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Gewerkschaft gegen
Benimm-Unterricht
GEW lehnt saarländisches Bildungsmodell ab
Berlin - Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
(GEW), Eva-Marie Stange, hält nichts von Benimm-Kursen für Schüler. Die
Vermittlung von Werten und einem respektvollen Umgang untereinander sei
eine "originäre Aufgabe der Schule", für die es "keiner gesonderten Fächer
bedürfe", sagte die GEW-Chefin. Stange erteilte damit dem saarländischen
Kultusminister Jürgen Schreier (CDU) eine deutliche Absage. Schreier hatte
Mitte der Woche angekündigt, im kommenden Schuljahr eine Arbeitsgruppe
einzusetzen, die so genannte "Benimm-Bausteine" für den Schulunterricht in
den Klassen eins bis sechs entwickeln soll. Ziel sei es, die
Sozialkompetenz der Kinder zu verbessern.
(aus: Welt am Sonntag, 24.08.03)
Wirtschaft für
Benimm-Unterricht
Die deutsche Wirtschaft hat Forderungen nach einem Benimm-Unterricht
für Schüler begrüßt. "Die Unternehmen stehen bereits seit geraumer Zeit
vor dem Problem, dass den Schulabgängern oft die Kenntnis der einfachsten
Regeln des Zusammenlebens fehlt", sagte der Präsident der
Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, der
"Berliner Zeitung". Aus Sicht der Betriebe sei es höchste Zeit, dass etwas
gegen den Erziehungsnotstand unternommen und die Vermittlung von Werten in
den Unterricht aufgenommen werde.
Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bewertete die
entsprechende Initiative des Saarlandes positiv. DIHK-Hauptgeschäftsführer
Martin Wansleben beklagte in der selben Zeitung fehlende Reife und
mangelndes soziales Verhalten der Lehrstellenbewerber. Die Schule sei in
diesem Zusammenhang aber nur ein Teilaspekt: "Auch die Eltern sind in der
Pflicht: Sie müssen ihren Kindern wieder Verlässlichkeit, Pünktlichkeit,
Ehrlichkeit und Teamfähigkeit beibringen." Es könne nicht alles der Schule
überlassen werden. […]
Hundt betonte, die viel gescholtenen Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit,
Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit seien unabdingbar für den Umgang
miteinander. Ausbilder in Betrieben stellten nicht selten mit Erschrecken
fest, dass junge Leute bei ihnen oft zum ersten Mal mit Regeln und Werten
in Kontakt kämen. "Niemand kann bestreiten, dass hier schon im Vorfeld
etwas massiv schief läuft", sagte Hundt. Besonders wichtig sei die
Wiedereinführung einer überarbeiteten Form der Kopfnote. "Wir brauchen
Kopfnoten mit modernen Bewertungsmaßstäben", sagte Hundt. Dafür könne die
in Betrieben übliche Mitarbeiterbeurteilung als Vorbild dienen.
(aus: www.stern.de, Meldung vom 30. August 2003,
http://www.stern.de/id/campus-karriere/schule/512282.html )
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