite Bühnenanweisung
Bühnenanweisung (auch: Inszenierungsanweisung, Regiebemerkung), die nicht explizit im Nebentext eines dramatischen Textes steht (explizite Bühnenanweisung), sondern in den Dialog/Monolog der Figuren (dramatische Rede) eingebettet ist und Hinweise auf die Gestaltung des Bühnenbildes (kontextbezogene Bühnenanweisung) oder die Ausgestaltung der Rolle einer dramatischen Figur (schauspielerbezogene Bühnenanweisung) enthält;
vgl. Bühnenanweisung, dramatischer Text, Haupttext, Nebentext, explizite Bühnenanweisung, kontextbezogene Bühnenanweisung, schauspielerbezogene Bühnenanweisung,
Beispiele: 1. Lessing: Nathan der Weise: Die Äußerung des Tempelherrn - als Beiseite-Sprechen (ad spectatores) an das Publikum adressiert - vor seinem Zusammentreffen mit dem Klosterbruder: "Er folgt mir nicht von langer Weile! - Sieh/ Wie schielt er nach den Händen!") (I,5 V 531f.)

Implizite Darstellungsweise des Erzählers
auch: impliziter Darstellungsmodus des Erzählers; nach »Wolf Schmid (geb. 1944) (z. B. 2009, 2011a) Begriff zur Kennzeichnung einer der beiden Darstellungsweisen des Erzählers; im Ggs. zur expliziten Darstellung(sweise) die darin besteht, wie die Erzählinstanz sich selbst beschreibt, ihren Namen nennt und/oder ihre eigene Weltsicht darlegt, geht es bei der impliziten Darstellung(sweise) um die Symptome bzw. indizialen Zeichen eines Erzähltextes; zur impliziten Darstellung zählen alle Verfahren, die das Erzählen selbst ausmachen und sich in bestimmten indizialen Zeichen des Erzählens niederschlagen: 1) Auswahl von Momenten aus dem Geschehen (z. B. Figuren, Handlungen, Ereignisse, Bewusstseinsvorgänge) 2) Konkrete Festlegung und Ausgestaltung der ausgewählten Geschehensmomente mit bestimmten Eigenschaften 3) Komposition des Erzähltextes in Aufbau und Reihenfolge 4) Sprachliche Präsentation der Erzählung 5) Explizite Bewertung der ausgewählten Geschehensmomente (Bewertung kann auch implizit in 1 - 4 enthalten sein) 6) Einmischungen des Erzählers z. B. als Selbstthematisierung, Reflexionen, Erzählerkommentar und Generalisierungen, die auf die erzählte Geschichte, das Erzählen auf der Erzählebene oder auf die Welt im Allgemeinen verweisen - vgl. Darstellungsweisen des Erzählers, implizite Darstellung(sweise), indiziale Zeichen

 
Implizite Figurencharakterisierung
Herausarbeitung der charakterlichen Merkmale einer literarischen Figur ohne dass diese Merkmale ausdrücklich benannt werden (implizit=nicht ausdrücklich, nicht deutlich, mitenthalten). vgl.  Figurencharakterisierung; explizite Figurencharakterisierung
im epischen Text: implizite Information zur Figurencharakterisierung durch  den Erzähler bzw. die Erzählinstanz oder durch die Figuren selbst;

Impliziter Autor
vgl. Abstrakter Autor

Impliziter Darstellungsmodus des Erzählers
vgl. Implizite Darstellung(sweise) des Erzählers

 
Impliziter Leser
auch: implizierter Leser, Modellleser; in der Wirkungsästhetik von »Wolfgang Iser (1926-2007) im ▪ Modell der epischen Kommunikation Bez. für eine Leserrolle, die beim Lesen eingenommen werden kann; personifizierende Bezeichnung irreführend; Leserrolle, die die "Gesamtheit aller gedanklichen Operationen" umfasst, "die ein Text für eine adäquate Rezeption vom Leser fordert"; umfasst die dazu nötigen kognitiven Operationen und die textlichen Grundlagen"; "allgemeinster Beschreibungsrahmen für die bewusstseinsmäßige Form, in der sich alle individuellen Realisierungen fiktionaler Texte vollziehen" (Iser)  (vgl. Richter 1996, S.526) - vgl. Wirkungsästhetik, Leser, epische Kommunikationimplizierter Leser, Modellleser

Implizites Transfersignal
– vgl. Transfersignal, explizites Transfersignal

 
Implizites Wissen
Wissen, das sich im Gegensatz zum expliziten Wissen, nicht vollständig verbalisieren und in eindeutiger Sprache mitteilen lässt (vgl. Polanyi 1985, Jarz 1997, S.71) - vgl. Wissen, explizites Wissen
 
Implizit-figurale Charakterisierungstechnik
Bezeichnung für figurale Techniken zur Charakterisierung einer Figur im Drama, a)  sprachlich: Stimmqualität, sprachliches Verhalten, Sprachstil, sprachliche Varietät b) außersprachlich: Mimik, Gestik, Statur, Maske, Kostüm, Requisit, Schauplatz, Verhalten - vgl. Pfister 1977, S.257ff. - vgl. figurale Charakterisierungstechnik, explizit-figurale Charakterisierungstechnik

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Indexikalische Zeichen
Zeichen, die in einem Folge-Verhältnis zum Bezeichneten oder Gemeinten steht; lässt Rückschlüsse auf etwas anderes (z.B. Ursache oder Grund) zu.
Beispiele: Lachen = indexikalisches Zeichen für Freude; Torkeln=Trunkenheit; bestimmter Dialektgebrauch=bestimmte regionale Herkunft; Stimmqualität=bestimmtes Alter etc.
 

