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Sprache
in
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Komödie • ›Der zerbrochne
Krug‹ weitere •
stilistische
Besonderheiten auf.
Die Aufstellung
erfolgt ohne Anspruch auf Vollständigkeit, berücksichtigt aber
verschiedene Mittel bei der
•
Wortwahl und den Stilmitteln
des Wortschatzes und bei
• Satzbau und
Satzbaustilen.
Im Text des Stückes
finden sich eine Vielzahl von Formulierungen, die religiöse Bezüge
aufweisen. Diese werden mit unterschiedlichen Sprechhandlungen
verbunden, sind daher auch mit unterschiedlichen Intentionen
verbunden und haben eine unterschiedliche Wirkung.
|
Spr |
Zitat |
Haupt-
adressat |
|
Bed |
"Gott
helf, Herr Richter!" (2.
Auftritt, V
163) |
Ad |
|
Ad |
"Den
Teufel auch!" (2.
Auftritt, V
178) |
Li |
|
Ad |
"Der
Teufel soll mich holen" (2.
Auftritt, V
190) |
Ad, Li |
|
Ad |
"Ich
flehe dich! Um alle Wunden!" (7.
Auftritt, V
521) |
Eve |
|
Eve |
"Seht dies jetzt schwör ich,
/ Und Joseph und Maria ruf ich an." (7.
Auftritt, V
794f.) |
Alle |
|
Rup |
"Ich
kann das Abendmahl darauf nicht nehmen" (7.
Auftritt, V
922) |
Ad,
Wa,
(alle) |
|
Ad |
"Gib
Gotte, hörst du,
Herzchen,
gib, mein Seel, / Ihm und der Welt, gib ihm was von der
Wahrheit. / Denk, daß du hier vor Gottes Richtstuhl bist"
(9. Auftritt,
V 1098 -
V 1100)
|
Eve |
|
Eve/
MRu |
"O
Jesus! [...] / "O
Jesus! Als ob sie eine Hure wäre. / War's der Herr Jesus?"
(9. Auftritt,
V 1131-
V 1133)
|
Rup, (alle) |
|
MRu |
"Willst
du Vater /
Und
Mutter jetzt, mein Evchen,
nach dem vierten / Gebot hoch ehren" (9.
Auftritt, V
1154 − V 1156)
|
Eve |
|
Wa |
"Behüte
Gott! Die Eur' ist ja im Feuer, / Wie Sodom und Gomorrha,
aufgegangen." (11.
Auftritt, V
1846f.) |
Ad |
Der Dramentext enthält immer wieder Ausdrücke und Wendungen aus der
▪ juristischen Fachsprache, die unterschiedliche Wirkungen haben. Als
▪
semantisch-expressive Stilfärbungen wirken sie im Gegensatz zu
der sonst in der Gerichtsstube des Dorfrichters ▪
Adam gesprochenen Sprache mitunter
▪
papierdeutsch. Zugleich haben sie zum Teil auch satirische
Funktion, da die Sprache des
Kommunikationsbereichs des Gerichtswesens, wie sie vor
allem der Gerichtsrat ▪ Walter
als Repräsentant einer rationalen und formalisierten Rechtspflege
spricht, in
die Welt von Huisum und ihrer bis dahin feudalen Gerichtsbarkeit
nicht so recht passt.
|
Spr |
Zitat |
Haupt-
adressat
|
|
Wa |
"Setzt
ihren Namen in das Protokoll, /
Und schreibt dabei: dem Amte wohlbekannt." (7.
Auftritt, V
589f.) |
Li |
|
Wa |
"Wenn
Ihr die Instruktion, Herr Richter Adam, /
Nicht des Prozesses einzuleiten wißt," (7.
Auftritt, V
614f.) |
Ad |
|
Wa |
"Ihr
setzt nicht mehr ins Protokoll, Herr Schreiber, /
Als nur der Jungfer Eingeständnis, hoff ich,
Vom gestrigen Geständnis,
nicht
vom Facto." (7.
Auftritt, V
825ff.) |
Li |
|
Li |
"Doch
praeter propter wie ein Pferdehuf" (11.
Auftritt, V
1741) |
Ad, Wa |
|
Ad |
"Bevor
wir ein Konklusum fassen" (11.
Auftritt, V
1749) |
Wa |
|
Wa |
"Schließt
Eure Session! " (11.
Auftritt, V
1842) |
Ad |
|
Ad |
"Es
gilt / Mir Ehre oder Prostitution" (11.
Auftritt, V
1851f.) |
Wa |
|
Ad |
"Ja,
wenn Euer Gnaden /
Erlauben,
fäll ich
jetzo die Sentenz." (11.
Auftritt,
V 1872f.) |
Wa |
Befehle, oft mit
einer Wortwahl, die der ▪
Stilschicht der vulgären Wörter und Redewendungen
entstammt, kennzeichnen im Dramentext immer wieder die Kommunikation
zwischen dem Dorfrichter ▪
Adam und seinen Bediensteten
(Mägden, Büttel), aber auch mit anderen Figuren.
|
Spr |
Zitat |
Haupt-
adressat |
|
Ad |
"Die
Beffchen! Mantel! Kragen!" (2.
