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Abwehrmechanismen des Ichs

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Beispiele für Abwehrmechanismen

Die wichtigsten Abwehrmechanismen und ihre Funktion

Die wichtigsten Abwehrmechanismen des Ichs gegenüber Es- und Über-Ich-Ansprüchen sind in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet.

Empirisch nachweisen lassen sich diese Abwehrmechanismen allerdings kaum (vgl. Myers 2005, S.610), da die die psychoanalytischen Konzepte doch "vage formuliert und nicht operational definiert sind.

Insofern kann ein Großteil der Theorie nur unter Schwierigkeiten evaluiert werden." (Zimbardo/Gerrig 2004, S.619)

Beispiele für Abwehrmechanismen

Identifikation Erhöhung des eigenen Selbstwertgefühls durch Identifikation mit einer Person oder Institution, die einen höheren Rang besitzt.
Introjektion Wertorientierungen der äußeren Welt werden in die eigene Ich-Struktur übernommen, so dass man sie als Individuum nicht mehr als Drohungen von außen erleben.
Kompensation Schwäche wird durch Überbetonung eines erwünschten Charakterzuges verhüllt. Frustration auf einem Gebiet wird durch übermäßige Befriedigung des Bedürfnisses auf einem anderen Gebiet ausgeglichen.
Fantasie Wünsche, die in der Realität nicht erfüllt werden können, gehen in einer reinen Vorstellungswelt Vorstellung imaginär in Erfüllung (Tagträume u. ä.).
Projektion Eigene Unzulänglichkeiten, die man missbilligt, oder Wünsche, zu denen man selbst nicht stehen kann, weil sie u. U. gemeinhin unmoralisch gelten, werden auf andere Personen oder Dinge übertragen.
Rationalisierung Um sein eigenes Verhalten vor sich selbst und anderen zu rechtfertigen, redet man sich ein, dass es verstandes- und vernunftgemäß sei, also rational begründet werden kann.
Reaktionsbildung Angstbesetzte Wünsche werden dadurch vermieden, dass sie quasi in ihr Gegenteil verkehrt werden. Dabei werden diese gegenteiligen Absichten und Verhaltensweisen so sehr überbetont, dass einen nicht zu überwindenden »Schutzwall« gegen jeden Versuch bilden, solche Wünsche zu befriedigen
Regression Um klarzukommen zieht man sich auf eine frühere Entwicklungsstufe der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zurück, die einem erlauben, einfacher und „primitiver“ zu reagieren und das häufig auch mit einem tieferen Anspruchsniveau.
Sublimierung Sexuelle Bedürfnisse, die nicht ausgelebt und erfüllt werden können, durch Ersatzhandlungen befriedigt, die von der Gesellschaft akzeptiert sind.
Ungeschehen machen Wünsche und Handlungen, die von einem als unmoralisch erlebt werden, führen zu einem Verlangen, dafür zu sühnen. Damit sollen sie ungeschehen gemacht werden..
Verdrängung Das Eindringen unerwünschter und/oder gefährlicher Impulse in das Bewusstsein wird verhindert, indem diese Impulse vom Bewusstsein in das Unbewusste abgedrängt werden. Dort können sie allerdings ohne Wissen des einzelnen zum Motor von so genannten Ersatzhandlungen oder Vorstellungen werden (Träume, Fehlleistungen).
Verleugnung Man weigert sich, Dinge, Ereignisse, Verhaltensweisen u. ä. überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, und will sich dadurch vor Unangenehmem schützen.
Verschiebung Aufgestaute, meist feindselige Gefühle werden auf Objekte entladen, die weniger gefährlich erscheinen als diejenigen, von denen die Erregung dieser (feindseligen) Gefühle ursprünglich ausgeht.

(nach: Ruch/Zimbardo  Lehrbuch der Psychologie, Berlin-Heidelberg-New York 1974, S. 368)

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 03.01.2019

 

 
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