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Schulische Präventionsprogramme

Überblick

 
 
 

Als Beitrag zur Gesundheitsvorsorge und Gesundheitserziehung sollten an deutschen Schulen, dem US-amerikanischen Beispiel folgend Suizid-Präventionsprogramme eingerichtet und durchgeführt werden mit dem Ziel der Verringerung der Suizidhäufigkeit. Dabei müssen wohl auf Seiten der Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern stets eine Reihe von Widerständen überwunden werden, wie

  • Verleugnung und Bagatellisierung des Problems an der "eigenen" Schule

  • Angst davor, Suizidtendenzen durch das Sprechen darüber gar zu fördern

  • Weigerung, neben Themen wie Gewalt, AIDS, Kriminalität, Drogen und Sexualerziehung noch weitere "Erziehungsaufgaben" zu übernehmen

  • ...

Die Anforderungen, die an ein schulisches Präventionsprogramm zu stellen sind, beschreibt Heidrun Bründel (1993, S. 235) wie folgt. Es sollte

  • wissenschaftlich auf dem aktuellen Stand und klar gegliedert sein

  • Nah- und Fernziele formulieren

  • die Zielgruppe definieren und deutlich ansprechen

  • für Lehrer und Lehrerinnen praktikabel sein und in einzelne Unterrichteinheiten aufteilbar sein, sowie Materialien und Übungen für Schülerinnen und Schüler umfassen

Die Suizidprävention muss als Aufgabe der ganzen Schule betrachtet werden, sollte Lehrer, Schüler und ggf. Eltern erreichen und entsprechend ihren Möglichkeiten mit Präventionsaufgaben betrauen. Dabei umfasst die Suizidprävention in Präventionsprogrammen drei verschiedene Bereiche:

Auf die Schule und ihre Aufgaben im Rahmen der Suizidprävention übertragen bedeutet dies:

  • Im Rahmen der Suizidprävention benötigt die Schule Lehrpläne und eine Lernkultur, die die Schüler befähigen, Strategien zur Bewältigung von Belastungen und zur Lösung von Problemen zu entwickeln.

  • Bei der Suizidintervention geht es ganz gezielt um die Früherkennung von suizidgefährdeten Schülern. Dabei ist dies eine Fortbildungsaufgabe für Lehrer wie Schüler, die in ihrer Rolle als mögliche Betroffene und Helfer, angesprochen werden müssen.

  • Bei der Suizidpostvention geht es bei einem überlebten Suizidversuch um die Betreuung des Betroffenen, bei einem vollendeten Suizid im Rahmen der Nachsorge um die Betreuung von Angehörigen und Freunden des Suizidanten, manchmal sogar der gesamten Schülerschaft.

 

 
      
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