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Teilakte des Sprechaktes: Beispiele

«Der Hund ist bissig»

Äußerungsakt, propositionaler, llokutionärer und perlokativer Akt


FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Linguistik (Sprachwissenschaft)
RechtschreibungGrammatik / Syntax Semantik Pragmatik ▪ Überblick Sprechen als Handeln Überblick  ▪ Handlungsarten Sprechen als kommunikatives Handeln Komponenten von Sprachhandlungen Sprechakte ÜberblickDidaktische und methodische Aspekte Teilakte eines SprechaktesÜberblick Äußerungsakt Propositionaler Akt Illokutionsakt Perlokutiver Akt [ Beispiele «Das Haus ist schön» «Der Hund ist bissig» ◄ ▪ «Der will doch nur spielen» ] Sprechakttypen Indirekte Sprechakte Bausteine Bausteine Kommunikation Soziolinguistik Textlinguistik Gesprächsanalyse Schreibformen Rhetorik Filmanalyse Operatoren im Fach Deutsch
 

In der ▪ Sprechakttheorie wird Sprechen als kommunikatives und soziales Handeln verstanden.

In einem einzelnen ▪ Sprechakt werden dabei gleichzeitig drei bzw. vier ▪ Teilakte vollzogen.

Man unterscheidet

«Der Hund ist bissig»

Linke/Nussbaumer/Portmann (2. Aufl., 1994, S.187) haben die vier  ▪ Teilakte eines Sprechaktes (nach J. R. Searle) in einer Matrixdarstellung am Beispiel der Äußerung «Der Hund ist bissig» dargestellt.

Sie umfasst die zentralen Aspekte, die bei der "klassischen" Sprechakttheorie von Bedeutung sind:

Dabei ist der propositionale Gehalt des Sprechaktes an die Bedeutung des Prädikators ist bissig gebunden, dessen Bedeutung (hier etwa zum Beißen neigend) der Sprecher auch beim Adressaten der Äußerung voraussetzt. Und natürlich ist die Äußerung auch von der Sprechsituation im Allgemeinen abhängig. Schließlich ist die Äußerung auch in einem übertragenen Sinn denkbar, wenn sich beispielsweise ein Mitarbeiter über seinen Vorgesetzten äußert, ihn als "scharfen Hund" verstanden wissen will, der auch vor Bemerkungen in einem "bissigen" Ton nicht zurückschreckt. In beiden Fällen ▪ referiert das Wort Hund auf ein anderes Objekt.


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Als illokutiver Akt kann die Äußerung mit verschiedenen Sprechakttypen verbunden sein, mit denen der Sprecher seine Intentionen ausdrückt und der Adressat erkennen und erfassen kann, was der Sprecher "meint", "worauf er hinauswill" oder welche Handlung im Vollzug des Sprechaktes vollzogen wird.

Im vorliegenden Fall kann die Äußerung «Der Hund ist bissig» mit partnerorientierten Akten verbunden sein. Sie kann eine ▪ Mitteilung i. e. S., eine Warnung, eine ▪ Drohung oder auch ein Ratschlag / eine Empfehlung sein. Welcher Sprechhandlungstyp realisiert wird, hängt von der jeweiligen Kommunikationssituation ab.

Wenn man sich die diese Kommunikationssituation z. B. so vorstellt, dass der Sprecher jemanden davon abhalten will, den Hund einfach zu streicheln, kann man je nachdem, mit wem man es zu tun hat und wie man die Beziehung zu dieser Person definiert, den gleichen propositionalen Gehalt in unterschiedlichen Äußerungen artikulieren. Dabei muss man nicht einmal auf sprachliche Äußerungen zurückgreifen, sondern kann auch mit paraverbalen (prosodischen) und ▪ nonverbalen (körpersprachlichen) Mitteln signalisieren, dass man nicht gerne hat, wenn jemand dem eigenen Hund zu sehr zu Leibe rückt.

So sind in diesem Zusammenhang also eine Vielzahl von Äußerungen möglich, um diese Intention zu verdeutlichen. So könnte man etwa sagen,

  • "Bitte, bleiben Sie weg."

  • "Nicht so nah heran, bitte!"

  • "Mein Hund ist bissig."

  • "Nicht streicheln!"

  • "Wollen sie eigentlich gern ungefragt von wildfremden Personen gestreichelt werden?"

Ob der Sprechakt als Ganzes "glückt", d. h. auch der ▪ Perlokationsakt beim Adressaten das bewirkt, was sich der Sprecher als Folgehandlung des Adressaten vorstellt oder wünscht, ist dabei natürlich offen und hängt von verschiedenen allgemeinen Erfolgsbedingungen ab, die für alle Sprechakte gelten. Voraussetzung dafür, dass der Perlokutionsakt so gelingt, wie es sich der Sprecher vorstellt, sind u. a.

  • die Bereitschaft des Hörers bzw. Adressaten zur Kooperation

  • seine Fähigkeit, die Äußerung überhaupt zu verstehen

  • das Vertrauen des Sprechers darauf, "dass die von ihm vom Hörer erwartete Handlung dem Hörer nutzen wird oder zumindest zumutbar ist" (Heinemann/Heinemann 2002, S.42)

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 26.12.2020

 
 

 
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