Indikativ
auch: Wirklichkeitsform; in der Grammatik der am meisten gebrauchte, in diesem Sinne normale ▪ Modus (= Aussageweise) des ▪ Verbs; im Ggs. zum Modus des ▪ Konjunktivs (= Möglichkeitsform); Aussagen im Indikativ haben den Charakter von Feststellungen über Sachverhalte, Ereignisse oder Handlungen, die entweder tatsächlich, wie gesagt sind oder aber als wirklich hingestellt werden; Aussagen dieser Art erheben einen Wahrheitsanspruch - vgl. Modalität, Modus, Konjunktiv, Konditional, Imperativ,

Indirekte Figurenrede
derzeit nur Platzhalter! – vgl. Erzählung von gesprochenen Worten, Figurenrede, Personenrede, Inquit-Formel, freie indirekte Figurenrede, personalisierte indirekte Figurenrede,

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Indirekte Rede
1) Wiedergabe von etwas Gesagtem in Form der grammatisch definierten indirekten Rede; dazu nötig: Umformungen und Verschiebungen, Konjunktiv I  2) als indirekte Figurenrede Darstellungs-/Darbietungsform des Erzählens : Redewiedergabe in der 3. Person Konjunktiv Präsens (bei der Ich-Erzählung: 1.Person Konjunktiv Präsens); keine Innensicht; kommentierende Einmischungen möglich; vollständige grammatische Form, aber ohne Frage-, Ausrufe- und Anführungszeichen (Sonderfall: freie indirekte Figurenrede (Erzählung) bei der Erzählung von gesprochenen Worten in einem Erzähltext – vgl. indirekte Redewiedergabe, direkte Rede, indirekte Figurenrede (Erzählung), freie indirekte Figurenrede (Erzählung)
Beispiel: Antonia sagte angriffslustig, er könne sich seine Entschuldigungen sparen. Martin Bach versuchte einzuwenden, sie möge doch erst einmal zuhören.
 
Indirekte Redewiedergabe
Wiedergabe von etwas Gesagtem mittels verschiedener grammatischer Formen, die die Nicht-Urheberschaft des Sprechers anzeigen; 
 
Indirektes Charakterisieren
im epischen Text: a) implizite Information zur Figurencharakterisierung durch den Erzähler in Form   von Merkmalen wie Korrespondenz, Kontrast, Namengebung, Auftreten einer Figur oder b) implizite Information  durch die Figuren selbst in Form eines charakteristischen Figuralstils und/oder Beziehungsstils oder durch die von der Figur selbst bevorzugten Thematik
 
Individualkarikatur
Karikatur, die bestimmte Individuen, z. B. bekannte Persönlichkeiten, und deren persönlichen Attribute überzeichnet und verfremdet; kann durch ihre satirische oder komische Wirkung dazu beitragen, dass Autoritäten hinterfragt werden - vgl. Karikatur, politische Karikatur, Pressekarikatur
 
Individuelle Wertfrage
Ggs. zu allgemeiner Wertfrage; - vgl. Persönliche Wertfrage

Individuelles Interesse
1. Bez. für eine Form der inhaltlichen Motivation, die auf einen Gegenstand bezogen ist; hält als zeit- und situationsübergreifendes Interesse an einem Gegenstand im Gegensatz zum situationalen Interesse länger an; aus dem situationalen Interesse kann u. U. auch individuelles Interesse entstehen; (vgl. Krapp 1992, Furger, o.J.) Ggs. Situationales Interesse - vgl. Situationales Interesse, Motivation

Indiziale Zeichen
auch: Symptom;

 
Induktives Argument
in der formal-logischen Argumentationsanalyse Form des Arguments, bei dem induktiv vorgegangen wird; Ableitung der Konklusion aus Prämissen, die nur Teile eines Ganzen beschreiben, z. B. ein(ige) Teile, etwas Besonderes oder Individuelles ; Konklusion beschreibt dagegen etwas Allgemeines oder Universelles; sind die Prämissen wahr, ist jedoch die Konklusion nicht wirklich sicher wahr, sondern nur wahrscheinlich (vgl. Bayer 1999, S.234f.) - vgl. Schluss, induktiv, Argument, deduktives Argument, statistisches Argument,
Beispiel:
Prämissen:
Als Benjamin den Film angesehen hatte, bekam er hinterher Angstzustände.
Als Tina den Film angesehen hatte, bekam sie hinterher Angstzustände.
Als Claudia den Film angesehen hatte, bekam sie hinterher Angstzustände.
Konklusion:
Also gilt: Wer den Film ansieht, bekommt hinterher Angstzustände.

