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Big Brother

Geschichte

 
 

Big Brother ist, darauf hat Günter Hack in seiner Untersuchung Wert gelegt, "nichts Neues, nur jene professionell kalkulierte Variation/Kombination von Altem, die in der Popkultur durchschlagenden Erfolg garantiert. Es ist das Fernsehen von morgen, weil es Fernsehen von gestern ist." (Hack 2000) Und rezeptions- und formatgeschichtlich betrachtet besitzt Big Brother natürlich auch Vorläufer wie  »The Real World oder »Road Rules im amerikanischen Fernsehen.

Um »Big Brother rankt sich indessen eine "offizielle" Entstehungslegende (nach: »max-online, 24.01.01): 
Danach soll es etwa 1997 gewesen sein, als »John de Mol und einige seiner Produzenten zusammengesessen und sich über Urlaubsjahre unterhalten haben. In diesem Zusammenhang sei der gemütliche Talk auch auf  das amerikanische »Biosphere 2-Projekt gekommen, bei dem sich Wissenschaftler längere Zeit in eine Glaskuppel hatten einschließen lassen. Das soll die zündende Idee im Kopf von  John de Mol gewesen sein, so jedenfalls die offizielle Legende.
Im Jahr 1998 stellte John de Mol das Projekt erstmals auf einer internationalen »Endemol-Direktorenkonferenz vor. Auf 35 bis 40 Millionen Mark wurde das Projekt beziffert, in dessen Verlauf die Kandidaten unter verschärften Bedingungen ein Jahr lang eingesperrt werden sollten.
Als RTL2 Anfang des Jahres 2000 Big Brother vor 120 Journalisten in der Nähe von Köln erstmals vorstellte,  löste das schnell die von den Machern erhoffte öffentliche Debatte aus und John den Mol musste sich Fragen stellen, wie "Sind Sie sadistisch?“ oder  "Warum missachten Sie die Menschenwürde?" oder  "Warum produzieren Sie nur Schund?"  Doch John de Mol hielt dagegen und pochte auf sein Verständnis von privater Fernsehunterhaltung, das er wie folgt auf drei Punkte brachte: 

  •  Fernsehen ist Geschmackssache.

  •  Das Publikum bekommt, was es will.

  • Alle machen freiwillig mit, niemand kommt zu Schaden, wir achten die Menschenwürde.

"Naturgemäß kann ein großer Bruder kein Einzelkind sein", hat Günter Hack treffend formuliert, um die Geschichte von Big Brother ins Blickfeld zu rücken. Seit 1992 schon wurde von »MTV die Sendung »The Real World ausgestrahlt, die von »Bunim-Murray produziert worden ist.
Das Format wurde mit Road Rules ab 1995 ergänzt, bei der der Gameshow-Charakter im Vordergrund stand. In beiden Formaten konnten die Besucher der Website von Bunm-Murray per E-Voting mitbestimmen, wer die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der nächsten Staffel sein sollen.
  • In »The Real World wird eine siebenköpfige Wohngemeinschaft junger Leute 18 Stunden pro Tag bei ihrem Leben in einem gewöhnlichen Haus gefilmt. Für ihre Mitwirkung erhalten sie 2.600 Dollar und Kost und Logis. Gesendet wird eine Auswahl von Szenen, die im Laufe der Zeit abgedreht werden.
  • In »Road Rules reisen Jugendliche in einem typischen amerikanischen Wohnmobil durch die Lande. Auf ihrer Tour müssen sie dann verschiedene Aufgaben (Missions) lösen.

Auf den ersten Blick ist die Ähnlichkeit der Formate mit Big Brother und The Real World, das als direkter Vorläufer erscheint, sehr groß.. Aber nicht nur, dass beide Formate voreinander und darüber hinaus geschützt sind, zeigt, dass es neben diesen Ähnlichkeiten eben auch deutliche Unterschiede gibt. Allerdings hat The Real World einen festen Platz in der Rezeptionsgeschichte des Big Brother-Formats. Insbesondere Big Brother hat sich über seine verschiedenen Staffeln immer wieder weiterentwickelt und Rahmenbedingungen und Regeln immer wieder verändert.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013

     
 
   Arbeitsanregungen:
  1. Informieren Sie sich im Internet über Big Brother und die Entwicklung des Sendeformats.
  2. Setzen Sie sich mit verschiedenen Kritikansätzen zu Big Brother auseinander.
  3. Präsentieren Sie Ihre Ergebnisse in der Klasse/in Ihrer Lerngruppe.
     
 
     
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