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Kaufmann Block / Kündigung des Advokaten

Überblick

Franz Kafka: Der Prozess - Handlungsverlauf

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur
Literarische Gattungen Autorinnen und Autoren  Franz Kafka Überblick Biografischer Überblick Brief an den Vater Parabeln Der Prozess (Roman) Didaktische und methodische Aspekte Überblick Gesamttext (Kapiteleinteilung nach Malcom Pasley 1990)  • Handlungsverlauf Überblick KapitelanordnungVerhaftungGespräch mit Frau Grubach/ Dann Fräulein BürstnerErste UntersuchungIm leeren Sitzungssaal/ Der Student/ Die Kanzleien Der Prügler  Der Onkel / Leni Advokat / Fabrikant / Maler [ Kaufmann Block / Kündigung des AdvokatenText Überblick Aspekte der ErzähltextanalyseBausteine ] Im DomEndeB.s FreundinStaatsanwaltZu ElsaKampf mit dem Direktor-StellvertreterDas HausFahrt zur MutterBausteine Erzählstrukturen Einzelne InterpretationsaspekteTextauswahlBausteineLinks ins Internet   Das Schloss (Roman) Erzählungen Links ins Internet Schreibformen Operatoren im Fach Deutsch
 

Der • Handlungsverlauf in • Franz Kafkas Roman •"Der Prozess" folgt der • Kapiteleinteilung der Kritischen Ausgabe von Malcolm Pasley.

