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Verhältniswahlrecht

Reine Verhältniswahl

 
 
 

Das so genannte "reine" Verhältniswahlrecht stellt eine Form der Verhältniswahl dar, bei dem das Wahlergebnis möglichst unmittelbar in der Zahl der einer Partei zustehenden Mandate abgebildet werden soll. Es kommt in seiner reinen Form ohne Einteilung in Wahlkreise aus. Im nachfolgenden Schaubild wird um der Anschaulichkeit und Übersichtlichkeit willen dabei von einer rein fiktiven Anzahl von 50 zu vergebenden Sitzen im Parlament ausgegangen.

Das reine Verhältniswahlrecht wurde in Deutschland während der →Weimarer Republik (1918/19-1933) angewendet und hat, da es ohne Sperrklausel galt, in dieser Zeit zu einem sehr fragmentierten Vielparteiensystem mit schwerwiegenden Folgen geführt. Die Parteienzersplitterung im Reichstag, welche die Verhältniswahl nach sich zog, zählt neben einer ganzen Reihe anderer Faktoren zu den →von der formalen Verfassungsordnung ausgehenden →Belastungsfaktoren der Weimarer Republik. Ob und inwieweit das Verhältniswahlrecht zum Scheitern der Weimarer Republik beigetragen hat, ist dabei allerdings auch unter Historikern strittig. (→Verhältniswahlrecht als Belastungsfaktor der Weimarer Republik?

Heute wird das reine Verhältniswahlrecht in Europa, in dem die sechs unterschiedlichen Verhältniswahlsysteme eindeutig in der Mehrzahl sind, in den Niederlanden angewendet.

 

 
     
   Arbeitsanregungen:
  1. Worin sehen Sie die Vor- und Nachteile des "reinen" Verhältniswahlrechts?
  2. Inwiefern und mit welchen Gründen ist das Bundestagswahlrecht in Deutschland kein reines Verhältniswahlrecht?
  3. Vergleichen Sie das Verhältnis- mit dem Mehrheitswahlrecht.
     
 
       
  Reine Verhältniswahl ] Personalisierte V. ]  
       

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