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Aufforderungsakte

Überblick


FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Linguistik (Sprachwissenschaft)
RechtschreibungGrammatik / Syntax Semantik Pragmatik ▪ Überblick Sprechen als Handeln Überblick Handlungsarten Sprechen als kommunikatives Handeln Komponenten von Sprachhandlungen Sprechakte ÜberblickDidaktische und methodische Aspekte Teilakte eines Sprechaktes Notwendige Bedingungen für das Gelingen von Sprechakten Regeln für den Vollzug von Sprechakten Sprechakttypen ÜberblickKlassen von Sprechakten (Searle)  Partnerorientierte und sprecherorientierte Sprechakte (Engel) Überblick Partnerorientierte Sprechakte Überblick Mitteilungsakte ▪ Ausgleichsakte Personen festlegende Sprechakte Überblick Den/die Sprecherin* festlegende Sprechakte (Selbstfestlegungen) Verhalten des/der Partnerin* festlegende Sprechakte Überblick [ Aufforderung Überblick Explizit performative Äußerungen Fragesätze mit Hilfsverben Fragesätze ohne Hilfsverben, aber mit Partikeln bitte oder mal Indirekte Frage mit ausgelassenem Hauptsatz (Obersatz) in einem Satzgefüge Aussagesätze mit oder ohne Modalverben Befehlsätze Infinite Verbalphrasen Partizipialphrasen Äußerungen ohne Verb ] Autorisierung Ratschlag Beschimpfung Vorwurf ▪ WarnungFrage Verhalten des/der Sprecherin* selbst und Partnerverhalten festlegende Sprechakte Verhalten beliebiger, meist Dritter, Personen festlegende Sprechakte Sprecherorientierte Sprechakte  Indirekte Sprechakte Bausteine Bausteine Kommunikation Soziolinguistik Textlinguistik Gesprächsanalyse Schreibformen Rhetorik Filmanalyse Operatoren im Fach Deutsch
 

▪ Sprechen als Handeln
  Überblick
 
Handlungsarten
 Sprechen als kommunikatives Handeln
▪ Baustein: «Alle mal zuhören!» – Die sprachliche Form der Aufforderung

Mit dem Sprechakt der ▪ Aufforderung i. e. S. will ein/e Sprecherin* ▪ seine/ihre Partnerin* zu einem bestimmten Verhalten veranlassen. Dabei zielt eine Aufforderung im Allgemeinen auf das nichtverbale Verhalten, auf "eine aktive Handlung" (Hindelang 42004, S. 54) des/der angesprochenen Partnerin*. (vgl. Engel 22009, S.42)

Die Aufforderung, die hier in einem engeren Sinne verstanden ist - also die Sprechakte Autorisierung, Ratschlag, Vorwurf, Beschimpfung, Warnung und Frage nicht einschließt, ist eine Äußerung, die ohne zusätzliche Absichten gemacht wird.

Sprechakte, die ▪ Aufforderungen realisieren, werden häufig mit ▪ explizit-performativen Formeln vollzogen. Sie drücken mit diesen ▪ Illokutionsindikatoren damit den illokutionären Zweck der Äußerung direkt aus.

  • Ich verlange von dir...

  • Ich bitte Sie...

  • Ich flehe dich an...

  • Wir fordern Sie auf ...

  • Ich möchte Ihnen nahelegen ...

  • Wir ersuchen Sie damit ...

  • ...

Es gibt aber noch eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten, die in unterschiedlicher Art und Weise die Dringlichkeit der Aufforderung signalisieren und/oder unterschiedliche Grade von Höflichkeit im Vollzug des Sprechaktes verdeutlichen. Dazu zählen weiter

Bindende und nicht bindende Aufforderungen

In der ▪ Sprechaktklassifikation von »John R. Searle (geb. 1932), die sich nicht mit der von  Engel (31996, 22009) deckt, gehören die Aufforderungsakte i. e. S. zu den ▪ Direktiva, mit denen der/die Sprecherin* mit unterschiedlicher Stärke und Intensität zu erkennen gibt, was er/sie will, dass der/die andere tun soll. (vgl. Hindelang 42004, S. 49f.)

Dieser Darstellung soll hier vor allem aus didaktischen Gründen nicht weiter nachgegangen werden. Statt die verschiedenen untergeordneten Sprechakttypen der Aufforderung also umfänglich darzustellen, orientieren wir uns an der sprachlichen bzw. grammatischen Form der Aufforderungen i. e. S. wie sie Engel (31996, 22009) vornimmt.

Allerdings soll die Unterscheidung zweier Subtypen wenigstens Erwähnung finden. Wo es in diesem Zusammenhang Sinn macht, werden aber auch Bezüge zur Sprechakttheorie Searles hergestellt.

Aufforderungsakte lassen sich unter dem Aspekt der sie konstituierenden Handlungsbedingungen lassen sich zwei verschiedene Gruppen von Aufforderungen unterscheiden (vgl. Hindelang 42004, S. 55):

  • Bindende Aufforderungen

    • Aufforderungen, die den/die jeweilige Partnerin* aufgrund eines Vertrags oder Gesetzes zu tun zwingen, was ihm/ihr verlangt wird.

    • Aufforderungen, die das Gleiche bewirken, weil  der/die Sprecherin* Sanktionsmittel (z.B. Strafandrohungen aber auch soziale oder emotionale Sanktionsmöglichkeiten etc.) besitzt, um den/die Partnerin* zu zwingen.

    Bindende Aufforderungen sind z. B. die folgenden sprachlichen Handlungen, die mit bestimmten den Sprechakt bezeichnenden Ausdrücken verbunden sind: befehlen, gebieten, eine Weisung erteilen, etwas anordnen, jemanden erpressen oder jemanden nötigen.

    Bindende Aufforderungen lassen dabei noch in zwei weitere Situationstypen untergliedern, nämlich danach, ob sie berechtigt sind oder unberechtigt. (vgl. Hindelang 42004, S. 565):

  • Nicht-bindende Aufforderungen stellen ins Belieben des/der Partnerin*, ob er/sie der Aufforderung nachkommt oder nicht.

    Typische Ausdrücke, die solche nicht-bindenden Aufforderungen kennzeichnen, sind bitten, einen Rat geben, einen Tipp geben, vorschlagen, anleiten

Tabellarischer Kurzüberblick

(vgl. Engel 31996, S.47-50, 22009, S.42-43)

▪ Sprechen als Handeln
  Überblick
 
Handlungsarten
 Sprechen als kommunikatives Handeln
▪ Baustein: «Alle mal zuhören!» – Die sprachliche Form der Aufforderung

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 01.01.2021

 
 

 
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