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Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) benutzt in seinem
"dramatischen Gedicht" •»Nathan der Weise«
als • sprachliche Form
•
gebundene
Rede in Gestalt des genannten • Blankverses.
Im nachfolgenden Text wird der Originaltext in der Form und mit
den Intentionen einer
Travestie
überformt.
Unter einer Travestie versteht man Travestie eine literarische
Gattung mit komisch-satirischer Funktion. die ähnlich wie die
Parodie ein schon vorhandenes "ernst gemeintes" und den
Adressaten der Travestie im Allgemeinen als bekannt
vorausgesetztes Werk eines anderen verspottet. Im Gegensatz zur
Parodie wird dabei der Inhalt oder Stoff beibehalten, der dann
in einer anderen, gänzlich unpassenden Gestalt (z.B. Veränderung
der Stillage) bzw. Gattung wiedergegeben wird
1. AUFZUG
Wir sind im späten Mittelalter,
genauer gesagt in Jerusalem. Die Handlung spielt im Haus des
Juden Nathan, der als ziemlich reich, vor allem aber auch extrem
weise gilt. Bei ihm wohnen seine Tochter Recha und deren
christliche Begleiterin Daja.
Nathan kommt gerade von einer
langen Reise zurück. Zu Hause trifft er auf Daja, die komplett
durch den Wind ist.
Daja: Digga, Nathan, endlich
bist du wieder am Start! Während du weg warst, ist hier komplett
alles eskaliert.
Nathan: Jetzt mach’s nicht so
spannend. Sag einfach, was passiert ist!
Daja: Deine ganze Bude wäre
fast abgebrannt.
Nathan: Was zur Hölle? Und
Recha?
Daja: Chill mal, Nathan!
Irgendein fremder Typ hat Recha gepackt und aus dem brennenden
Haus gezogen. Einfach Ehrenmann!
Nathan ist maximal erleichtert und
will dem Retter unbedingt persönlich danken. Doch dann erzählt
ihm Daja, dass Recha eine ziemlich wilde Theorie über den
Unbekannten hat.
Daja: Recha ist fest davon
überzeugt, dass das gar kein normaler Mensch war. Sie denkt, das
war ein Engel, der schon früher so eine Art persönlicher
Superheld für sie gewesen ist.
Nathan, den alle den Weisen
nennen, findet allerdings, dass Recha lieber die Wahrheit
akzeptieren sollte – auch wenn ihre Engelsstory natürlich
schöner klingt.
Nathan: Okay, sie steigert
sich da gerade ein bisschen zu hart rein. Wir müssen sie wohl
mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen.
Nathan bittet Daja, nach dem
Tempelherrn zu suchen, der Recha gerettet hat.
Kurz darauf sehen wir den Tempelherrn. Ein Klosterbruder läuft
ihm hinterher.
Tempelherr: Bro, spar dir die
Nummer! Bei mir gibt’s nichts zu holen, verstanden? Ich bin
selbst komplett broke.
Der Klosterbruder will allerdings gar
kein Geld. Er wurde vom Patriarchen geschickt, der den
Tempelherrn für einen geheimen Auftrag anwerben möchte.
Der Tempelherr war nämlich ein Gefangener des Sultans Saladin.
Saladin hat ihn aber überraschend freigelassen, weil der
Tempelherr seinem verstorbenen Bruder extrem ähnlich sieht. Nun
soll der Tempelherr für den christlichen Patriarchen spionieren
und Saladin töten – einfach nur, weil dieser Muslim ist.
Tempelherr: Seid ihr komplett
lost? Ich bringe doch nicht den Mann um, der mir das Leben
geschenkt hat! Ganz egal, wie mächtig der ist. Dein Patriarch
hat echt den Bezug zur Realität verloren.
Klosterbruder: Ganz ehrlich:
maximal stabil von dir! Ich hatte auf diesen ganzen Auftrag
nämlich selbst überhaupt keinen Bock.
Kaum ist der Klosterbruder verschwunden, kommt Daja auf den
Tempelherrn zu. […]
(nach: Bockstarke
Klassiker)
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