Kurzinhalt

Josef K. hat sich nach längeren Überlegungen entschieden, seinem Anwalt, dem Advokaten Huld, die Vertretung in seinem Prozess zu entziehen und begibt sich nach 22 Uhr zu ihm. Als er an dem Haus ankommt, wird er nicht von Leni, sondern von einem s nicht vollständig gekleideten, schon älteren kleinen Mann hereingelassen, der zuvor offenbar gerade noch Leni vor dem Kommen K.s gewarnt hat. Als er ins Haus eintritt, bemerkt er noch, wie sich die nur spärlich gekleidete Leni davonmacht. In der Annahme, er habe sie und den Unbekannten bei sexuellen Handlungen überrascht, fordert er zunächst von dem Fremden, der sich ihm als Kaufmann Block und und als Klient des Advokaten vorstellt, später, nachdem beide mit Leni in der Küche zusammentreffen, auch von ihr Aufklärung über ihr Verhalten und Verhältnis zueinander. Beide erklären ihm, dass sie kein sexuelles Verhältnis miteinander haben, können damit aber die Gefühle von Eifersucht, die sich in K. regen, nur vordergründig besänftigen. Um sich über den möglichen Nebenbuhler zu erheben, führt er ihn, als sie auf der Suche nach Leni an dem Bild des Richters vorbeikommen, das Leni ihm bei seinem ersten Besuch erklärt hat, vor und behandelt ihn von oben herab, als dieser sich, wie er damals, darin täuscht, welchen Rang der dargestellte Richter im Gerichtswesen einnimmt. Als Leni bei ihrem Zusammentreffen vermutet, dass K. eifersüchtig auf Block ist, sieht sie sich gezwungen, ihm zu erklären, dass seine Befürchtungen grundlos sind, weil ihr Verhältnis zu Block nur geschäftsmäßig sein, sie sich ihm, wie sie sagt, nur deshalb etwas angenommen habe, weil Blick wichtiger Klient des Advokaten sei. Zugleich macht sie K. eine sexuelle Offerte für die kommende Nacht, ermahnt ihn aber auch, seinen Prozess nicht zu vernachlässigen. K., der über die bevorstehende Kündigung des Advokaten ursprünglich noch den Rat von Leni einholen wollte, verzichtet darauf und fordert Leni auf, ihn beim Advokaten, der bettlägerig krank ist, anzumelden. Während Leni beim Advokaten ist, kommen Block und Josef K. ins Gespräch. K. ist, nachdem er in Erfahrung bringt, dass Blocks Prozess schon über Jahre dauert, sehr daran interessiert, Blocks von Blocks Erfahrungen in dieser Zeit mit dem Advokaten und dem Gericht zu hören. So erfährt er im Vertrauen, dass Block, obgleich dies verboten ist, weitere fünf so genannte Winkeladvokaten in seiner Sache beschäftigt, um keine Chance auszulassen, seinen Prozess nicht zu verlieren. Seiner Erfahrung nach macht es überhaupt keinen Sinn, als Privatperson selbstständig beim Gericht Gehör finden zu wollen. Allerdings sitze er fast jeden Tag im Wartezimmer der Kanzleien auf dem Dachboden, wo er auch K. bei seinem dortigen Besuch gesehen habe. Ganz im Gegensatz zu K.s Erinnerung an seinen Besuch dort, habe die vermeintliche Ehrerbietung der dort Wartenden, die aufgestanden sind, als er mit dem Gerichtsdiener dort durchs Wartezimmer gegangen sei, aber nicht ihm, sondern dem Gerichtsdiener gegolten, zumal alle gewusst hätten, dass er eben auch ein Angeklagter sei. Zwar kommuniziere man dort nicht miteinander, aber dennoch verbreite sich unter ihnen ein Aberglaube, der z. B. in seinem Fall dazu geführt habe, dass man aus der Zeichnung seiner Lippen geschlossen habe, er werde in absehbarer Zeit verurteilt. In jedem Fall könnten die Angeklagten gemeinsam bei Gericht nichts durchsetzen. Natürlich habe auch er, als sein inzwischen schon über fünf Jahre laufender Prozess erst ein halbes Jahr, wie der der von K. jetzt, alt gewesen sei, ungeduldig auf Fortschritte gewartet und gehofft, dass die verschiedenen Eingaben, die der Advokat in seiner Sache machte, irgendeinen positiven Effekt gezeitigt hätten. Allerdings seien sie allesamt wertlos gewesen, letzten Endes wohl auch, weil der Advokat Huld eben doch trotz seines großspurigen Getues eben nicht der einflussreiche große Advokat sei, für den er sich immer ausgebe. Die wirklich großen Advokaten blieben für einen Angeklagten unerreichbar. Als Leni in die Küche zurückkehrt, erfährt K. , der sich noch immer über sie ärgert, zu seiner Verwunderung, dass Block im Haus des Advokaten öfters übernachtet. Als er das monieren will, wird er von Leni darauf aufmerksam gemacht, dass das nur deshalb geschehe, weil Block nicht die gleiche Vorzugsbehandlung genieße wie er. Offenbar nehme er alles als viel zu selbstverständlich, was seine Freunde für ihn täten. Als sie sagt, sie erwarte als Dank dafür nur, dass er sie lieb habe, gesteht sich K. dies zwar für einen Moment in seinen Gedanken ein, bleibt aber weiterhin abweisend. Leni greift daher noch einmal das Übernachtungsthema auf und erklärt K., dass sie Block nur deshalb erlaube, im Haus zu schlafen, damit dieser immer parat stehe, wenn es dem Advokaten, der ihn nicht leiden könne, gerade mal genehm sei, ihn zu empfangen. Dazu zeigt sie ihm noch das kärglich eingerichtete und dunkle Dienstmädchenzimmer, das sie ihm zur Verfügung stellt. K., der gerade erst seine zunächst sehr überhebliche Meinung über den Kaufmann etwas korrigiert hatte, sieht sich in seiner ursprünglichen Meinung über ihn bestätigt, reagiert gegenüber Leni sehr harsch. Er kann den Anblick Blocks nicht mehr ertragen und will jetzt endlich dem  Advokaten persönlich das Mandat entziehen, um dann auch Leni und Block los zu sein. Seine Erklärung er werde jetzt dem Advokaten kündigen, bringt Leni gegen ihn auf. Sie kann aber nicht verhindern, dass er in das Schlafzimmer des Advokaten geht, das Zimmer von innen absperrt, um Leni draußen zu halten. In dem Gespräch zwischen ihm und dem Advokaten geht es zunächst um Leni und ihre zudringliche Art. Der Advokat erklärt K., dass alles mit seinem Wissen seiner Duldung geschehe. Lenis Verhalten sei darin begründet, dass sie eben alle Angeklagten schön finde, und das schließe nun einmal auch Block ein. Als K. ihm daraufhin, das Mandat entzieht, will ihn der Advokat umstimmen. Seine verschiedenen Argumente überzeugen K. jedoch nicht. Am Ende erklärt der Advokat, dass er unter diesen Umständen geradezu bereue, K.s Fall übernommen zu haben. Er wolle aber noch einen letzten Versuch unternehmen, um ihn von seinem folgenreichen Schritt abzuhalten. Dazu bedient er sich des Kaufmanns Huld. Er lässt ihn von Leni zu sich rufen. Gemeinsam mit Leni demütigt er Block vor den Augen K.s., der sich in seiner Zuschauerrolle mit seinem Urteil über das, was er zu sehen bekommt, vor allem gegen Block richtet. Er fühlt sich gerade selbst entwürdigt, wenn er sieht, dass Block, bei der K.  inszeniert erscheinenden Vorführung, mitspielt und sich als willenloses Objekt auf den Knien vor Leni und dem Advokaten allen Demütigungen widerstandslos ergibt. K. lässt sich allerdings auch von diesem Schauspiel nicht von seiner Entscheidung abbringen.

Advokat / Fabrikant / Maler

 Im Dom

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 10.12.2023

   
 

 
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