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Explizites und implizites Wissen

Implizites Wissen


Im Klassifikationssystem von Polanyi stellt das implizite Wissen jenen Teil des Wissens dar, der nicht vollständig in Worten ausgedrückt wird oder ausgedrückt werden kann. Es umfasst Wissen und Können
Das implizite Wissen besitzt eine zweigliedrige Grundstruktur, die sowohl für kognitive als auch körperliche Fertigkeiten gilt. Sie besteht aus dem  zentralen Bewusstsein und dem unterstützenden Bewusstsein.
 

Implizites Wissen

Unterstützendes Bewusstsein Zentrales Bewusstsein
Hintergrundwissen, erworbenes Wissen, auf das unbewusst verlassen wird (latent)
(proximaler Term)
Wissen, auf das die Aufmerksamkeit gelenkt wird
(distaler Term)

Beispiel: Ein Nagel wird eingeschlagen.

Gefühl des Stiels in der Hand, Gewicht des Hammers, Kenntnisse über physikalische Gesetze die Aufmerksamkeit richtet sich  auf den Nagel

Routinehandlungen von Experten sind Beispiele für Wissen, das implizit integriert worden ist (kompiliertes Wissen). "Implizites Wissen kann durch Reflexion expliziert werden, explizites Wissen kann durch Routinehandlungen implizit integriert werden." (Jarz 1997, S.89) 

Auf der anderen Seite versagt das unterstützende Bewusstsein, wenn es in das zentrale Bewusstsein rückt. 

Beispiele:

  • Beim Maschinenschreiben nimmt die Fehlerquote zu und die Zahl der Anschläge nimmt ab, wenn die Aufmerksamkeit direkt darauf gelenkt wird.

  • Wer ein einen randvoll gefüllten Suppenteller trägt, und dabei auf den Teller sieht, wird die Suppe eher verschütten, als der, der dies nicht tut, und sich auf seine physikalischen Vorkenntnisse, seinen Gleichgewichtsinn und seine motorische Koordination verlässt.

        
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