In-einem-Zug-Schreiben
vgl. Schreiben in einem Zug

 
Inert knowledge
vgl. träges Wissen

Inferenz
1) allg. aufbereitetes Wissen, das mit Hilfe von logischen Schlüssen und Schlussfolgerungen gewonnen wurde; auch Bez. für das Schlussverfahren selbst – vgl. inferieren, (≠ Interferenz) 2) in der neueren Erzähltheorie von Martínez/Scheffel (1999, 10. Aufl. 2016) Bez. für ein empirisch-kognitionswissenschaftliches Konzept, das die narrative Kohärenzbildung als einen Prozess der kognitiven Verarbeitung von Informationen als Bottom-up und Top-Down-Verarbeitung (Inferenzen) versteht (ebd., S.136) (vgl. auch: unthematischer Horizont); beim Lesen eines Texte werden vom Leser nacheinander Textinformationen gesammelt, die mit Hilfe von kognitiven Schemata im Langzeitgedächtnis verarbeitet werden (schemageleitete Strategie); dabei entsteht ein mentales Modell des Textes, den man gerade liest, das wieder in den Lektüreprozess einfließt; mit dessen Hilfe ergänzt oder verändert der Leser seine "Hypothesen über implizite Sachverhalte der erzählten Welt und über den zukünftigen Verlauf der Handlung" (ebd.); Inferenzen entstehen aber auch durch literarische Konventionen, die für die Regeln bzw. die Zugehörigkeit von Texten zu bestimmten Gattungen in einem bestimmten historischen Zeitraum bestehen; kausale Motivierungen werden häufig vom Leser als Erklärung für Handlungen oder Ereignisse inferiert (vgl. Martínez 2011a, S.5) – vgl. Bottom-up-Verarbeitung, Top-Down-Verarbeitung, mentales Modell, kognitives Schemaunthematischer Horizont

 
inferieren
Begriff zur Bezeichnung von kognitiven Prozesse bei der Textrezeption; aktiver Vorgang zur Konstruktion eines (kohärenten) Textganzen, der bei der Textrezeption und beim Textverstehen erfolgt; dabei werden Textinformationen durch aktiviertes Vorwissen ergänzt, Schlussfolgerungen gezogen und ein kohärenter Sinnzusammenhang hergestellt; mit Inferenzen wird die jeweilige Textbasis durch die Aktivierung eigenen Wissens ergänzt und erweitert; sie helfen damit dabei, mit Hilfe von Schlussfolgerungen Kohärenzlücken zu überbrücken und ermöglichen den Aufbau eines mentalen Modells des Textinhalts (mentale Textrepräsentation) – vgl. Inferenz, Kohärenz, Wissen, mentales Modell
 
Infinite Verbform
Verbform, die weder durch Person noch durch Numerus (Zahl) bestimmt ist; Beispiele: Infinitiv, Partizip, Gerundium, Gerundiv; Ggs. finite Verbform- vgl. finite Verbform, Verb
 
Infinitiv
infinite Verbform; auch: Grundform, Nennform des Verbs; 
Beispiele: gehen - singen - sprechen
 
Infinitivsatz
satzartiges Konstrukt, das einen Infinitiv als Kern enthält (vgl. Engel 1996, S.881), auch: satzwertiger Infinitiv - vgl. satzartiges Konstrukt, satzwertiger Infinitiv, Infinitiv
Beispiele: Ich verbiete dir, dies zu tun. - Dies zu tun ist äußerst wichtig.
 
Infinitiv, satzwertiger
vgl. satzwertiger Infinitiv
 
Infografik
(vorerst nur Platzhalter! )vgl. Schaubild, kartografische Infografik, Bildstatistik, Diagramm, Strukturbild, Strukturskizze, diskontinuierlicher Text,
 
Informationswand
Form der Wandzeitung, die hauptsächlich der Information über einen bestimmten Sachverhalt dient und dabei viele verschiedene Gestaltungselemente zur wirksamen Präsentation einsetzt - vgl. Wandzeitung 
 
Informatives Lesen
rasches Überfliegen eines Textes, um nur die wichtigsten Informationen zu erfassen oder selektiv bestimmte Detailinformationen "herauszulesen"  - vgl. Lesen, Lesehaltungen
  
Informativität
In der Textlinguistik Kriterium der Textualität, das sich auf Quantität und Qualität der durch einen Text übermittelten Informationen und deren Bekanntheitsgrad bezieht;  (Beaugrande/Dressler (1981, S.13, 147ff..); I. zielt auf Inhalte, aber auch Strukturen, bei poetischen Texten auch auf die gesamte ästhetische Gestaltung (z. B. Rhythmus und Reim); Gradmesser für Neuartigkeit und Unerwartetheit eines dargebotenen Materials ;(ebd. S. 168); verschiedene Informativitätsstufen  - vgl. Textlinguistik, Textualität, Intentionalität, SituationalitätAkzeptabilität, Intertextualität 
 
Inhalt
- vgl. Textinhalt,

Inhalt eines Textes
- vgl. Textinhalt,

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Inhaltsangabe
(schulische) Schreibform zur inhaltlichen Wiedergabe von Texten. Dabei wird der Textinhalt referiert. Aufbau: Aussagekern, Inhaltsangabe i. e. S.; meist ohne Stellungnahme; sprachliche Form: Präsens, sachlicher Stil - vgl. strukturierte Textwiedergabe, Précis, Summary, Klappentext, erweiterte Inhaltsangabe,
 
