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Big Brother

Produktion

 
 

Der Erfolg der Endemol-Produktion von Big Brother hat viele Väter und doch erscheint er vielen ein Rätsel. Dass mit dieser Sendung das  Reality-TV zu einer ungeahnten Blüte gelangen sollte, musste selbst die Mahner überraschen. Und der Erfolg? Er ließ so manche Kassandrarufe wieder verstummen. 

Der Erfolg von Big Brother ruht vor allem auf vier Säulen:

 

 

1979 John de Mol gründet mit 18 Jahren seine erste eigene Produktionsfirma "John de Mol Produkties"  
ab 1985 Im allgemeinen Privatfernsehboom ab Mitte der im Geschäft: Für den britischen Satelliten-Sender "Sky Channel" produziert de Mols Firma 800 Stunden Programm; de Mol wählt als Moderatorin seine  Jura studierende Schwester Linda de Mol, die dadurch ein Star wird.  
1994 1994 Fusion der "John de Mol Produkties" mit dem bis dahin schärfsten Konkurrenten "Joop van den Ende", Produzent der "Mini Playback Show"  
20.9.95 EU-Kommission lehnt in einem Fusionskontrollverfahren den Zusammenschluss von verschiedenen niederländischen Privatsendern und Endemol zu einer neuen Gesellschaft wegen marktbeherrschender Position in NL ab Urteil der EU-
Kommission
1996 Endemol geht an die Börse: 400 Millionen Mark frisches Kapital; Endemol expandiert;   
Dezember 1999 Kandidaten-Such-Show bei RTL 2: 20.000 Bewerberinnen und Bewerber (doppelt so viele Männer als Frauen; Ingenieure und Handwerker die am stärksten vertretene Berufsgruppe (www.big-brother-kandidaten.de )  
Januar 2000 500 Bewerberinnen und Bewerber werden im Big Brother-Container in Sechser-Gruppen gecastet  
1.3.00 Die deutsche Fernsehversion von Big Brother startet am 1. März 2000 um 20.15 Uhr auf RTL2

Vor allem jüngere Zuschauern bringen zunächst sehr hohe Einschaltquoten mit einem Marktanteil von bis zu 45,0 Prozent bei den 14 - 29jährigen;   26,2 Prozent bei den 14 - 49jährigen Zuschauern.  (vgl.  www.bigbrother-haus.de/archiv/)

Zum Vergleich: Im Jahr zuvor erreichte RTL2 in der Gruppe der 14 bis 49jährigen nur  einen Marktanteil von insgesamt 5,7 Prozent
9.11.99 RTL und Endemol schließen Rahmenvertrag bis Ende 2002 zur Fortführung von Sendeformaten wie "Wer wird Millionär?", "Traumhochzeit", "100.000 Mark-Show", "Die Wache", "Notruf" u.a. bei RTL; Übernahme des bis dahin in den Niederlanden erfolgreichen Formats "Big Brother" durch RTL 2 (vgl. ots, www.newsaktuell.de  
1999 Geschäftsbericht 1999  von Endemol weist 870 Mio. DM Umsatz und einen Gewinn von 80 Mio. DM aus; Endemol produziert 10.000 Fernsehstunden in 15 Ländern;
Wichtigste Formate: "100.000-Mark-Show", "Wer wird Millionär?" (beides RTL), "Glücksspirale" (Sat.1), "Risiko" (ZDF), "Super Toy Club" (Super RTL), "Lucky Letters" (RTL 2), "Nur die Liebe zählt", "Heirate mich"  (beide Sat.1) , "Traumhochzeit" (RTL), "Rosen vom Ex" (ProSieben); "Versteckte Kamera" (ZDF), "Rache ist süß" (Sat.1); dazu über Tochterunternehmen beteiligt an "Akte 2000"), "Switch" (ProSieben) (vgl. taz, 25.3.00) 
 
März 2000 Endemol wird für 5,5 Mrd. Euro von dem spanischen Telekomkonzern Telefónica übernommen (vgl. Formate für Fernsehen und Internet)
  • Telefónica besitzt neben Telefondiensten auch TV-Sender und bedeutende Internetanbieter vor allem in Südamerika (z.B. Terra 1,3 Mio. Kunden in Spanien u. Südamerika)

  • John de Mol und Joop van Ende werden die größten individuellen Aktionäre von Telefónica; de Mol wird für fünf Jahre "Chief-Kreativ-Direktor" (vgl. taz, 20.3.00)

John de Mol: "Dem Internet und den mobilen Telefonen gehört die Zukunft."

strategische Partnerschaft von Programm- anbietern und Telekom- Konzern

April - Mai 2000 Big Brother - Ein Quotenhit:

4,7 Millionen Zuschauer verfolgten am Sonntag, den 8. April 2000, "Big Brother - Der Talk" (höchste Zuschauerzahl bis dahin)

Mai:  RTL 2 mit 19,4 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen in der Hauptfernsehzeit zwischen 20.00 und 23.00 Uhr an erster Stelle aller Sender.( www.rtl2.de/facts/unternehmen.htm  )

 RTL2  1997: Verluste von 60 Millionen DM 
Gewinn bis Mai 2000 auf über 55 Millionen DM. 
Oktober 2000 Auf der Fernsehprogrammmesse Mipcom in Cannes präsentiert Endemol drei neue Fernsehformate, die eindeutig auf das Internet setzen. Programmrechte für die Mehrfachverwertung insbesondere im Internet sollen bei der Produktionsfirma  verbleiben. 
  • "Webfight": Ein Studiokandidat kämpft gegen drei Internetnutzer, die zu Hause sitzen und per Webcam beobachtet werden können.

  • "TV-Mail": Moderator tritt per E-Mail mit Botschaften in Aktion und macht z.B. seiner Angebeteten einen Heiratsantrag 

  • "Five Girls": Eine Frauen-WG kann per Webcam 24 Stunden beobachtet, im TV nur Zusammenfassungen

Künftig Verkauf von Programmlizenzen auch an andere Abnehmer als an TV-Sender (z.B. an Online Dienste wie t-online etc.) (vgl. ftd, 5.10.200)

Peter Langenberg, Programm- manager bei Endemol:
"Die Zeit für Entertainment im Netz beginnt jetzt."
     
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