Home
Nach oben

 

 

Projekt Fleischkonsum

Der Hundefriedhof von Asnières bei Paris


Der 1889 gegründete Hundefriedhof von Paris, südlich von Paris in Asnières gelegen, ist ein Beispiel für die europäische Ausprägung des Tierfriedhofs. 
In den nahezu 110 Jahren seines Bestehens wurden auf dem Hundefriedhof etwa 100 000 Tiere beerdigt. Neben Hunden liegen dort Katzen, einige Pferde, Affen und sogar eine Schildkröte, ein Huhn und eine Zirkus-Löwin begraben. Erst seit dem Jahr 1957 kam ein zweiter Tierfriedhof  im nicht weit entfernt gelegenen Villepint  mit inzwischen knapp 2 500 Gräbern dazu.
«Wir haben Kunden, die bis zu 40 000 Franc für einen Grabstein ausgeben», heißt es bei einem Beerdigungsinstitut, das sonst eigentlich Grabmäler für verstorbene Menschen liefert.
Da die Bestattung des toten Körpers in Europa nur für Menschen vorgesehen ist, folgt jemand, der einen verstorbenen Angehörigen mit bestimmten Riten beerdigt, der geltenden Normen, während jemand, der ein gestorbenes Tier beerdigt, die Normen seiner Kultur verlässt. Daher kann man  aus der Gestaltung der Tiergräber eine Reihe von Folgerungen ziehen, die sich auf den Status des begrabenen Tiers, die
Motive des Tierhalters, die Gefühle, die der Tierhalter hat, und die Gefühle, die er dem Tier zuschreibt, beziehen. Aus der historischen Entwicklung der Grabinschriften lassen sich Schlüsse auf einen Wandel der Mentalität von Tierhaltern im 20. Jahrhundert ziehen.
Auch bei den Vierbeinern zeugen die Aufschriften auf den Grabmälern von Asnières von einer innigen Zuneigung, die einst die Besitzer und deren Lieblingen verband: «Starky, mutiger und treuer Freund», «Fripou wir werden dich nie vergessen» oder «15 Jahre voller Liebe und Zuneigung, schlaf mein kleiner Youki».
Eine ältere Dame, die gerade die Blumen auf dem Grab ihrer 1997 verstorbenen Schäferhündin Nouchky gießt, betont: «Ich wollte sie würdig begraben. Sie war immer treu. Solange ich laufen kann, werde ich sie hier besuchen kommen.» Der größte Teil der Gräber ist gepflegt. «Die meisten Angehörigen kommen zwei bis drei Mal in der Woche», bestätigt Remi Houzier, der Verwalter des Hundefriedhofs.
Spätestens 48 Stunden nach ihrem Tod müssen die Tiere bestattet werden. Das ist die Vorschrift, die mit Hygiene-Bestimmungen begründet wird. Dann geht es darum, endgültig Abschied zu nehmen. «Bevor der Sarg geschlossen wird, legen viele Besitzer noch das Lieblings- Spielzeug oder das Kissen aus dem Hundekorb hinein», hat der Verwalter beobachtet. «Dann wird der Sarg meist von den Besitzern selbst zum Grab getragen.»
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Hunde-Bestattungen in Asnieres aber deutlich sehr rückläufig. 1989 wurden hier noch 154 Tiere begraben, 1994 nur noch 112 und im vergangenen Jahr waren es 92. Dies ist wohl hauptsächlich eine Kostenfrage. Denn: Wer seinem vierbeinigen Liebling die «ewige Ruhe» auf dem Friedhof für 20 Jahre sichern möchte, muss sofort fast 25 000 Franc bezahlen.

(nach: http://www.tiernotruf.org/tsn9805.htm, 3.10.00) 

  

   Arbeitsanregungen:
  1. Verfassen Sie eine Inhaltsangabe zum Text.

  2. Nehmen Sie zu der Praxis der dargestellten Tierbestattung Stellung.

  3. Diskutieren Sie die Frage:
    Hundefriedhof: Pro und Contra

  

      
  Nach oben ]  
      


          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de