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T 1
"Es ist sehr süß, sowohl in der Stadt als auf dem Lande,
wenn man mit lieben, wackern Nachbarn eines zwanglosen,
freundschaftlichen und vertraulichen Umgangs pflegen darf."
Adolf Freiherr von Knigge |
T 5
"Ist
doch mir egal, sagte er, als sein Nachbar sich wegen der lauten Musik bei
ihm beschwerte. Was geht mich das an, sagte er, als ihn ein Mann, dessen
Auto streikte, um Starhilfe bat. Da kann doch ich nichts machen, sagte er
gern, wenn ihn jemand auf der Straße bei einer Unterschriften-sammlung
ansprach. Dann sagte er es besonders laut. Er wollte, dass alle hörten, was
außer ihm keiner aussprach. Mein Gott, sagte er auch manchmal und dehnte das
Mein unsagbar lange, was dann so viel bedeutete wie: Das ist doch kein Grund
sich aufzuregen. Nur kürzer war es. Nicht so oft, aber besonders gerne, wenn
er allein vor den Fernsehnachrichten saß, sagte er: Das sollen die mal
selber machen. Manchmal musste er auch hinstehen, wie neulich eben, als ihn
ein total verlumpter und verlauster Kerl gleich mehrfach auf der Straße mit
Haste-mal-n-Euro ansprach. Dein Euro geht mir am Arsch vorbei, war nötig, um
es dem klarzumachen."aus:
Jens Ludwig,
Kehrwoche |
T 2
Anfang Dezember 1993 wurde Münchener Werbekauffrau Ute
H. von dem Angestellten einer Autorvermietung für eine Terroristin
gehalten. Das trug ihr polizeiliche Fragen ein und später die Kündigung,
weil bei deren Durchsuchung eine angeblich illegale Untervermietung
festgestellt wurde - laut Ute H. nur der Besuch eines Freundes.
(Pressemeldung)1 |
T 3
"Man soll sich aber hüten, ... ihre Handlungen
auszuspähn, uns in ihre häuslichen Angelegenheiten zu mischen, ihren
Schritten, die uns nichts angehn, nachzuspüren und kleine missfällige
Dinge, die wir an ihnen bemerken, unter die Leute zu bringen."
Adolf Freiherr von Knigge |
T 4
In Kempten wurde eine Friseuse gekündigt, weil sich die unter ihr
wohnende Mieterin durch ihre Lebensgewohnheiten gestört fühlte. Aus
deren für die Hausverwaltung angefertigtem Protokoll: "11.03 Klospülung,
11.34 beide weg, 12.30 Rammeln im Schlafzimmer mit Geschrei, 17.15
Poltern, Knarren, Lustschreie, 20.15 bis 21.45 Fitness und
Liebesgeschrei." (Pressemeldung)2 |
T 6
"Es gibt kleine Gefälligkeiten, die man denen schuldig ist, mit welchen
man in demselben Hause, denen man gegenüber wohnt, oder deren Nachbar
man ist; Gefälligkeiten, die an sich geringe scheinen, doch aber dazu
dienen, Frieden zu erhalten..."
Adolf Freiherr von Knigge |
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T 7
Ein Ehepaar hatte eine Matratze und zwei Klappstühle derart im
Kellergang gelagert, dass eine Mieterin über das Gerümpel stürzte und
sich dabei verletzte; Kosten 8000 DM. Die eine Hälfte davon musste das
Ehepaar zahlen, auf der anderen blieb die geschädigte Frau sitzen, weil
sie, so das Oberlandesgericht, besser hätte aufpassen müssen."
(Pressemeldung)3 |
T 8
Der Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel
hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Doch da kommt ihm
ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will?
Gestern grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber
vielleicht war die Eile nur vorgeschützt und er hat was gegen mich. Und
was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn
jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm
sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so
einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das
Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen.
Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht's mir wirklich. - Und so
stürmt er hinüber, läutet der Nachbar öffnet, doch noch bevor er "Guten
Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie sich Ihren
Hammer, Sie Rüpel!"
(aus:
Paul
Watzlawick, Anleitung zum Unglücklichsein, 1983, S. 35f.)
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Pressemeldungen: 1
AZ, Weihnachten 1993 2
AZ, 7. 4. 1993 3
SZ, 5.9.1992
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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
02.09.2026
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