Auftritt, V
174) |
Mägde |
|
Ad |
"Margrete!
he! Der Sack voll Knochen! Liese!" (2.
Auftritt, V
192) |
Mägde |
|
Ad |
"Halt's
Maul jetzt, sag ich –! Fort! schaff mir die Perücke!
/Marsch! Aus dem Bücherschrank! Geschwind! Pack dich!" (2.
Auftritt, V
199f.) |
Mägde |
|
Ad |
"Hund,
jetzt, verfluchter, schweig, /
Soll hier die Faust den Rachen dir noch stopfen!" (7.
Auftritt, V
783f.) |
Rup |
|
Ad |
"Schmeißt
sie heraus dort, die verwünschte Vettel!" (9.
Auftritt, V
1201) |
MRu,
Büttel |
Immer wieder stehen devote Höflichkeitsfloskeln, mit denen die
Anrede höhergestellter Figuren gestaltet wird, Beispiele für ▪
semantisch-expressive Stilfärbungen. die meist ▪
gespreizt wirken und den inferioren Status seines Sprechers
ausdrücken.
|
Spr |
Zitat |
Haupt-
adressat |
|
Li |
"Laßt
Euern Dank vermelden." (2.
Auftritt, V
168) |
Ad |
|
Ad |
"Auf
meine Ehre, gnäd'ger Herr – " (5.
Auftritt, V
372) |
Wa |
|
Li |
"Wenn
Euer Gnaden gütigst / Die Frau, durch den Herrn Richter
fragen wollen" (11.
Auftritt, V
1619) |
Wa |
|
Li |
"Bitte
ganz submiß, / Die Frau in dem Berichte nicht zu stören."
(11. Auftritt,
V 1703)
|
Wa, Ad |
|
Ad |
"Ja,
wenn Euer Gnaden /
Erlauben,
fäll ich
jetzo die Sentenz." (11.
Auftritt,
V 1872f.) |
Ad |
Die nachfolgenden
Beispiele stehen für ▪
semantisch-expressive Stilfärbungen, die eine ▪
Vertraulichkeit ausdrücken sollen, wie diese bei den
verschiedenen Koseformen und Diminutiven der Fall sind oder bei
anderen Formen einer vertraulichen Anrede.
|
Spr |
Zitat |
Haupt-
adressat |
|
Ad |
"Gevatterchen!"
(2. Auftritt,
V 168)
|
Li |
|
MRu |
"Evchen" ( z. B.
6. Auftritt,
V 488;
9. Auftritt,
V 1155) |
Eve |
|
Ad
|
"Evchen"
(z. B. 7. Auftritt,
V 509;
9. Auftritt,
V 1097) "Herzens-Evchen"
(7. Auftritt,
V 815), u
|
Eve,
MRu |
|
Ad |
"Seid doch vernünftig,
Kinder." (7. Auftritt,
V 790)
|
Eve |
|
Rup |
"Evchen"
(12. Auftritt
Variant,
V 1908) |
Eve |
|
Rup |
"Ei, du
mein goldnes
Mädchen, Herzens-Braut!" (12.
Auftritt Variant,
V 1911) |
Eve |
|
Rup |
"Dein Pätschchen hol’s der Henker, nimm’s und ball’s"
(12. Auftritt
Variant,
V 1916) |
Eve |
|
Wa |
"Steh auf, mein Kind."
(12. Auftritt
Variant,
V 1951) |
Eve |
|
Wa |
"Mein liebenswertes Kind!"
(12. Auftritt
Variant,
V 1955) |
Eve |
Sprichwörter und Redensarten kommen im Dramentext vor allem in
der dramatischen Rede der Figuren vor, die der ▪
Dorfwelt und ihren Repräsentanten
zugerechnet werden.
|
Spr |
Zitat |
Haupt-
adressat |
|
Ad |
"So
nimm, Gerechtigkeit, denn deinen Lauf!" (7.
Auftritt, V
573) |
Ad |
|
Rup |
"Stockfinster
war's, und alle Katzen grau" (7.
Auftritt, V
923) |
Ad, (alle) |
|
Rup |
"Das
ist nicht hin, nicht her, nicht Fisch, nicht Fleisch" (7.
Auftritt, V
932) |
Ad,
(alle) |
|
MRu |
"Dir
weis ich noch einmal, wenn wir allein sind, / Die Zähne!"
(7. Auftritt,
V 951f.)
|
Rup |
|
MRu
|
"Du
weißt noch nicht wo mir Die Haare wachsen" (7.
Auftritt, V
952) |
Rup |
|
MRu |
"Als
ob ein Stück von meinem Hornvieh spräche" (6.
Auftritt, V
433) |
Rup, (alle) |
|
MRu |
"Ist
was für dich, der würd'ge Holzgebein /
Der seinen Stock im Militär geführt" (6.
