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Formen des Zuhören

Umschreibendes Zuhören

Paraphrasieren


PSYCHOLOGIE
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Mit eigenen Worten wiedergeben, was der andere gesagt hat

Das umschreibende Zuhören ist eine Form des Zuhörens, bei dem der Zuhörer das von einem Sprecher gerade Gesagte mit eigenen Worten wiedergibt. Im Gegensatz zum aktiven Zuhören, bei dem die mit dem Sprechen verbundenen Gefühle des Sprechers im Mittelpunkt der Rückmeldung an den Sprecher stehen, geht es beim aktiven Zuhören um den Inhalt bzw. den sachlichen Gehalt einer Äußerung.

Wer umschreibend zuhört,

  • gibt soeben Gehörtes mit eigenen Worten wieder (paraphrasieren)

  • gibt Rückmeldung (Feedback) darüber, wie das Gesagte verstanden worden ist

Umschreibendes Zuhören kann auch Teil des aktiven Zuhörens sein

In einem Gespräch, bei dem das aktive Zuhören im Vordergrund steht, kann es aber durchaus auch wichtig sein, bestimmte Aussagen des Sprechers zu paraphrasieren, um sich gegenseitig zu vergewissern, dass man sich "richtig" verstanden hat.

Im so genannten Kontrollierten Dialog, einer auch für schulische Zwecke sehr gut geeigneten Interaktionsübung, wird das umschreibende Zuhören durch Paraphrasieren der Äußerung des jeweiligen Vorredners geübt.

Missverständnissen vorbeugen

Auch wenn umschreibendes Zuhören auf den ersten Blick vergleichsweise einfach zu sein scheint, hat es doch seine Tücken.

Und auch die Erfahrung lehrt, dass zahlreiche Missverständnisse deshalb zustande kommen, weil der Hörer den Inhalt einer Sprecheräußerung anders versteht.

  • Je komplexer die Sachverhalte sind oder auch je undurchsichtiger ist, was ein Sprecher sagt, desto wichtiger kann es daher für den Hörer sein, das Gesagte, ehe man zur Antwort schreitet, noch einmal wiederzugeben.

  • Besteht zwischen dem Sender und dem Empfänger der sprachlichen Äußerung über den Inhalt des Gesagten Einvernehmen, kann die Responsivität der Antwort, d. h. der Bezug der Antwort auf das vorher Geäußerte, erhöht werden.

  • Dies kann dabei auch zu einem positiven Gesprächsklima beitragen, bei dem sich beim Sprecher das Gefühl einstellt, wirklich gehört und - verstanden worden zu sein.

Beispiel für das Paraphrasieren im Rahmen eines Gesprächs

Der nachfolgende Gesprächsauszug zwischen Benno, Karolin und Florian stammt aus einer Diskussion in Form eines Kontrollierten Dialogs über das Thema "Soll Deutschland weiterhin Flüchtlinge aufnehmen?".

1 Benno Nein, nein, die kommen doch alle nur her, weil sie bei uns Stütze kassieren wollen, da brauchst du doch nur mal zu so 'nem Wohnheim gehen, da schleppen die containerweise Elektrogeräte rein, ey ich hab' doch auch kein nagelneues Smartphone oder, nein, die sollen doch bleiben, wo sie herkommen ...
2 Karolin Du meinst, dass alle Flüchtlinge nur deshalb nach Deutschland kommen, weil sie damit rechnen, mit Sozialleistungen des Staates ihr Leben bei uns fristen zu können. Das glaubst du davon ableiten zu können, dass Flüchtlinge in den Wohnheimen allerlei neue elektronische Geräte besitzen, wie z. B. Smartphones, von denen du selbst auch kein neues Modell besitzt. Aus diesem Grund dürften sie bei uns in Deutschland nicht aufgenommen werden.
Natürlich, gibt es Trittbrettfahrer, die gibt es doch überall. Aber die meisten Flüchtlinge, die zu uns kommen, kommen doch, weil sie politisch verfolgt werden oder vor einem Krieg fliehen, für den sie gar nichts können.
3 Florian Du siehst schon, dass es auch bei Flüchtlingen Leute gibt, die es vor allem auf unser Sozialsystem abgesehen haben. Du meinst aber, dass sie in der Mehrheit kommen, weil sie politisch verfolgt werden oder vor einem Krieg fliehen. Und dann ist das für dich offenbar ganz ok.
Ich finde es aber Quatsch, immer auf den so genannten Wirtschaftsflüchtlingen herumzuhacken. Wenn du nicht genügend Brot zum Essen hast, deine Familie hungert, weil wir das Klima kaputtgemacht haben, ist das etwa kein Grund zu flüchten? Haben Klimaflüchtlinge, deren Land untergeht, weil der Meeresspiegel ansteigt, kein Recht auf Asyl? Daran sind doch wir schuld, oder?
4 ... ....

 

 Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 13.11.2018

   
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