Die Figuren des
▪
dramatischen
Texts unterscheiden sich und weisen mehr oder weniger zahlreiche
Differenzmerkmale auf. Diese vielfältigen Unterschiede lassen sich auf einer
globalen Ebene als ▪
Kontrast-
und Korrespondenzrelationen auffassen. Was die Figuren unterscheidet oder
verbindet, wird gewöhnlich erst im Verlauf eines Dramas aufgebaut und kann
sich auch während der Dramenhandlung verändern.
Durch eine
vergleichende Analyse kann man feststellen, in welcher Weise
sich die Figuren formal bzw. strukturell aufeinander beziehen.
Damit gewinnt man wichtige Erkenntnisse über die
Figurenkonstellation,
-konzeption und
-charakterisierung im Drama.

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Die Ergebnisse
der Korrespondenz- und Kontrastanalyse können auch bei der ▪
schriftlichen Textinterpretation in der Schule, z. B. im
Rahmen einer
▪ vergleichenden intratextuellen oder textübergreifenden
Interpretation wichtige Gesichtspunkte liefern.
Die
Bezugspunkte sind dabei in der Regel einzelne oder mehrere
Merkmale, die sich danach unterscheiden, ob sie einen
Merkmalsgegensatz zwischen den Figuren
darstellen (Kontrastbeziehung,
Figurenkontrast) oder zeigen, dass sich bestimmte Figuren in
bestimmten Merkmalen mehr oder weniger gleichen oder darin
übereinstimmen (Korrespondenzbeziehung).
Nicht
jedes Merkmal, das Figuren unterscheidet, ist dabei für den in
einem dramatischen Text zur Gestaltung genutzten Figurenkontrasts oder der
Figurenkorrespondenz gleichermaßen relevant.
So muss man
entscheiden, in welchem Maße z. B. bestimmte "äußerliche",
personenstrukturierende Merkmale
überhistorische
oder eher
historisch variable Differenzmerkmale für den jeweiligen
Zugriff auf den Text und die eigene Interpretation bzw. ▪
Sinnkonstruktion bedeutsam sind und plausibel textnah
begründet werden können.
Die kohärenzschaffende Bedeutung von Korrespondenz- und
Kontrastrelationen für die Bildung von ▪
Mikro- und Makroprositionen auf dem Weg zu einem ▪
Situationsmodell des Textes dürfte, zumindest
kognitionspsychologisch, unstrittig sein.
Die charakteristischen
Merkmalskombinationen von Kontrast und Korrespondenz, die eine Person
auszeichnen, sind im dramatischen Text nie als statische Größen
anzusehen, sondern dynamische (vgl.
Pfister
1977, S.224f.) (vgl. Baustein 1:
Analogie
Figur in einem Schachspiel)
-
Kontrast:
Figuren eines Dramas heben sich dadurch voneinander ab, dass ihre
Gegensätzlichkeit oder Andersartigkeit hervortritt.
-
Korrespondenz:
Zwischen den Figuren eines Dramas lassen sich bestimmte Entsprechungen und
Übereinstimmungen erkennen.