"Was
sind die Grundthesen von Bergsons Theorie des Komischen?
Henri Bergson
hat 1900 in seiner berühmten Schrift Le Rire. Essai sur la
signification du comique (Das Lachen. Ein Essay über das
Komische) eine eigenständige Theorie des Komischen entworfen.
Die wichtigsten Grundthesen lassen sich so zusammenfassen:
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Das
Komische ist spezifisch menschlich
"Das Komische gibt es nur am Menschen und nur für den
Menschen."
Wir lachen nicht über Dinge oder Naturphänomene an sich,
sondern über menschliches Verhalten oder wenn Dinge
vermenschlicht erscheinen.
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Mechanisches am Lebendigen
Der Kern des Komischen ist das „Mechanische, das sich ins
Lebendige einschleicht“.
Wenn ein Mensch starr, unbeweglich oder wie eine Maschine
handelt, wirkt das komisch.
Beispiel: jemand stolpert, weil er nicht aufpasst – sein
Körper gehorcht nicht dem lebendigen Fluss, sondern einer
mechanischen Regelmäßigkeit.
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Gefühllosigkeit des Lachens
Lachen setzt eine gewisse Distanz und Gefühllosigkeit
voraus: wir können nicht gleichzeitig tief mitempfinden und
herzhaft lachen.
Daher wirkt Komik oft kalt oder verletzend, weil sie
Empathie ausschließt.
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Soziale
Funktion des Lachens
Lachen hat eine korrigierende Funktion: es wirkt wie eine
kleine soziale Sanktion gegen Starrheit, Abweichung oder
Unangepasstheit.
Es zwingt Menschen, flexibel, lebendig und anpassungsfähig
zu bleiben.
Komik ist also ein Werkzeug der Gesellschaft, um Konformität
zu sichern
-
Künstlerische Dimension
Dichter, Komödienschreiber oder Schauspieler bringen das
Komische zur Reinheit, indem sie „Mechanisches im
Lebendigen“ sichtbar machen.
Karikatur, Übertreibung und Wiederholung sind Mittel, um
diese Mechanik hervorzuheben.
Kurzform
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Nur Menschen
sind komisch.
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Komisch =
Mechanisches im Lebendigen.
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Lachen
braucht Distanz, keine Empathie.
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Lachen
korrigiert und diszipliniert sozial.
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Kunst macht
Komik sichtbar.

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Gert Egle. zuletzt bearbeitet am:
08.09.2025
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