Theorien des Selbst sind nach
Zimbardo/Gerrig
(2004, S.633ff., S. 649) Persönlichkeitstheorien, welche das
• Selbstkonzept
einer Person als Schlüssel zum Verständnis der
Persönlichkeit ansehen.
Sie definieren das
• Selbstkonzept als "das
mentale Modell einer Person über ihre Fähigkeiten und
Eigenschaften". Dabei gehen sie heute davon aus, dass das •
Selbstkonzept ein •
historisch-soziales Konstrukt ist. Als • "Selbstschemata" (Markus 1977)
verstanden steuern sie in hohem Maße unser •
situationsspezifisches Verhalten.
Das Selbstkonzept
umfasst Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die wir mit
unserem Körper, unseren Leistungsfähigkeiten, mit unseren
Mitmenschen und im Umgang mit unseren Gefühlen gemacht und mental
gespeichert haben.

Für größere Ansicht bitte an*klicken*tippen!
Mummendey
(1995) versteht unter • Selbstkonzept die Gesamtheit aller von einer Person
über sich selbst vorgenommenen Beurteilungen, die sich beim
Beschreiben und Bewerten bestimmter Eigenschaften, Fähigkeiten und
Fertigkeiten niederschlagen. Auf diese Weise
schreibt man sich
selbst bestimmte Eigenschaften zu, die eine/n zu einer bestimmten, von
anderen unterschiedlichen, Persönlichkeit werden lassen.

Für
größere (740px) und
große Ansicht (1200px) bitte an*klicken*tippen"
Das Selbstkonzept
umfasst dabei zahlreiche Komponenten und lässt in verschiedene
untergeordnete Selbstkonzepte einteilen.
Das
allgemeine
Selbstkonzept, das ein Mensch von sich entwickelt, entsteht
aus Erfahrungen, die er
gemacht hat.
Als dynamische Struktur und Regulationsinstanz
agiert es im Allgemeinen mit bestimmten
▪
Schemata, den so genannten
"Selbstschemata"
(Markus 1977).
Sie ermöglichen
es uns, unsere Erfahrung zu
"verwalten". Dabei geht ihre Wirkung aber über die Verarbeitung von
Informationen hinaus, die wir über uns selbst gewinnen.
Häufig
dienen die Schemata, die wir auf uns selbst anwenden, auch dazu,
Informationen, die uns über andere Personen mitgeteilt werden, zu
verarbeiten. (vgl.
Zimbardo/Gerrig
(2004, S.633) (▪
Schematheorie)
Selbstschemata lassen die dynamische mentale Struktur des
Selbstkonzepts aber keineswegs erstarren, sondern können sich, wie
Schemata in anderen Bereichen auch, durch
▪
▪
Wissenszuwachs,
▪
Feinabstimmung,
▪
Umstrukturierung und
Integration weiter entwickeln. (vgl.
Einsiedler
1996, S.177)
Das Selbstkonzept, das aus vielen Komponenten besteht, stellt
also
"eine dynamische geistige Struktur" dar, "die intra- und
interpersonale Verhaltensweisen und Prozesse motiviert,
interpretiert, strukturiert, vermittelt und reguliert." (Zimbardo/Gerrig
2004, S.633)
Intrapersonal sind dabei jene Prozesse, die etwa mit
Gefühlen oder mit unserer Motivation zusammenhängen, interpersonal
diejenigen, welche helfen, soziale Wahrnehmungen und Entscheidungen
zu interpretieren.
Das Selbstkonzept umfasst eine Vielzahl von Elementen und lässt sich
unter ganz verschiedenen Perspektiven betrachten und analysieren.
Zu
seinen Elementen zählen u. a.:
-
Erinnerungen an uns selbst, die wir gespeichert haben,
-
Überzeugungen darüber, welche
überdauernden Eigenschaften unser
Verhalten über unterschiedliche Situationen hinweg beeinflussen (»Traits).
Diese Persönlichkeitseigenschaften unterscheiden sich sowohl vom
aktuellen Zustand einer
Person (state), der über Situationen
hinweg variiert, und den
Verhaltensgewohnheiten (habit)
-
Vorstellungen darüber, welche
Wertmaßstäbe unser
Verhalten leiten
-
Überzeugungen darüber, was uns antreibt (Motivationen)
-
Vorstellungen von einem idealen
Selbst, das wir am liebsten sein wollen
-
Vorstellungen von den
▪
möglichen
Selbst, die man unter Umständen verwirklichen könnte
-
das
Selbstwertgefühl mit seinen positiven und negativen
Bewertungen unseres Selbst
-
Überzeugungen davon,
was andere über uns denken
Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die das Selbstkonzept
beeinflussen können.
Neben dem, was die Gesellschaft ganz allgemein
von dem einzelnen erwartet, in welchem sozialen Umfeld sich der
einzelne bewegt und welche Erfahrungen er dabei macht, spielen auch
die Medien eine
bedeutende Rolle. Sie tragen zu den Vorstellungen bei, die sich der
einzelne über sein ideales Selbst macht, zeigen ihm unter Umständen
auf, welche • möglichen Selbst, "die Selbst, die wir werden könnten,
und die Selbst, die wir zu werden fürchten" (Markus/Nurius
1986, S.634, zit. n.
Zimbardo/Gerrig
(2004, S.634) für ihn in Frage kommen.
Damit vermitteln die
Medien nicht nur Informationen, sondern tragen auch dazu bei, dass
bestehende Selbstschemata entweder bestätigt werden oder aber einer
dynamischen Weiterentwicklung unterzogen werden. Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
28.01.2026
|