Inhaltsangabe, erweiterte
vgl. Erweiterte Inhaltsangabe
 
Inhaltsangabe, literarische
vgl. literarische Inhaltsangabe
 
Inhaltliche Erfassung eines Textes
1. Herstellung eines vollständigen Textverständnisses 2. Arbeitstechniken zur Erarbeitung eines vollständigen Textverständnisses mit verschiedenen Methoden wie Exzerpieren, Markieren, W-Fragen-Methode, Inhalt,
 
Inhaltliche Gliederung eines Textes
1. Gliederung eines Textinhalts durch äußere Merkmale wie Kapitel, Überschriften, Absätze 2. Hierarchische Abbildung inhaltlich über- und untergeordneter Sinneinheiten in einem Text durch Klassifikation der verschiedenen Gliederungsebenen der Textstruktur - vgl. Textgliederung, Textstruktur, Grobgliederung, Textaufbau,
 
Inhaltliche Kompetenz
Teilkompetenz der allgemeinen Schreibkompetenz, die auf die Frage antwortet: Was schreibe ich?; im einzelnen gehören dazu bestimmte Operationen des Schreibprozesses wie Ideenfindung, Entfaltung und Nutzung der eigenen Vorstellungskraft, Aktivierung des eigenen Vorwissens, Konkretisierung und Präzisierung des Schreibziels - vgl. Schreibkompetenz, Zielsetzungskompetenz, Strukturierungskompetenz, Formulierungskompetenz

Inhaltliches Interesse
1. auch: thematisches Interesse; Bez. für ein auf einen Gegenstand (Inhalt) bezogenes Interesse, das als Motivation fungiert; kann als situationales Interesse oder individuelles Interesse entstehen; 2. schreibdidaktische Bedeutung: inhaltliches bzw. thematisches Interesse motiviert nicht automatisch zum Schreiben über ein Thema, das stärker als davon von der Gestaltung der Schreibumgebung und den möglichen Varianten zur Gestaltung des Schreibprozesses abhängt (vgl. Boscolo 2007) - vgl. Motivation, situationales Interesse, individuelles Interesse, thematisches Interesse;

Inhaltliches Wissen
Bez. für Wissen über ein Thema; Schreiben darüber verlangt inhaltliche Kompetenz
vgl. Wissen, deklaratives Wissen,

Initiationsgeschichte
in der anthropologisch orientierten Erzähltheorie Variante des Handlungsschemas der Suche (abenteuerliche Suche); beruht auf der Bewährung des Helden in der Fremde, ehe er, nach Hause zurückgekehrt, soziale Anerkennung erfährt und eine sozial verantwortliche Rolle übernehmen kann; dreiphasiges Verlaufsschema: Trennung des Protagonisten von seiner sozialen Gemeinschaft, Bewährung und Reifung außerhalb des eigenen Landes in der Fremde, Wiedereingliederung (Arnold van Genep 1909)  – vgl.  Handlungsschema, abenteuerliche Suche, Mädchentragödie

 
Initiativer Sprechakt
Sprechakt, der keine Voräußerung voraussetzt; insbesondere Mitteilungen im engeren Sinne (Ggs. reaktiver Sprechakt) - vgl. Engel 1996, S.37 - vgl. Sprechakte, reaktiver Sprechakt
 
Initiierender Akt
auch: initiierender Gesprächsschritt;  in der Gesprächsanalyse Bezeichnung für eine Aufforderung eines Sprechers, die an einen Hörer gerichtet ist und diesen zu einer Reaktion verpflichtet (Determinierung) - vgl. respondierender Akt, Zug,
  
Initiierender Gesprächsschritt
vgl. initiierender Akt
 
Initiierung
- vgl. Respondierung
 
Innenperspektive
Ggs. Außenperspektive; Begriff der Erzähltechnik, der den Standort des Erzählers näher beschreibt; Erzähler befindet sich räumlich und zeitlich innerhalb der Welt der Figuren;  personaler Erzählerstandort (personales Erzählen).

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Innensicht
auch: Introspektion; Ggs. Außensicht; Begriff der Erzähltechnik; Wiedergabe von inneren Vorgängen (Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle) einer oder mehrerer Figuren.
Beispiel: Antonia wartete im Restaurant auf ihren Freund, wollte aber nicht mehr als zehn Minuten verstreichen lassen. Sie bestellte sich einen Kaffee und blickte zur Tür. Dabei überlegte sie, was sie ihm sagen würde, wenn er jetzt im Lokal erschiene. - vgl.  Introspektion, Außensicht

Innere Rede (Erzählung)
auch: Präsentation von mentalen Vorgängen, Darstellung von Gedanken;  in der älteren Erzähltheorie Bez. für die Darstellung der ▪ Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen einer Figur im Ggs. zur äußeren Rede als die als ▪ Darstellung von gesprochenen Worten bei der ▪ Figurenrede – vgl. äußere Rede, Figurenrede, Präsentation von mentalen Vorgängen

 
Innerer Monolog
Darbietungsform des Erzählens; 1. (ersatzweise auch 2.) Person Indikativ Präsens; Innensicht ohne kommentierende Einmischung des Erzählers bzw. der Erzählinstanz; sowohl in vollständiger oder unvollständiger grammatischen Form; unbeschränkte Zeichensetzung, aber ohne Anführungszeichen. Erzähler schlüpft in eine Figur hinein und versucht deren Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen wiederzugeben; Erzähler während des inneren Monologs nicht mehr präsent vgl. erlebte Rede
Beispiel: Antonia wartete im Restaurant auf ihren Freund. Ob er überhaupt schon unterwegs ist? Bestimmt. Ich kann mir das gar nicht anders vorstellen. Sie bestellte sich einen Kaffee und blickte zur Tür.
 