Auftritt, V
471f.) |
Eve |
Die nachfolgenden
Beispiele lassen sich der der
▪
Stilschicht der vulgären Wörter und Redewendungen
zuordnen lassen. Sie können als ausgesprochen grob empfunden werden.
Sie werden daher in der Regel vermieden, weil sie auch ausdrücken,
dass man seine Affekte nicht unter Kontrolle hat und von daher oft
eine unbeabsichtigte Selbstcharakterisierung der Person darstellt,
die sie verwendet.
Unter dem Aspekt
der ▪
Stilfärbung geht es um "die Art der emotionalen Bewertung von
Personen, Sachen oder Sachverhalten". (Hoffmann
2017, S.225f.) Die dabei vorgenommene ▪
Bewertung erfolgt auf der
Grundlage von
Konnotationen, die gewissermaßen als Nebenbedeutungen mit
bestimmten Wortschatzeinheiten verbunden sind und auf diese
Weise ihre
stilschichtliche Bedeutung ergänzen kann. Stilfärbungen
nutzen dabei die über den reinen Begriffsinhalt (Denotat)
hinausgehenden, meist emotional geprägten Vorstellungen, die mit
einem Wort oder einer Wortschatzeinheit verbunden sind, um einen
Text emotionaler zu gestalten.
Die nachfolgenden
Beispiele stehen für ▪
semantisch-expressive Stilfärbungen, die ▪
abwertend (pejorativ), ▪
spöttisch, oder
derb
wirken oder ▪
Schimpfwörter darstellen.
|
Spr |
Zitat |
Adressat |
|
Ad |
"Den
Teufel auch!" (2.
Auftritt, V
178) |
Li |
|
Ad |
"Der
Teufel soll mich holen" (2.
Auftritt, V
190) |
Ad, Li |
|
Ad |
"Zum
Henker!" (2.
Auftritt, V
178) |
Ad, Li |
|
Ad |
"Margrete!
he! Der Sack voll Knochen! Liese!" (2.
Auftritt, V
192) |
Mägde |
|
MRu |
"Ihr
krugzertrümmerndes Gesindel, ihr!" (6.
Auftritt, V
414) |
Rup,
Vei |
|
MRu |
"Seht
doch. Den Klugschwätzer." (6.
Auftritt, V
417) |
Rup, (alle)
|
|
Vei |
"Was
geifert Sie?" (6.
Auftritt, V
430) |
MRu |
|
MRu |
"Als
ob ein Stück von meinem Hornvieh spräche" (6.
Auftritt, V
433) |
Rup |
|
Rup |
"Der
Drachen!" (6.
Auftritt, V
439) |
MRu |
|
MRu |
"Der
eitle Flaps!" (6.
Auftritt, V
445) |
Rup |
|
MRu |
"dort
der Maulaffe" (6.
Auftritt, V
473) |
Rup |
|
Rup |
"Verflucht
bin ich, wenn ich die Metze nehme." (6.
Auftritt, V
444) |
Eve |
|
Ad |
"der
vierschröt'ge Schlingel" (7.
Auftritt, V
498) |
Rup |
|
Ad |
"Schmeißt
sie heraus dort, die verwünschte Vettel!" (9.
Auftritt, V
1201) |
MRu, Büttel |
|
Wa |
"Blödsinnig
Volk, das!" (11.
Auftritt, V
1699) |
MRu,
Rup,
Vei,
Bri |
|
Rup |
"Der
Lebrecht denk’ ich, Schafsgesicht, und geh." (12.
Auftritt Variant,
V 1920) |
(alle) |
Wörter, die aus
einem ▪
Dialekt stammen oder zumindest eine regionale Gebundenheit
aufweisen, sind immer wieder in ihre dramatische Rede verschiedener
Figuren eingestreut und werden von diesen mit unterschiedlichen
Intentionen verwendet.
|
Spr |
Zitat |
Adressat |
|
Rup |
"wo
alles von der Faust ihr ging, /
Und ihr
das Heu man flog, als wie gemaust /
Da sagt' ich: willst du?
Und
sie sagte: ach! Was du da gakelst" (7.
Auftritt, V
877 - V 880)
|
Eve,
(alle) |
|
Rup |
"Sag
ihm, daß du kein Braten bist für ihn" (7.
Auftritt, V
929) |
Eve.
(alle) |
|
Ad |
"Willst
du mir hier von einem andern
trätschen"
(9. Auftritt,
V 1110)
|
Eve |
|
Rup |
"Die
spricht: ich glaub, du schierst mich" (7.
Auftritt, V
931) |
Eve.
(alle) |
|
Ad |
"Ein
twatsches Kind. Ihr seht's. Gut, aber twatsch." (9.
Auftritt, V
1238) |
Wa |
Lateinische
Fremdwörter
Fremdwörter
gelten unter dem Aspekt der ▪
Stilistik
als "ein besonders auffälliges Stilmittel jedes Textes und jeder
Sprechweise. Durch ihre Art und ihren Anteil können der jeweilige
Gesamtteil eines Textes wie auch die Sprechart einzelner Personen in
bestimmter Weise charakterisiert werden." (Sowinski
1978, S.252)
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
07.08.2026
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