Inneres Bild
Sinnliche Reize, die von einem Subjekt aufgenommen werden (Wahrnehmungsbild) oder Vorstellungen, die ohne sinnliche Präsenz eines Objekts im Gedächtnis erzeugt werden (Gedächtnisbild), werden innere Bilder genannt; unterschiedliche Qualitäten: Lebendigkeit - vgl. Imagery, Gedächtnisbild, Wahrnehmungsbild, Lebendigkeit,

Inquit-Formel
(von lateinisch inquit, "er sagt" bzw. "er sagte"); 1. allg. formelhafte Redeeinleitung, mit der von einem Sprecher die Wiedergabe von Äußerungen oder vermuteten Gedanken eines anderen mit ▪ Verben des Sagens (Verbum dicendi) oder des Glaubens (Verbum credendi) markiert wird; Inquit-Formeln bestehen im Allgemeinen aus einem Nomen oder Pronomen, mit denen der Sprecher angeben wird ("meine Schwester“, "sie“, "diese", "alle Leute"), und einem Verb des Sagens; die jeweiligen Verben entstammen den entsprechenden Wortfeldern und können dabei semantisch variieren (z. B. "er sagte“, "brummte er zurück“, "widersprach er“) oder auch formelhaft wiederholt werden;  auch die Stellung der Inquit-Formel im Gesamtsatz der Redewiedergabe kann unterschiedlich sein; sie kann zu Beginn, irgendwo in der Mitte oder am Ende der wiedergegebenen Primäräußerung stehen; bei der Redewiedergabe in der grammatischen Form der direkten Rede ist eine Inquit-Formel zwar üblich, muss aber nicht vorhanden sein; das Gleiche gilt für die indirekte Rede; normalerweise werden bei der grammatischen direkten Rede neben einer Inquit-Formel auch Anführungszeichen als Wiedergabeindices verwendet; in literarischen Texten wie z. B. erzählenden Texten wird aber auf beides oft verzichtet; 2. in der Erzähltheorie Bez. für die Ankündigung Erzählung von gesprochenen Worten in Form einer direkten Figurenrede im dramatischen Modus bzw. der indirekten Figurenrede als Form der transponierten Rede – vgl. indirekte Rede, indirekte Figurenrede,

 
Instrumentalsatz
Form des Adverbialsatzes; Gliedsatz bei dem der instrumentale Adverbialsatz anstelle des Satzgliedes adverbiale Bestimmung des Mittels (instrumentale adverbiale Bestimmung) steht - vgl. Adverbialsatz, Gliedsatz
Beispiel: Der Verteidiger brachte den Angreifer dadurch zu Fall, dass er die Notbremse im Strafraum zog. (Konjunktionalsatzform)
 
Inszenierungsanweisung
i. e. S. auf der Ebene des dramatischen Textes Bühnenanweisung - vgl. Bühnenanweisung
 
Inszeniertes Gespräch
im gesprächsanalytischen Ansatz von Helmut Henne und Helmut Rehbock (1995) Bezeichnung für Gespräche, die Aufführungscharakter haben und damit eine zweite Wirklichkeit konstituieren, z. B. Theateraufführungen, Fernsehspiele, Gespräche zu wissenschaftlichen Aufnahmezwecken (eliciting); dramatische Rede ist in diesem Klassifikationsansatz sowohl ein inszeniertes, als auch fiktionales Gespräch - (vgl. Henne/ Rehbock 1995, S.34)  - vgl. Gespräch, Gesprächsanalyse, fiktionales Gespräch, fiktives Gespräch, eliciting
 
Intendierter Leser
in der Rezeptionstheorie Vorstellung eines historisch zu lokalisierenden Lesers, den der Autor bei der Abfassung seines Textes vor Augen hat und den er sich dabei als Adressaten vorstellt - vgl. Leser
 
Intensionale Definition
Form der Definition, bei der meist nach Nennung des nächsthöheren Begriffs, der den zu definierenden Begriff beinhaltet, charakteristische Eigenschaften des zu definierenden Begriffs oder Wortes genannt werden.  vgl. Definition, extensionale Definition
Beispiele:
a) Chemiker bedeutet ein Mensch, der sich in der Chemie auskennt. b) : Zivilcourage ist Mut sich in problematischen Situationen einzumischen, auch gegen offenkundige Missfallenskundgebungen anderer auf seinem Standpunkt zu beharren, andere bei offensichtlichem Fehlverhalten gegen die Regeln der Gemeinschaft zurechtzuweisen und ohne Rücksicht auf eigene Gefährdungen für eine gute Sache einzutreten.
 
Intensives Lesen
Lesetechnik, die auf ein umfassendes und reflektiertes Textverständnis zielt; Untersuchung textsortenspezifischer Aspekte; Herstellen einer kritischen Distanz zum Text  - vgl. Lesen, Lesetechnik, diagonales Lesen, kursorisches Lesen, punktuelles Lesen, sequenzielles Lesen,
 
Intention
vgl. Aussageabsicht 
 
Intentionalität
In der Textlinguistik Kriterium der Textualität, das Textproduktion und Textrezeption als gezielte, konstruktive Handlungsprozesse auffasst  (Beaugrande/Dressler (1981, S.118ff.); Textherstellung als geplante Handlung im Sinne einer Situationslenkung, Textrezeption als konstruktive Verarbeitung des Textes mit dem Ziel, den Text zu verstehen. indem der Sinnzusammenhang des Textes erschlossen wird;  um seine Intentionen erkennbar zu machen, muss TextproduzentKonventionen berücksichtigen  - vgl. Textlinguistik, Textualität, Informativität, Situationalität,  Akzeptabilität, Intertextualität 
 
Interactive writing
vgl. Schrittweises kooperatives Schreiben

Interaktion
(lat. interactio - wechselseitiges, aufeinander bezogenes Handeln); 1. oft synonym mit dem Begriff Kommunikation verwendet; in zahlreichen Zusammenhängen verwendeter Begriff zur Bezeichnung des wechselseitigen Zusammenwirkens von Personen, Orgasen, Geräten oder auch komplexen Systemen-2. ursprgl. soziologischer Grundbegriff zur Bezeichnung einer Wechselbeziehung zwischen zwei handelnden Akteuren, die im Allgemeinen in einer Face-to-Face-Beziehung zueinander stehen müssen; im Unterschied dazu bezeichnet der davon abgegrenzte Begriff Kommunikation die Mittel, die beim Interagieren verwendet werden (z. B. verbale, nonverbale Mittel); Interaktion ist stets Kommunikation, Kommunikation aber nicht immer Interaktion (z. B.  Briefe schreiben und empfangen als zeitversetzte Kommunikation, nicht aber Interaktion) Watzlawick u. a. (1969/1983, S. 50f.): "Ein wechselseitiger Ablauf von Mitteilungen zwischen zwei oder mehreren Personen wird als Interaktion bezeichnet."; -  vgl. parasoziale Interaktion, Kommunikation
 
Interaktion, parasoziale
vgl. parasoziale Interaktion

Interesse, individuelles
vgl. Individuelles Interesse

Interesse, inhaltliches
vgl. Inhaltliches Interesse

 

Interesse, situationales
vgl. Situationales Interesse

Interesse, thematisches
vgl. Thematisches Interesse

Interferenz
1) allg. Überlagerung, Überschneidung 2) a) Art und Weise, wie ein bestimmtes sprachliches System aufgrund bestehender Ähnlichkeiten und Strukturen auf ein anderes einwirkt; b) falsche Analogien (z. B. als Verwechselung ähnlich klingender Wörter) beim Erlernen verschiedener Sprachen c) Verwechselung ähnlich klingender und in ihrer Bedeutung verwandter Wörter in der eigenen Sprache 3) in der Erzähltheorie Interferenz von Erzählertext und Personentext (= Textinterferenz) – vgl. interferieren, Interferenz von Erzählertext und Personentext, Textinterferenz, , (≠ Inferenz)

Interferenz von Erzählertext und Personentext
auch: Textinferenz; in der Erzähltheorie Bez. für eine Struktur der Erzählung (Exegesis), bei dem sich die Wiedergabe des (mimetischen) Personentextes und der Erzählertext miteinander auf unterschiedliche Art und Weise vermischen; in ein und demselben Textsegment der Erzählerrede geben bestimmte Merkmale Hinweise darauf, dass sie eher dem Erzähler oder eher der Person zugerechnet werden können; beides wird in einem solchen Textsegment gleichzeitig vergegenwärtigt; besonders stark ausgeprägt in der ▪ erlebten Rede; Textinterferenzen können thematische, ideologische, grammatische und stilistische Merkmale betreffen  (vgl. Schmid 2005, S.177) – vgl. Erzähltext, Personentext, Personenrede, Erzählerrede, erlebte Rede,

Interferieren
a) sich überschneiden oder sich überlagern b) sich gegenseitig beeinflussen, aufeinander einwirken – vgl. Interferenz,

 
Interjektion
unveränderliche Wortart; auch: Ausrufewort; vgl. unveränderliche Wortarten, Partikeln
Beispiele: Oh! Pfui! Aha! Autsch! He!…

Interne Analepse
in der Erzähltheorie von »Gérard Genette (1930-2018) (1972, dt. 1994) Form der ▪ Anachronie (Rückwendung) in einem Erzähltext; Bez. für eine Rückwendung, die zu dem in der Haupthandlung bzw. in der "Basiserzählung" (Genette, 2. Aufl. 1998, S.32) erzählten Zeitabschnitt gehört; weitere Differenzierung als a) ▪ heterodiegetische interne Analepse, die sich einen Strang der Geschichte bzw. Inhalt der erzählten Welt betriff, der sich von dem, was die Basiserzählung ausmacht, unterscheidet und b) ▪ homodiegetische interne Analepse. die "den Handlungsstrang der Basiserzählung" betrifft (ebd., S.33); Ggs. ▪ externe Analepse, vgl. Anachronie, externe Analepse, nicht-lineares Erzählen, heterodiegetische interne Analepse,

 
Interpretation
- vgl. Hermeneutischer Zirkel, Textinterpretation
 
Interpretation, gestaltende
vgl. Gestaltende Interpretation

Interpretation, hermeneutische
vgl. Hermeneutische Interpretation

 
Interpretation, multimediale
vgl.  Multimediale Interpretation
 
Interpretation, sprechgestaltende
vgl. Sprechgestaltende Interpretation
 
Interpretation, szenische
vgl. Szenische Interpretation
 
Interpretation, textimmanente
vgl. Textimmanente Interpretation
 
Interpretation, werkimmanente
vgl. Werkimmanente Interpretation
 
Interpretierendes Lesen
Lesen, bei dem das Erkennen und Werten von mehr oder weniger deutlich zusammenhängenden Sinnbezügen in einem Text im Mittelpunkt steht; häufig in Form von- vgl. Lesen, Lesehaltungen
 
Interpretationsaufsatz
Schulische Schreibform zur Textinterpretation; 1. Bezeichnung für alle schulischen Schreibformen, die sich mit der Untersuchung und dem Verstehen fiktionaler Texte im Zuge der Interpretation befassen; 2. im engeren Sinne Form eines Aufsatzes, der mit einer einteiligen Arbeitsanweisung die Aufgabe einer werkimmanenten Interpretation im hermeneutischen Verfahren darstellt; - vgl. Textinterpretation
Beispiele: Interpretieren Sie das Gedicht "Reklame" von Ingeborg Bachmann. - Interpretieren Sie den Text.
 
Interpretieren Sie (den Text)
1. Gängiger übergeordneter Arbeitsauftrag zur deutenden Analyse literarischer Texte; fungiert quasi als "hermeneutischer Imperativ" (Kammler 2005, S.195) für den herkömmlichen werkimmanenten Interpretationsaufsatz auf der Basis des hermeneutischen Zirkels des Verstehens (hermeneutische Methode); in mehrteiligen Arbeitsanweisungen der übergeordnete Operator, dem untergeordnete Arbeitsaufträge zugeordnet sind. 2. im Operatorenkatalog für die Abiturprüfung im Fach Deutsch unter dem Begriff Analysieren geführter übergeordneter Operator, der sich auf auf alle drei Anforderungsbereiche bezieht und auf auf das untersuchende Erschließen von literarischen und pragmatischen Texten zielt. - vgl. hermeneutischer Zirkel, Textinterpretation
 
Interrogativpronomen
auch: fragendes Fürwort; vgl. Pronomen
Beispiele: wer, was, wann, wo, wie, warum, weshalb, ..
 
Interrogativsatz
vgl. Fragesatz
 
Intertextualität
In der Textlinguistik Kriterium der Textualität, das sich auf das Gefüge von Relationen zwischen Texten und Aktivierung von Kenntnissen über Texte bei deren Verwendung bezieht (Beaugrande/Dressler (1981, S.13.); unterschiedliche intertextuelle Relationen: 1) referentielle Intertextualität: ein bestimmter Text refereriert auf einen anderen authentischen Text (z. B. Parodien) oder zwei Texte, z. B. ein Zeitungsbericht und ein Kommentar beziehen sich auf denselben Sachverhalt in der außersprachlichen Wirklichkeit; 2) typologische Intertextualität: intertextuelle Relationen betreffen funktionale und strukturelle Übereinstimmungen von Texten, wichtig für: Wiedererkennen von Textmustern und die Textsortenklassifikation - vgl. Textlinguistik, Textualität, Informativität, SituationalitätAkzeptabilität, Intentionalität, intertextuelles Schreiben,

Intertextuelles Schreiben
Bez. für ein Schreiben auf der Grundlage von Bezugstexten; im Ggs. zum kognitionstransformierenden Schreiben gibt das intertextuelle Schreiben einen anderen oder mehrere Primärtext(e) in einem Sekundärtext wieder, indem es diesen abschreibt, wiedergibt, zusammenfasst, paraphrasiert, zitiert, kommentiert oder kritisiert oder diese(n) übersetzt; die Primärtexte (Quellen) müssen dazu für das intertextuelle Schreiben analysiert, aufbreitet und so weiterverarbeitet werden, dass ein eigener Text entsteht; dazu "müssen Bezüge verschiedener Art zwischen den Inhalten und Aussagen der Ausgangstexte her - und dargestellt werden , wie z.B. Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Schlussfolgerungen, Bildung von thematischen Clustern sowie Ober - und Unterkategorien." (Lehnen/Schüler o. J.) (referentielle Intertextualität, typologische Intertextualität); - vgl. kognitionstransformierendes Schreiben, Schreiben, Intertextualität,

 
Interview
1) tatsachenbetonte journalistische Darstellungsform und Form des Recherchierens; in gedruckter oder gesendeter Form; Grundprinzip: Befragung; Interviewer und  Interviewter besitzen bestimmte gesprächsorganisatorische Rollen mit Bevorrechtigung des Interviewers; unterschiedliche Typologien, z. B.:  Recherchen-Interview, geformtes Interview, Reportagen-Interview; 2) im gesprächsanalytischen Ansatz der so genannten Freiburger Schule stellt das Interview einen bestimmten Redekonstellationstyp dar - vgl. journalistische Darstellungsformen, Redekonstellation, Gesprächsanalyse

Intrinsische Motivation
Bez. für die innere, quasi aus sich selbst heraus entstehende Form der Motivation; Handlungen erfolgen aus "Spaß" daran, weil sie einen interessieren, als sinnvoll angesehen werden und /oder eine (positive) Herausforderung darstellen; Quelltypen: a) Interne Prozessmotivation: eine sinnvolle und Spaß bereitende Aufgabe wird um ihrer selbst Willen erledigt ohne Überforderung oder Unterforderung b) internes Selbstverständnis: Orientierung und Ausrichtung an den jeweils eigenen subjektiven Werten und Idealen, die dem inneren Selbstbild entsprechen; wichtiges Motiv der Leistungsmotivation; Ggs. extrinsische Motivation, schließen sich aber nicht gegenseitig aus (»Motivation Crowding Effect); - vgl. Motivation, extrinsische Motivation, Motivation Crowding Effect

Introspektion
eines der elementaren Kriterien zur Beschreibung des Erzählers bzw. der Erzählertyps; Bez. für die Fähigkeit des Erzählers, die Gedanken und Gefühle einer anderen Figur zu erzählen; Introspektion ≠ Übernahme der Wahrnehmungsperspektive (perzeptive Perspektive) einer Figur durch den Erzähler: bei Introspektion ist das Bewusstsein der Figur Objekt des Erzählers, bei der perzeptiven Perspektive "ist sie das Subjekt oder das Prisma der Wahrnehmung, durch die der Erzähler die erzählte Welt entwirft." (Schmid 2005, S.132) - vgl. Innensicht, Erzählertyp

 
Inversion
Umstellung von Satzgliedern, abweichend vom normalen Sprachgebrauch - vgl. Anastrophe
Beispiel: Unendlich ist die jugendliche Trauer.
 
Invokation
literarischer Topos; Hilfe und Rat bei höheren Mächten suchende Wendung; z. B. in der Dichtung die Anrufung der Musen, der Götter oder Gottes

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Ironie
altgr. εἰρωνεία eirōneía,wörtlich etwa Verstellung oder Vortäuschung bezeichnet. 1) alltagssprachlich: eine Form von uneigentlichem Sprechen, bei dem vereinfacht ausgedrückt, etwas anderes gesagt wird, als "eigentlich" gemeint ist; ironisch kann man sich, mit oder ohne Ironiesignale (Mimik, Gestik, Betonung, Anführungszeichen usw.), die Missverständnissen vorbeugen sollen, von etwas distanzieren oder auch gegen etwas Bestimmtes polemisieren;  2) als ▪ rhetorische Sinnfigur, bei der ein Sprecher etwas, das seiner wahren Einstellung oder Überzeugung nicht entspricht, äußert, lässt sie aber für Rezipienten, die aus unterschiedlichen Gründen dazu in der Lage sind, auch ganz oder teilweise durchscheinen lässt, was wirklich gemeint ist.
Beispiel: Du bist mir ein schöner Freund. - vgl. dramatische Ironie, romantische Ironie

Ironie, dramatische
vgl. Dramatische Ironie

Isochronie
in der Erzähltheorie von »Gérard Genette (1930-2018) (1972, dt. 1994) Begriff zur weiteren Differenzierung der Kategorie der ▪ Dauer ( Erzählgeschwindigkeit) bei der ▪ Zeitgestaltung im epischen Text; im Ggs. zur rhythmisierenden Anisochronie mit ihren Beschleunigungen und Verzögerungen der Erzählung, eher hypothetische Vorstellung von einem stets konstant bleibenden Verhältnis von Verhältnis von ▪ Erzählzeit und ▪ erzählter Zeit und damit einer immer gleich bleibenden Erzählgeschwindigkeit bei der ▪ Zeitgestaltung im epischen Text – vgl. Anisochronie, Zeitgestaltung, Dauer, Erzählgeschwindigkeit

 
Iterativ-durative Raffung
Erzähltechnisches Mittel zur Zeitgestaltung; Kombinationsform der durativen Raffung und der iterativen Raffung 
 
Iterative Raffung
Erzähltechnisches Mittel zur Zeitgestaltung; einmalige Darstellung eines sich mehrfach wiederholenden Vorgangs oder einer wiederholt auftretenden Begebenheit; häufig eng verflochten mit der durativen Raffung; Formen: grob zusammenfassend oder stagnierend-verweilend; Zeit stellt häufig nur einen Rahmen für die Erzählinhalte dar, die häufig keiner zeitlichen, sondern einer zeitunabhängigen räumlichen oder thematischen Ordnung folgen; Grundformel: "Immer wieder in dieser Zeit  ..."(vgl. Lämmert 1955, S.86) - vgl. durative Raffung, Zeitgestaltung, Zeitraffung
Beispiel: "Seit zehn Jahren sitze ich emanzipiert regelmäßig nach Feierabend in einer Runde von Männern. Ich trinke das gleiche Quantum Bier..." (aus: Angela Stachowa, Ich bin ein Kumpel, 1976)

 

i-Wörter
neue Wörter, die durch Wortkürzung und gleichzeiter Suffigierung entstanden sind; angehängt wird an den reduzierten Stamm das Suffix -i; keine echten Kurzwörter, mit diesen aber nahe verwandt und mitunter auch so bezeichnet
Beispiele: Knobi, Fundi, Studi; Kosenamen wie Schumi für Michael Schumacher (Autorennfahrer) oder Klinsi für Jürgen Klinsmann (Fußballspieler); Jugendsprache: Drogi, Schleimi, Grufti, Spasti, Tussi - vgl. o-Wörter

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A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

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